Donnerstag, 6. Dezember 2018 19:34 Uhr

The BossHoss: Die Wahrheit über Popmusik im Streaming-Zeitalter

Die Berliner Band The BossHoss rund um Alec Völkel und Sascha Vollmer sind aus der deutschen Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken. Jetzt verraten sie u.a. wie die Industrie versucht immer mehr in die kreative Entstehung von Songs einzugreifen.

The BossHoss: Die Wahrheit über Popmusik im Streaming-Zeitalter

Sascha Vollmer mit Gattin Jenny, Alec Völkel mit Gattin Johanna Völkel. Foto: AEDT/WENN.com

Im Interview mit dem Magazin ‚GQ‘, deren aktuelles Cover Völker und Voller auch zieren, sprechen die beiden Vollblut-Gitareros über die deutsche Musikindustrie im Zeitalter von Streaming-Diensten sowie ihr Cowboy-Image sowie den Umgang mit Klischees.

Über die deutsche Musiklandschaft sagte Alec: „Seicht, gefällig und nett zu sein wurde einer ganzen Generation anerzogen. Dadurch, dass die Radiosender auf die Top 20 setzen, haben alle, die Ecken und Kanten haben, es schwer.“ Und Sascha fügte ziemlich deutlich hinzu: „Aus der Industrie gibt es schon auch die Sprüche, dass man mal mit dem Refrain nicht allzu lang warten solle, möglichst nach einer Minute, das Gitarrensolo könne auch gestrichen werden …“ Alec: „… und das Schlagzeug klingt zu alt, solle eher so beatmäßig sein.“ Sascha: „Es gibt sogar die Spotify-Songwriting-Vorgaben.“

The BossHoss: Die Wahrheit über Popmusik im Streaming-Zeitalter

Foto: GQ/Condé Nast

So werde schließlich die „Gefälligkeit angefüttert“, es gäbe keine Herausforderung mehr in der Musik. „Der Hörer gewöhnt sich daran. Die Industrie sorgt für solche Zustände.“

„Viele Platten zu verkaufen und damit reich zu werden – das ist gegessen“, ergänzte Alec Völkel zu dem Thema. „Mit Streamern lässt sich das nicht aufholen. Live lässt sich Geld verdienen. Früher ist man auf Tour gegangen, um ein Album zu promoten, heute macht man ein Album, um eine Tour zu promoten. Das Konzert ist das Konzert. Es ist nicht für einen Bruchteil downloadbar. Man will es erleben. Man muss es erleben.“

Coaches bei „The Voice Senior“

Übrigens: Nach fünf Jahren Pause sitzen die Frontmänner von The BossHoss wieder auf Deutschlands berühmtesten roten Drehstühlen. Im Wettstreit mit den weiteren Coaches Yvonne Catterfeld, Mark Forster und Sasha batteln sich The BossHoss um die beste Stimme ab 60 – bei „The Voice Senior“ ab 23. Dezember in SAT.1.

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