Freitag, 8. Juli 2011 01:12 Uhr

The Pusher: Schweden schickt uns seine Shootingstars

Köln. Große Töne spucken können die meisten Bands. Aber nur die wenigsten sind in der Lage, ihren Worten Taten folgen zu lassen, wenn es darauf ankommt. Aber es gibt auch Ausnahmen: Bands, die halten, was sie versprechen.

The Pusher aus Schweden gehören in diesen Kreis der Auserwählten. Am 22. Juli wird die Band nun auch hier ihren Song „Blinded By The Dark“ veröffentlichen.

Pontus Karlsson (drums), Jakke Erixson (vocals, bass), Karl-Ola Solem (guitar, girls) und John Hårleman (keyboards) wachsen in verschiedenen Orten in Schweden auf und verdienen sich die ersten Sporen in unterschiedlichen Bands. Doch die Vergangenheit ist nur noch Makulatur, als sich die Vier unter dem Namen The Pusher neu definieren.

Vor vier Jahren – es ist Sommer in Schweden – findet diese fantastische Symbiose statt, in einem kleinen Stockholmer Studio. Die Zutaten: Fast Food, billiges Bier und Musik. Auf dieser Basis merken alle Beteiligten sehr schnell, dass hier zusammenwächst, was zusammengehört, sowohl musikalisch als auch zwischenmenschlich.

„Man sieht es in den Augen, wenn jemand auf derselben Wellenlänge ist; wenn er denselben Willen und Antrieb hat“, beschreibt Jakke die ersten bandbildenden Maßnahmen. „Der Zusammenhalt war sofort da, das Talent sowieso – und die Entschlossenheit. Natürlich gehört auch harte Arbeit dazu: das Schreiben der Songs, das Überarbeiten der Ideen, das Arrangieren und Produzieren. Manchmal muss man auch wieder zurück auf null gehen, um einen anderen Ansatz zu finden oder etwas, das sich fast perfekt anfühlt. Das bringt genauso viel Spaß wie Befriedigung. Kurz: Wir lassen einfach nicht locker, bis jeder Song sein volles Potenzial ausgeschöpft hat.”

Diese kompromisslose Einstellung hat Früchte getragen: Die erste Single, “Blinded By The Dark”, erreichte sofort nach Erscheinen die Pole Position der schwedischen iTunes-Charts.

Auf Tour sind The Pusher genauso fokussiert wie im Studio, aber hier gibt es natürlich mehr Spielraum für verrückte Sachen, Exzentrizität und Dumme-Jungen-Streiche. Sie haben halt Spaß daran, Spaß zu haben – wer hat das nicht? Und sie leben mit den Konsequenzen: teure Hotelrechnungen und eine Armada gebrochener Herzen.

Für The Pusher macht es keinen Unterschied, ob das Publikum sie mag oder nicht. Sie machen so lange weiter, bis sie auch den letzten Skeptiker überzeugt haben.

„Ehrlich gesagt, ich denke nicht ans Publikum, ich mache einfach so lange, bis der Job erledigt ist”, sagt Karl-Ola.
„Unsere Konzerte sind gut geplant. Aber es muss schon sein, dass man sich eine halbe Stunde vorher noch einmal zusammensetzt”, ergänzt Pontus. „Wahrscheinlich ist es gut, ein wenig nervös zu sein. Aber nur solange, bis man den ersten Schlag auf der Snare-Drum hört und es magisch wird”. „Jeder von uns hat sein eigenes Ritual vor einem Gig”, meint Jakke.

„Aber dann, zehn Minuten bevor wir auf die Bühnen gehen, springen wir herum oder was immer auch nötig ist, um uns einzustimmen. Das Ganze ist im Prinzip dasselbe wie bei Sportlern, die sich warm machen. Einmal haben wir sogar Rugby gespielt, damit der Adrenalinspiegel passend ansteigt”, erinnert sich John.

The Pusher behaupten, sie hätten keine richtigen Freunde außerhalb der Band, abgesehen von einigen aus dem professionellen Umfeld: ihr Manager, ihr Co-Produzent und einige wenige Menschen bei ihrer Plattenfirma. Eine mögliche Lebensgefährtin muss sich den Bedürfnissen der Band unterordnen, genau wie es ihre Mitglieder tun.
„Aber das fühlt sich nicht wie ein großes Opfer an. Wir haben diese Wahl schon vor Jahren getroffen. Es bringt nichts, lahmarschig und halbherzig an eine Sache heranzugehen, wenn du dir einen Traum erfüllen willst.“

Sie feilen gerade weiter daran, die bestmögliche Musik zu kreieren, zu der sie in der Lage sind. Und später werden sie keine Probleme damit haben, ihren Erfolg gebührend zu feiern.

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