Mittwoch, 14. November 2018 20:54 Uhr

Tim Sander über GZSZ, Vater-Sein und HipHop

Foto: Pascal Rohé

Ende der 90er begeisterte Tim Sander (40) in der beliebten Serie „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ in der Rolle des Kai Scholl ein Millionen Publikum. Nach seinem Serientod 2002 konzentrierte er sich auf andere Projekte. In der Zwischenzeit ist viel im Leben des sympathischen Berliners passiert. So wurde er im vergangen Jahr Vater und macht jetzt als „T. der Bär“ HipHop-Mucke. Klatsch-tratsch.de hat sich mit Tim zum Talk getroffen.

Tim Sander über GZSZ, Vater-Sein und HipHop

Foto: Pascal Rohé

Dein Rap-Name „T, der Bär“ klingt für viele beim ersten Hören eher nach Kindermusik. Wie kam dieser Name zustande?
Das habe ich jetzt schon ein paar Mal gehört. (lacht) Das war ziemlich banal: Als ich früher Beats produziert habe, brauchte ich einen Namen, um den Ordner zu benennen und da habe ich einfach diesen Namen in den Computer gehackt und den Namen behalten.

Wie bist du denn zum Rappen gekommen?
Das mache ich schon lange – bestimmt seit ich zehn bin. Irgendwann kam im Osten der Film „Beat Street“ in die Kinos – ich glaube das war damals 86 – und da war mir sofort klar, dass ich das auch machen will. Dann habe ich so ein bisschen probiert und habe Texte geschrieben – die waren richtig peinlich – und als dann mal jemand einen Computer hatte, mit dem man Beats produzieren konnte, hat man sich damit ausprobiert. Mit 15 hatten wir dann unsere erste eigene Band – die hielt aber nicht sehr lange. (lacht)

Deinen Song „SteSteSte“ könnte man als sozialkritisch interpretieren. Maulst du privat auch so viel herum?
Ja, das kommt schon vor. (lacht) Allerdings nur über die Dinge, über die es sich auch lohnt, herum zu maulen. Das ist meistens so Kleinkram, wie er im Song beschrieben wird.

Gib mal ein Beispiel …
Zum Beispiel auf den modernen HipHop gemünzt: Es gibt kaum noch eine klare Botschaft außer Koks, Geld, Autos und Marken. Diese Dinge stehen voll im Fokus und sind sehr erfolgreich. Leute, die etwas zu erzählen haben, sind mittlerweile echt eine Nische geworden und das geht mir echt auf den Sack.

Nächstes Jahr kommt dein Album …
Das stimmt. Aktuell machen wir das – neben der Arbeit. Geplant ist, dass es irgendwann zwischen April und Mai kommen soll. Wegen Features müssen wir mal gucken, ob sich da was ergibt. Ende November mache ich mit ein paar Kumpels ein „Musik-Mach“-Wochenende und da kommen noch zwei-drei Leute mit, die man kennt und vielleicht hat ja einer davon Bock, ein Feature zu machen. Wir werden sehen wie sich das entwickelt und ob das überhaupt passt.

Tim Sander über GZSZ, Vater-Sein und HipHop

Foto: Pascal Rohé

Du bist im letzten Jahr Vater geworden. Inwiefern hat das dein Leben verändert?
Die Prioritäten im Leben verschieben sich. Dinge, wie Mucke machen oder Zocken, die man sonst gerne macht, rutschen irgendwie in den Hintergrund. Man will, dass es der Kleinen gut geht und dass die Familie versorgt ist. Man macht sich allgemein mehr Sorgen, wie früher.

Das ist schon verrückt, aber auch gut so. Das ist vermutlich dieses uralte Programm, das installiert wurde und dann ausgelöst wird, wenn man erfährt, dass die Frau schwanger ist. Da passiert etwas mit einem und wenn das Kind dann geboren wird, dann wundert man sich einfach nur, was mit einem geschieht. Das ist echt faszinierend zu sehen.

Was denkst du, wenn du beim Zappen bei „GZSZ“ hängen bleibst?
Ach, Gott. Das ist halt eine Serie. (lacht) Ich komme da gar nicht mehr klar: Ich kenne da keinen mehr außer den Jo Gerner. Um ehrlich zu sein keine großen Emotionen. Das ist so lange her, dass das bei mir aus dem Kopf verschwunden ist. Meine Freundin guckt das sehr gerne als abendliche Berieselung, aber ich kann damit nicht so viel anfangen. (lacht)

Tim Sander über GZSZ, Vater-Sein und HipHop

Damals wars – Ende der 90er. Foto: MG RTL D

Hat sie das schon früher geguckt, als du noch mitgemacht hast?
Das kann sein, aber da war sie wirklich jung, denn sie ist zehn Jahre jünger als ich. Sie müsste mich aber eigentlich noch aus dieser Zeit kennen.

Du bist 2002 in der Sendung gestorben …
Und das auch gutem Grund: Ich konnte das früher wählen und habe das so gemacht, damit – auch wenn es richtig kacke läuft – ich nicht wieder zurückzukommen kann. Diese Chance wollte ich mir nehmen, um einfach immer etwas anderes zu machen.

Du warst drei – vier Jahre dabei. Bist du nach deinem Aus in eine Art Loch gefallen?
Nein, gar nicht. Das war eher wie mit der Schule aufhören. Das ist ganz cool, weil eigentlich wollte ich gar nicht so lange bleiben. Ursprünglich waren nur ein paar Monate geplant und daraus wurden dann ein paar Jahre. Das war eine bewusste Entscheidung und das war echt geil endlich wieder Zeit für andere Dinge zu haben.

Tim Sander über GZSZ, Vater-Sein und HipHop

Foto: WENN.com

Hast du noch Kontakt mit Leuten von damals?
Hmmm, mit einigen Leuten hinter der Kamera. Mein bester Freund, mit dem ich noch heute viel Zeit verbringe, hat bei der Produktionsfirma gearbeitet. Wir haben uns damals kennengelernt und er ist noch so der Einzige. Klar, wenn man auf irgendwelchen Veranstaltungen mal jemanden trifft, dann redet man. Es gab ja viele Leute, mit denen man sich gut verstanden hat, aber jetzt nicht so freundschaftsmäßig Kontakt hält.

Hast du das Gefühl, dass deine Zeit bei der Sendung deine Karriere irgendwie geprägt oder beeinflusst hat?
Ja, bestimmt. Man muss ja auch ehrlich sagen, dass damals nicht alles so positiv angesehen war in der Branche. Man hatte da schon seinen Ruf weg: ‚Ach Gott, diese Leute sind keine richtigen Schauspieler‘ – oder was auch immer die Leute so denken.

Klar, wir mussten damals echt unglaublich viel drehen. Das ist ja kein Produkt, bei dem auf künstlerischen Output wertgelegt wurde, sondern es musste täglich eine Sendung rausgehauen werden. Deshalb war auch nicht alles mega-gut. Man musste sich bei jedem Job immer wieder neu beweisen und zeigen, dass man noch mehr drauf hat. Nach ein paar Jahren ging es dann, aber die ersten Jahre waren nicht einfach.

Weihnachten steht vor der Tür: Wie wirst du das Fest der Liebe verbringen?
Wir fahren zur Familie meiner Freundin – die wohnen im Erzgebirge. Da wird dann das Telefon ausgemacht und wir hocken dann alle zusammen und freuen uns des Lebens. Dann wird gekocht und das gemacht, was alle so an Weihnachten machen. Family Time!

 

 

 

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