19.09.2014 11:42 Uhr

U2 und die Apple-Schande: Bono schlägt zurück und zieht über die Kritiker her

Millionen iTunes-Kunden bekamen bekanntlich dieser Tage das neue U2-Album ‚Songs of Innocence‘ als automatischen Download geschenkt.

Kritik wurde von denen laut, die es gar nicht haben wollten und unverhofft in ihrer Online-Playlist wiederfanden. „Was mich dabei wirklich schockiert ist, dass in den ersten sieben Tagen mehr als 38 Millionen Menschen unser neues Album gehört haben!“, so Frontmann Bono Vox in einem SWR3-Interview.

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Die Lästereien im Netz quittiert der 54-jährige mit angeblcher Ironie, doch das liest sich schon eher wie eine Beleidung seiner Kritiker:  „Die Leute, die heute in den Blogs über einen herziehen, das sind die, die früher dumme Sprüche auf Toilettentüren geschrieben haben.“ Die Band versuche schon immer, ihre Musik an so viele Menschen wie möglich zu geben. Und im Übrigen sei ja U2-Gitarrist The Edge einer der Gründe, weshalb das Album „so schnell“ über Apple veröffentlich wurde: „Er würde sonst noch immer im Studio sitzen und mischen, ich habe ihm irgendwann gesagt – lass es jetzt los“, sagt Bono Vox. (Das letzte Album ‚No Line on the Horizon‘ war 2011 erschienen.)

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Aufregung findet der Musiker sowieso aufregend: „So haben wir angefangen in den Punk-Rock-Tagen, es hat uns Spaß gemacht, Leute zu ärgern und Dinge aufzuwühlen. Wir möchten nicht, dass Musik langweilig ist.“ Er findet es okay, wenn Menschen das Album löschen. „Von all denjenigen, die das Album in den vergangenen fünf Jahren löschen wollten, gehören wir vier ganz oben auf die Liste – deswegen hat es so lange gedauert, bis er rausgekommen ist“, scherzt der irische Sänger.

„Wir haben hart am Songwriting für das neue Album gearbeitet“, erzählt Bono Vox. Besonders emotional wird er, wenn es um das Lied „Iris (hold me close)“ geht, das Erinnerungen an seine verstorbene Mutter in sich trägt. „Meine Mutter kollabierte bei der Beerdigung meines Opas an seinem Grab als ich 14 war“, so Bono. Und just dieser Song erblickte das Licht der Welt am Todestag seiner Mutter, die vor 40 Jahren starb.