06.06.2020 16:11 Uhr

Vergessene Songperlen (6): „Herbert“ von Gottlieb Wendehals

imago images / STAR-MEDIA

Am 5. Juni ist Gottlieb Wendehals (Werner Böhm), der einstige König des deutschen Partyschlagers, einsam auf Gran Canaria und im Alter von 78 Jahren verschieden. Zwei Riesenhits hat der einstige Jazz-Pianist aus dem „Onkel Pö“ in Hamburg hinterlassen: „Polonäse Blankenese“ und den völlig zu Unrecht vergessenen Song „Herbert“.

Letzterer war die erste Single, mit der der hanseatische Vollblut-Musiker und Ex-Gatte von Mary Roos 1979 mit neuem Image auf sich aufmerksam machte, nachdem er mit pomadisiertem Mittelscheitel, schwarzweiß kariertem Jackett die Bühnenfigur Gottlieb Wendehals schuf.

Text und Musik stammen von Werner Böhm himself und David-Hansemann-Brehmer, der u.a. für das damals bekannte Popduo Waterloo & Robinson Songs schrieb.

„Sie toben und loben den Rhythmus von Herbert!“

In Herbert geht es um ein Rhythmusgerät, dass die sogenannten Alleinunterhalter bis heute gerne mit sich schleppen, um bei Hochzeiten oder Familienjubiläen mit ihren Rhythmusgeräten für bizarre Stimmung mit sorgen. Im Text heißt es:

Sie können uns buchen für alle Zwecke
Bei uns springen die Fans bis an die Decke
Sie toben und loben den Rhythmus
Von meinem Freund Herbert, Herbert, Herbert, Herbert
Wir spielen Walzer und Disco-Salat
Denn mein Freund Herbert hat alles parat
Wir sind uns’re Gage wert
Ich und meine Freund Herbert, Herbert, Herbert, Herbert

Es wäre doch schön wenn man „Herbert“ – der Hit mit der Mitgröhl-Garantie – in der kommenden Karnevalssaison, insofern sie denn stattfindet, wieder aus der Versenkung hieven könnte. Herbert hat’s verdient.