Samstag, 29. November 2014 17:28 Uhr

Yelle: Interview mit Frankreichs coolster Elektro-Lady

Yelle gehört zu den aufregenden neuen Musiktalenten, die sich anschicken, Deutschland zu erobern. Die französische Sängerin und ihre Band mixen moderne Elektrosounds und typischen 80er Jahre-Synthie-Klängen. Jetzt stellte sie in Berlin ihre Band vor. klatsch-tratsch.de-Frankreich-Expertin Geraldine hat sich mit der 31-jährigen Julie Budet zusammengesetzt. Vor ihrem Auftritt in der ‚Berghain‘-Kantine.

Yelle: Interview mit Frankreichs coolster Elektro-Lady

Ist es das erste Mal für euch hier in Berlin?
Nein, wir waren schon ein paar Mal hier, aber wir spielen das erste mal in der Berghain-Kantine.

Woher aus Frankreich kommst du?
Ich komme aus der Bretagne, Westküste.

Gibt es große Unterschiede Zwischen den Clubs hier und in Frankreich?
Ich weiß nicht genau wie ich es ausdrücken soll, aber in Frankreich wird immer versucht, etwas darzustellen. Hier in Berlin ist alles sehr leicht und einfach echt. In Frankreich ist alles sehr „clean“, da müssen die Leute bespaßt werden, hier haben sie einfach Spaß. Natürlich kann man auch in Frankreich gut Party machen, es ist nur einfach anders.

Was bevorzugst du persönlich?
Ich mag Berlin, es ist so simpel, hier macht man auch in einer alten Fabrik Party. Das Leben scheint hier stressfrei zu sein (lacht).

Hast du einen Lieblingsclub in Frankreich?
Ich mag das Carmen, das war mal ein Location wo Prostituierte verkehrten. Der Club ist etwas heruntergekommen, der wurde nie wirklich renoviert. Das hat Charme und dort sind super Partys.

Wie wichtig ist euch der deutsche Musikmarkt?
Jedes mal wenn wir eine neue Platte herausbringen, touren wir auch viel in Deutschland. Hier sind wir auch auf einigen Festivals in Hamburg, München oder Düsseldorf. Wir fühlen uns hier immer sehr willkommen und bekommen gutes Feedback. Ich glaube den Leuten geht es bei uns eher mehr darum, uns live zu sehen, als CDs zu kaufen, aber ich finde das toll mit den Leuten so in Kontakt treten zu können.

Wo in Deutschland hattet ihr eure beste Show?
Ich würde sagen es war das eine mal hier in Berlin, im „Rio“. Es war ein toller Abend, ich kann es gar nicht beschreiben, einfach eine super Energie und die Leute waren total verrückt drauf.

Wodurch lässt du dich inspirieren?
Ich lasse mich jeden Tag durch alles inspirieren, seien es gute Gespräche mit Freunden oder Bekannten, über Sex, Freundschaften, etc. auch mit meinem Freund rede ich viel über tiefe Gefühle, Zweifel, einfach alles. Es sind Erfahrungen im Leben, die dich immer wieder zu den gleich Fragen bringen.

Kannst du unter Druck Songs schreiben?
Das ist ganz verschieden, das hängt von meinem Umfeld ab, mit wem ich arbeite. Es gibt positiven Stress oder Druck als auch negativen.

Yelle: Interview mit Frankreichs coolster Elektro-Lady

Was ist für dich das perfekte Setting/ Situation in der du am besten schreiben kannst?
Am besten wenn ich von interessanten und positiven Menschen umgeben bin. Mit unserem Produzenten arbeite ich super zusammen, wir inspirieren uns gegenseitig.

Ihr habt eure Band schon vor 10 Jahren gegründet, seit wann machst du Musik?
Ich bin mit Musik aufgewachsen, mein Vater ist Musiker. Er hat mich immer unterstützt, er sagte „wenn du es wirklich willst, kannst du es. Es ist wichtig, dass du mit Leidenschaft dahinter bist“. Im Leben geht es nur darum, glücklich zu sein mit dem was man tut und das habe ich für mich gefunden.

War es immer schon ein Traum von dir, zu singen?
Ich muss gestehen, durch meinen sehr musikalischen Vater habe ich mich teilweise auch unter Druck gesetzt gefühlt, nicht gut genug zu sein. Aber ja ich wollte immer singen. Es hat etwas gedauert, für manche Leute ist 22 schon sehr spät, aber im Leben gibt es einfach keine Regeln. Hauptsache man verwirklicht sich das, was man wirklich tun möchte, das braucht manchmal Zeit. Vielleicht will ich das auch nicht ein Leben lang machen, wer weiß…vielleicht werde ich Bauer (lacht). Du kannst alles ausprobieren.

Was sind die nächsten Projekte?
Im Moment mich auf die Platte konzentrieren und zu reisen und unsere Musik zu teilen.

Hast du Neujahrsvorsätze?
Nein, die habe ich nicht mehr. Als ich jünger war hatte ich noch welche, aber ich habe mich nie dran gehalten, also mein Vorsatz ist, keine Vorsätze zu haben (lacht).

Gehst du heute noch ins Berghain?
Ja, ich werde es versuchen, der Club ist ja sehr bekannt.

Fotos: klatsch-tratsch.de/Hannah Aspropoulos

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