16.08.2020 21:20 Uhr

Russell Brand erntet Shitstorm für seine „WAP“-Kritik an Cardi B

Russell Brand ist kein Fan von Cardi B´s Song "WAP". Für seine Kritik an dem extrem sexy Musikvideo erntete er auf Twitter jetzt allerdings einen gigantischen Shitsorm.

imago images / ZUMA Press

Anfang August meldete sich Cardi B (27) mit einer neuen Single zurück. Ihr gemeinsamer Track „WAP“ mit Megan Thee Stallion (25) schlug ein wie eine Bombe. Der Song mit den extrem versauten Lyrics sorgte vor allem bei konservativen Politikern für eine Welle der Empörung.

Einige Republikaner forderten sogar ein Verbot des Tracks. Sie sahen in dem Track und dem dazugehörigen Clip, in dem Kylie Jenner (23) einen sehr umstrittenen Cameo-Auftritt hatte, für puren Sittenverfall. Nun mischte sich auch der britische Comdian Russell Brand (45) in die Diskussion ein.

Ist „WAP“ auch nur männlicher Sexismus?

Obwohl der Ex-Mann von Katy Perry eigentlich für eine sehr offene Einstellung gegenüber Sex bekannt ist, kritisierte er das „WAP“-Video in einem Clip auf YouTube mit dem Titel “WAP: Feminist Masterpiece or Porn?” trotzdem scharf. Er fragte sich, ob Frauen „Gleichberechtigung erreichen, indem sie die von Männern etablierten Werte anstreben und replizieren“.

In einfachen Worten gesagt: Reduzieren sich Cardi B und Megan Thee Stallion mit ihrer extremen Freizügigkeit selbst auf ihr Aussehen? Übernehmen sie mit ihrem Video nur die „männliche Tradition“ Frauen als saubere Jungfrauen oder dreckige Huren kategorisieren zu wollen?

Russell Brand disst „WAP“

Russell Brand vertritt die Meinung „WAP“  würde genau diese männliche Sicht der Dinge darstellt. Er meint, dass die Rapperinnen nicht Frauen mit ihrer Kunst stärken, sondern lediglich einen Porno nach männlichen Idealen abgeliefert haben.

Wir finden allerdings, dass seine Argumentation ein wenig hinkt. Denn das Problem an der Jungfrauen-Huren-Kategorisierung besteht nicht nur darin, dass Frauen in Schubladen gesteckt werden. Diese altmodische Denke sorgt zudem für eine Tabuisierung von weiblicher Sexualität.

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Warum „WAP“ für Frauen ist!

Warum das? Weil die saubere Jungfrau entweder keinen Sex hat oder eben nur in der Ehe, wo sie dann aber an einen Mann gebunden ist. Ergo ist eine selbstbestimmte Sexualität ihrerseits ein Tabu. Wenn sie ihre Sexualität aber eigenständig entdeckt, bekommt sie den Hurenstempel, womit ihr Verhalten wiederum tabuisiert wird.

So oder so, scheinen Frauen und Sex nicht in eine Schublade zu passen. Diese unbegründete Furcht vor weiblicher, nicht aber vor männlicher Sexualität, ist tief in der westlichen Gesellschaft und vor allem in den religiösen Anschauungen des Judentums, Christentums und Islams verankert.

Umso wichtiger scheint es, endlich ein Narrativ zu schaffen, in dem weibliche Lust kein Tabu mehr darstellt. Genau das machen Cardi B und Megan Thee Stallion mit „WAP“. Zugegeben auf eine sehr extreme Art und Weise, aber am Ende des Tages bedeutet Sex eben nackte Haut.

Twitter hat keinen Bock auf sein „Mansplaining“

Die Kommentare zu dem Video zeigen, dass die meisten User Russell Brands Sicht der Dinge nicht teilen. Sie kritisieren seine Aussagen als „Mansplaing“. Der Begriff meint, wenn Männer Frauen meinen die Welt erklären zu müssen.

Eine Userin tweete: „Ich bin es leid, dass Männer denken, sie hätten das Recht, uns Frauen über unser Sexualleben zu belehren. Wenn wir unser Ding machen, wie eben bei `WAP´, dann denken sie immer noch, ihre Meinung dazu, sei von Bedeutung. Es geht nicht um dich, Russell Brand. Seine Analyse ist lächerlich. Pornos? Wirklich?“

Recht hat die Twitter-Heldin!