Avicii: Vater spricht über mentale Gesundheit und den Suizid des Musikers

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 14.12.2021, 19:02 Uhr

IMAGO / MediaPunch / RT Schwegler

Drei Jahre nach dem Tod von DJ-Star Avicii spricht sein Vater offen über das Schicksal seines Sohnes — und plädiert für mehr öffentliches Bewusstsein zum Thema psychische Gesundheit.

Die Musikwelt war geschockt, als Tim Bergling alias Avicii 2018 mit nur 28 Jahren starb. Avicii, ein internationaler Superstar, hatte seit längerer Zeit unter psychischen Problemen und an seinem Drogenmissbrauch gelitten. Er nahm sich tragischerweise das Leben. Nun sprach der Vater des Musikers, Klas Bergling, über mentale Gesundheit unter Künstlern — und scheute sich auch nicht, ganz offen über den selbstgewählten Tod seines Sohnes zu reden.

Mentale Gesundheit im Showgeschäft

Mentale Gesundheit und das Showgeschäft — dass das eine schwierige Kombination sein kann, wissen wir nicht erst seit dem tragischen Tod des Star-DJs. „Es geht um Ruhm und Reichtum, und das ist eine sehr gefährliche Kombination“, so Klas Bergling im Interview mit „The Times“. Es gehe darum, Künstler bestmöglich zu unterstützen — auch mental: „Wenn man einen aufstrebenden Künstler hat, sollte es eine gewisse Struktur geben“. Zwar wisse er selbst nicht, was man definitiv tun könne – allerdings meinte er, dass „eine ernsthafte Diskussion nicht schaden könne“.

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Aviciis Vater über die Todesursache

Geht es nach Aviciis Vater, ist es wichtig, die Todesursache seines Sohnes auch realistisch zu benennen: nämlich als Selbstmord. „Ich denke, man sollte die Dinge so nennen, wie sie sind“. Dann sprach er über die Schuldfrage: „Niemand ist schuld. Wenn wir jemanden beschuldigen sollten, sollten wir bei mir anfangen.“

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Aufklärung als Tribut an Avicii

Zu Ehren des Musikers wurde 2019 eine Organisation gegründet, die sich der psychischen Gesundheit widmet. Diese will sich laut eigenen Angaben „für die Anerkennung von Selbstmord als globaler Gesundheitsnotfall einsetzen und die Beseitigung des Stigmas fördern, das mit der Diskussion über psychische Probleme verbunden ist“. Auch andere Themen, die dem Musiker am Herzen lagen, stehen auf der Agenda — darunter der Kampf gegen den Klimawandel und den weltweiten Hunger sowie die Erhaltung bedrohter Arten.

Hilfe bei Depressionen bietet die Telefonseelsorge unter der kostenlosen Rufnummer: 0800/111 0 111.