Fall Maddie im TV: Erstmals spricht der verdächtige Christian B.

Paul VerhobenPaul Verhoben | 30.01.2022, 11:51 Uhr
Fall Maddie im TV: Erstmals spricht der verdächtige Christian B.
Fall Maddie im TV: Erstmals spricht der verdächtige Christian B.

©SAT.1

Neue Hinweise und Indizien gibt es im Fall der vermissten Madeleine "Maddie" McCann. SAT.1-Recherchen erhärten den Verdacht gegen den Deutschen Christian B., gegen den die Staatsanwaltschaft Braunschweig eine Anklage vorbereitet.

SAT.1 zeigt die Dokumentation „SAT.1 investigativ: Neue Spuren im Fall Maddie“ von Investigativ-Journalistin Jutta Rabe und ihrem internationalen Reporter:innen-Team am Montag, 31. Januar 2022, um 20:15 Uhr.

Sind die neuen Erkenntnisse der Durchbruch?

Eine Rekonstruktion des berühmt-berüchtigten Tatabends sowie intensive Recherchen in Portugal und Deutschland ergeben: Christian B. hatte genaue Ortskenntnisse des Ocean Club in Praia da Luz: Reparaturarbeiten führten ihn vor Maddies Verschwinden immer wieder in die Anlage, aus der die damals Dreijährige 2007 verschwand. Und: Eine Vor-Ort-Analyse der Funkzellenreichweite ergab, dass Christian B. und sein Telefon in der Nacht des Verschwindens maximal fünf Minuten vom Ocean Club entfernt gewesen sein müssen, heißt es in der Vorab-Mitteilung des Senders zu der Doku.

Staatsanwalt Christian Wolters zu den Ergebnissen, die Investigativ-Journalistin Jutta Rabe und ihr internationales Reporter:innen-Team der Justiz bereits zur Verfügung gestellt haben: „Wir sind dankbar, dass das Team von SAT.1 der Staatsanwaltschaft bestimmte Erkenntnisse mitgeteilt hat. Es gibt Zeugen, die vielleicht lieber mit Medienvertretern sprechen als mit uns oder der Polizei. Wenn sich daraus entsprechende Ansätze ergeben, gehen wir diesen natürlich nach.

Eine Vor-Ort-Analyse der Funkzellenreichweite ergab, dass Christian B. und sein Telefon in der Nacht des Verschwindens maximal fünf Minuten vom Ocean Club entfernt gewesen sein müssen.
Die Residenz, wo das Mädchen verschwunden ist.

IMAGO / Granata Images

Briefwechsel von Christian B. mit Reporterin

In einem über mehrere Monate laufenden Briefwechsel mit Jutta Rabe beharrt der Hauptverdächtige auf seiner Unschuld. 2007 habe er zwar als Drogendealer an der Algarve gearbeitet, aber:

„Ich wurde dabei nie von der Polizei erwischt, weil ich mich an einige Grundsätze gehalten habe.“

Weiter sagte der 45-Jährige: „Möglichst nur tagsüber fahren, damit mein ramponierter ‚Hippiebus‘ nicht auffällt, nur nötige Strecken fahren und das Wichtigste, auf keinen Fall die Polizei zu provozieren. Also keine Straftaten begehen, schon gar nicht Menschen rauben. Wobei Letzteres damals für mich genauso abwegig war, wie einen Atomkrieg zu beginnen oder ein Huhn zu schlachten.“ Und weiter: „Ich sehe keinen Grund, mich zu den von der Staatsanwaltschaft Braunschweig erhobenen Vorwürfen zu äußern. Im Prinzip könnte ich mich entspannt zurücklehnen und die Ergebnisse auf mich zukommen lassen.“ Chatprotokolle mit pädophilen Gewaltfantasien werfen jedoch ein anderes Licht auf den derzeit Hauptverdächtigen: „etwas kleines einfangen und tagelang benutzen, das wärs“, offenbarte Christian B. 2013 gegenüber einem Chatpartner, zu dem das SAT.1-Team auch persönlichen Kontakt aufnahm …

Der Talk danach

Weitere Einblicke in ihre Recherchen gibt Jutta Rabe anschließende an die Dokumentation in der Experten Runde „SAT.1 investigativ – der Talk: Neue Erkenntnisse im Fall Maddie“. Moderatorin Claudia von Brauchitsch begrüßt neben Jutta Rabe zudem Profiler Axel Petermann, Präventionstrainer Jascha Wozniak sowie Erika Schneider, deren damals 19-jährige Tochter Bianca Blömeke vor mehr als 20 Jahren ebenfalls spurlos verschwand. Bereits ab 21:00 Uhr haben die Zuschauer die Möglichkeit, unter der kostenfreien Telefonnummer 0800-5003200 Fragen an die Gäste im Studio zu stellen.

Übrigens: Jutta Rabe produzierte 14 Fernsehdokumentationen zum Untergang der Passagierfähre Estonia, die 1994 mit 852 Opfern in der Ostsee gesunken war.

„SAT.1 investigativ: Neue Spuren im Fall Maddie. Ist der Deutsche Christian B. der Täter?“ – am Montag, 31. Januar 2022, um 20:15 Uhr in SAT.1 und auf Joyn.