Hochstaplerin Anna Sorokin: Telefonate mit Papa Vadim drehen sich nur um’s Geld

Sophia VölkelSophia Völkel | 22.03.2022, 20:17 Uhr
Anna Sorokin bei ihrer Verurteilung
Anna Sorokin bei ihrer Verurteilung

Foto: Imago / Zuma Wire

Anna Sorokin hat inzwischen wieder mehr Kontakt zu ihren Eltern, inbesondere zu ihrem Vater Vadim. Doch meist stehe dabei das Geld im Vordergrund.

Die Geschehnisse rund um die russisch-deutsche Hochstaplerin Anna Sorokin reißen nicht ab – erst kürzlich wehrte sie sich mithilfe ihrer Anwälte erfolgreich gegen ihre Abschiebung nach Deutschland, so dass die Beamten aufgeben mussten und die 31-Jährige erst einmal in den USA ließen.

Doch inzwischen scheint auch die dreiste Betrügerin zu begreifen, dass sie Hilfe benötigt – die sie sich nun offenbar von ihren Eltern erhofft. Den Kontakt zu ihrer Familie hatte sie während ihrer Zeit in den USA weitestgehend abgebrochen. Jetzt würde sie wieder regelmäßig mit ihrem Vater Vadim Sorokin telefonieren.




Anrufe bei Papa wegen Geld

Doch dabei geht es nicht um eine enge familiäre Bindung sondern viel mehr darum, dass Anna finanzielle Unterstützung benötigt. „Ich spreche drei, vier Mal die Woche mit Anna und unsere Gespräche sind immer die gleichen – sie braucht Geld“, erklärte Vadim gegenüber der „Daily Mail“. Eigentlich hatte die berühmt-berüchtigte Hochstaplerin einen Deal mit Netflix abgeschlossen – für die Rechte an ihrer Geschichte für die Serie „Inventing Anna“ hatte sie ein kleines Vermögen abgestaubt. Doch damit bezahlte sie erst einmal reihenweise ihre Gläubiger.

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Offenbar ist von der Summe nicht viel übrig geblieben, um weiterhin ein ausschweifendes Leben in den Staaten führen zu können. In der Serie wird das schwierige Familienleben von Anna beleuchtet – die Beziehung zu ihren Eltern geprägt von Abweisung und Distanz.

Nichts dazugelernt im Knast

Trotz der Ablehnung seiner Tochter habe Vadim Sorokin ihr Geld überwiesen, damit sie wenigstens im Gefängnis keine finanziellen Schwierigkeiten hat. Doch der Plan ging nicht auf.  „Sie bezahlt Menschen im Gefängnis, damit sie ihre Kleidung waschen. Sie hat diese Fähigkeit, Menschen um den kleinen Finger zu wickeln.“ Den richtigen Umgang mit Geld hat Anna also auch nicht in Haft gelernt.

„Ich glaube nicht, dass sie mir jemals gesagt hätte, sie liebt mich“, so Vadim. Harte Worte eines Vaters. „Stattdessen würde sie eher sagen: ‚Hilf mir, gib mir Geld. Ich kann’s nicht selbst beschaffen‘. Aber sie hat einen Weg gefunden – Einen unehrlichen und beschämenden Weg. Und der hat sie ins Gefängnis und jetzt in die Einwanderungsbehörde geführt.“

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Anna ist willkommen

Auch in Wirklichkeit gehe es Anna nach den Äußerungen ihres Vaters nicht darum, eine liebevolle Nähe zu Mutter und Vater aufzubauen – und trotzdem stehe die Tür für sie immer offen. Sollte sie wirklich aus den USA abgeschoben werden, könnte sie sofort in ein Zimmer in ihrem Elternhaus beziehen.

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„Jeder Tag ist ein neuer Beginn. Ich denke nicht, dass sie innen drin böse ist. Sie muss nun zum ersten Mal herausfinden, was sie mit ihrem Leben machen möchte.“. Eines sei für den 58-Jährigen aber auch klar: „Obwohl wir sie unterstützen werden, werden wir ihr nicht ermöglichen, ihre früheren Fehler zu wiederholen.“

Wer ist Anna Sorokin?

Anna Sorokin ist inzwischen die wohl berühmteste Hochstaplerin der Welt, mit eigener Netflix-Serie. Unter dem Fake-Namen „Anna Delvey“ gab sie sich als deutsche Millionenerbin mit eigenem Treuhand-Fond aus. So erschlich sich die damals 26-Jährige mehrere Kredite (sogar fast einen in Millionenhöhe) und legte die gesamte New Yorker High Society aufs Kreuz. So führte die junge Frau aus Eschweiler ein Leben in Luxus und Reichtum, wie sie es sich immer erträumt hatte. Doch der tiefe Fall folgte, das Lügengebilde von Anna Sorokin stürzte ein.

Von 2019 bis 2021 saß die angebliche Millionen-Erbin im Knast , sollte vor wenigen Tagen nach Deutschland abgeschoben werden, da ihre Aufenthaltserlaubnis für die USA abgelaufen war. Doch nun darf sie erst einmal weiterhin dort bleiben, bis ein neuer Abschiebungstermin festgesetzt wird.