Markus Lanz: Merkel, Trump und die Verschwörungstheoretiker

dpadpa | 05.11.2021, 10:33 Uhr
Markus Lanz denkt nicht, dass Menschen keinen Bock auf Politik haben.
Markus Lanz denkt nicht, dass Menschen keinen Bock auf Politik haben.

Georg Wendt/dpa

Polarisierung und Politik: Der 52-jährige Moderator hat seine eigene Meinung und tut sie gern kund. So ist er froh, dass die Merkel-Ära endet und warnt vor Trump-ähnlichen Mechanismen.

Der ZDF-Talker Markus Lanz erfreut sich an einer repolitisierten Gesellschaft in Deutschland. Einen kleinen Anteil daran, darf er sich gern auf die Fahne schreiben. Zu seinen Talkgästen gehören wichtige Politiker und Wissenschaftler, die der Moderator mit möglichst wenig Phrasen davonkommen lässt.

Es ist gut, dass Merkel geht

„Ich lese oft die Kommentarspalten unter Online-Artikeln. Natürlich ist da auch viel Quatsch und Häme dabei, aber es gibt immer wieder Menschen, die machen echt den Punkt und haben gute Argumente“, sagte der 52-Jährige dem Magazin „GQ“. Neulich habe jemand in seiner Sendung den Standpunkt vertreten, die Menschen hätten gerade keinen Bock auf Politik. „Ich glaube, das Gegenteil ist der Fall. Angela Merkel hat sich 16 Jahre lang durch Wahlkämpfe geschwiegen. Das war lange Zeit völlig okay. Aber jetzt geht das nicht mehr – und es ist gut, dass das vorbei ist.“

Andererseits sieht der Talkmaster auch eine Gefahr in der zunehmenden Polarisierung: „Wir leben in einer Zeit, in der selbst Leute, von denen man das niemals vermuten würde, das Gefühl haben: Uns wird nicht alles erzählt“, sagte Lanz, der aus Südtirol stammt. „Man trifft intelligente, studierte Menschen aus dem eigenen Bekanntenkreis, die behaupten, es würden zum Beispiel Berichte über Impfschäden gelöscht. Wir müssen da aufpassen.“ Als er vor fünf Jahren, kurz vor der Wahl von Donald Trump, eine Reportage in den USA gedreht habe, sei das genau die Stimmung dort gewesen.

Talkshow mit Niveau

Mit „Markus Lanz“ im ZDF hat sich Namensgeber Markus Lanz während der Corona-Pandemie als neue Institution im Talkshow-Bereich etablieren können. Sein Image ist nun, dass er Interviews führt, die mit der Wahrheit enden. Mit seiner Hartnäckigkeit entlockt der Moderator seinem Gegenüber tatsächlich manchmal Dinge, über die der andere lieber geschwiegen hätte.

(dpa-infocom/KT)