Neue Hochstapler-Serie „The Dropout“: Die hier ist noch schlimmer als Anna Sorokin

Sophia VölkelSophia Völkel | 16.03.2022, 22:20 Uhr
Elizabeth Holmes gilt als Hochstaplerin
Elizabeth Holmes gilt als Hochstaplerin

Foto: imago / MediaPunch

Theranos-Gründerin Elizabeth Holmes ist nicht nur eine waschechte Hochstaplerin - sie brachte mit ihrem Vorhaben auch noch zahlreiche Menschen in Gefahr.

Es gab wohl kaum in den vergangenen Jahren so viel Hochstapler-Geschichten, wie in diesem – mitunter auch dank Streaming-Giganten wie Netflix und Co. die aus den Geschehnissen rund um den Tindler-Schwindler oder Anna Sorokin mitreißende Stories machen.

In diesen Serien-Kosmos steigt nun auch Elizabeth Holmes ein. Die unfassbare Geschichte der einst von Forbes ernannten jüngsten Selfmade-Milliardärin, wurde nun von den Streamingdiensten Hulu und Disney+ übernommen. Der irre Aufstieg und die Ernennung zur Milliardärin basiert auf ihrem Technologie-Unternehmen Theraonos, in dem revolutionäre Bluttests durchgeführt werden sollten – die nie funktionierten.




Die bizarren Geschehnisse rund um Elizabeth Holmes

Elizabeth Holmes brach 2003 ihr Studium an der Stanford-Universität ab. Bis dahin galt sie bereits als echtes Genie auf dem Gebiet der Gesundheitsforschung und Medizin. Nachdem sie die Uni verlassen hatte, gründete Holmes ihr eigenes Unternehmen, das hoffnungsvoll für die ganze Welt schien. Das Laborunternehmen Theranos wollte eine Revolution schaffen: Holmes kündigte an, eine Bluttestmethode zu entwickeln, die bis zu 240 Krankheiten nachweisen könne – bequem von zu Hause aus, in dem man sich selbst ein paar Tropfen Blut entnimmt.

Elizabeth Holmes bei einem Treffen mit hochrangigen Persönlichkeiten, wie Bill Clinton

Foto: imago / UPI Photo

Es schien ein Wunder und wäre vermutlich der Durchbruch in der weltweiten Medizin gewesen. Niemand wusste bis zu diesem Zeitpunkt, dass keiner der Tests jemals funktionieren würde…

Holmes schaffte es mit 30 Jahren als CEO des Unternehmens, ähnlich wie Anna Sorokin Risikokapitalgeber und private Investoren davon zu überzeugen, mehr als 900 Millionen US-Dollar (!) in Theraons zu investieren. Die junge Frau schaffe es sogar, dass ihr Konzern 2013 eine Zusammenarbeit mit der Apothekenkette Walgreens in den Vereinigten Staaten schloss.

Bluttests gaben falsche Diagnosen

Doch das gesamte Vorhaben entwickelte sich zu einem regelrechten Disaster, denn die Handhabe und Technik der angeblichen Wunder-Tests versagte völlig. Zahlreiche Menschen erhielten vollkommen falsche Diagnosen und gerieten in Panik. 2015 zerfiel die heile Gründungswelt um Holmes langsam, denn auch den Investoren fiel auf, dass hier etwas gewaltig schief lief.

Gründerin von Bluttest-Firma Theranos schuldig gesprochen

Innerhalb eines Jahres kristallisierte sich das Unternehmen und die Erfindung der angeblichen Bluttests als Fake heraus, 2018 zerbrach die Firma in alle Einzelteile. Anfang 2022 wurde Elizabeth Holmes von einer Jury in San Francisco in vier von elf Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das Strafmaß soll allerdings erst am 12. September 2022 verkündet werden. Die Unternehmens-Gründerin könnte dann sogar vier mal 20 Jahre bekommen.

Amanda Seyfried in "The Dropout"

Foto: Imago / Zuma Press

„The Dropout“: Die hier spielt Elizabeth Holmes

In „The Dropout“ verkörpert Hollywood-Star Amanda Seyfried die gescheiterte Theranos-Gründerin. Über ihre besondere Rolle sprach sie kürzlich mit dem „Harpers Bazaar“-Magazin. „Es ist definitiv ein anderer Prozess, wenn man jemanden spielt, der einige Entscheidungen getroffen hat, mit denen man, wissen Sie, nicht einverstanden ist“, so die 36-Jährige.

„Ich meine, das ist es sehr leichtfertig, aber meine Aufgabe als Schauspieler ist es, mich wirklich mit dem Charakter, den ich spiele, zu verbinden und sich um ihn zu kümmern, unabhängig von meiner persönlichen Trennung mit ihnen.“

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Mit ihrer irren Unternehmens-Gründung und den Investitionen in eine Firma, die nur Schall und Rauch war, reiht sich Elizabeth Holmes in die Riege der schlimmsten Hochstapler der vergangenen Jahre ein. Zuletzt erregten besonders der „Tinder-Schwindler“und Fake-Erbin Anna Sorokin großes mediales Aufsehen.