Pandemie: Zahl der Aufführungen an Bühnen drastisch gesunken

Leere Sitzreihen im Saal des Opernhauses des Theater Magdeburgs.
Leere Sitzreihen im Saal des Opernhauses des Theater Magdeburgs.

Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

30.07.2021 15:00 Uhr

Für die deutschen Theater und Opernhäuser war Corona ein tiefer Eunschnitt. Es gab aber auch Bemühungen, neue Wege zum Publikum zu erschließen.

In der ersten von der Corona-Pandemie betroffenen Spielzeit ist die Zahl der Aufführungen an Deutschlands Bühnen drastisch gesunken.

In der Spielzeit 2019/20 gab es 56 122 Aufführungen, wie aus der am Freitag veröffentlichten Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Das bedeute gegenüber der Vorsaison einen Rückgang um rund 33 Prozent, berichtete der Bühnenverein in Köln.

Theater haben es mit Streams versucht

Das professionelle Theaterschaffen sei nach dem ersten Lockdown im März 2020 für den Rest der Saison überwiegend zum Erliegen gekommen, hieß es. Insgesamt meldeten 353 Theater aus Deutschland ihre Daten. Um rund 13 Prozent auf 4166 sank die Zahl der gespielten Werke in Deutschland, um rund 14 Prozent auf 6220 die Zahl der Inszenierungen.

Die Werkstatistik sei jedoch „keineswegs nur das Dokument eines Verlustes, sondern auch Zeichen für neue künstlerische Entwicklungen“, sagte der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Marc Grandmontagne. Aufgrund der Lockdowns hätten viele Theater mit neuen experimentellen Produktionen innovative Wege zum Publikum gesucht. Die Theater hätten 584 Streams versendet, davon waren 15 Prozent neue digitale Inszenierungen.

Das sind die meistgespielten Werke

Kaum Veränderungen gab es bei den meistgespielten Werken. Die höchsten Inszenierungszahlen hatte die Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck (27) vor Goethes „Faust“ (22) und den Mozart-Opern „Don Giovanni“ sowie „Die Zauberflöte“ (jeweils 20). Dahinter folgten die Puccini-Oper „La Bohème“, die Dramen „Nathan der Weise“ von Lessing und „Hamlet“ von Shakespeare (jeweils 18) sowie die Bühnenfassung des Romans „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf (16).