Prinz Andrew: Irrer Teddybären-Tick als Indiz im Missbrauchsskandal?

Leni HübnerLeni Hübner | 17.01.2022, 14:37 Uhr
Prinz Andrew: Schräge Teddybärenliebe als Indiz im Missbrauchsskandal?
Prinz Andrew: Schräge Teddybärenliebe als Indiz im Missbrauchsskandal?

Foto: IMAGO/ i Images

Tiefer kann der britische Royal kaum sinken. Nun kommen immer mehr private Details ans Licht, die Prinz Andrews Ruf endgültig ruinieren.

Sammler wirken nach außen hin immer etwas verschroben. Menschen, die ihre Leidenschaft für Schiffe, Autos, Schlümpfe, Barbies und ähnlichen Dingen nicht teilen, können die Faszination nicht nachvollziehen. Prinz Andrews Herz schlägt wohl seit frühester Kindheit für Teddybären. Beim Personal gilt diese Liebe schon als Besessenheit.

Passend zum aktuellen Missbrauchsskandal wird der royale Spleen natürlich wieder hervorgekramt. Und die Queen? Ist darüber garantiert mal wieder not amused.

Finger weg von den königlichen Teddybären

So soll Prinz Andrew (61) „schreien und kreischen“, wenn höfische Bedienstete seine Teddybären-Sammlung durcheinanderbringen. Das behauptet Paul Page, der bis 2004 als Sicherheitsspezialist gearbeitet hat und Zugang zu den privaten Gemächern des Prinzen hatte, in „Ghislaine, Prince Andrew and the Pedophile“ – eine Show auf ITV.

Es soll ungefähr 50 oder 60 Stofftiere auf einem großen Bett geben und dazu eine Karte, die daneben in einer Schublade aufbewahrt wird, um die korrekte Anordnung der Bären sicher zu stellen. Ähnliches bestätigt laut dem britischen Mirror auch Schriftstellerin Elizabeth Day, die ebenfalls die Gelegenheit hatte, sich in Prinz Andrews Räumlichkeiten umzusehen.

Wie Charles und William den in Ungnade gefallenen Andrew loswerden wollten.

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Seltsame Vorliebe eines erwachsenen Mannes

„Es wirkt ziemlich seltsam, dass ein erwachsener Mann so viel Freude an Stofftieren findet“, sagt sie und ruft damit Bilder hervor, die Prinz Andrews angebliche Vorliebe für junge Mädchen noch tiefer in die pädophile Ecke rücken – davon ist nichts bewiesen. Selbst für Prinz Andrew, der sich 2019 so ungeschickt versucht hat, beim BBC-Interview herauszureden, gilt die Unschuldsvermutung.

Es ist erstaunlich, dass die Berater des Königshauses auch zwei Jahre später noch immer keine Strategie entwickelt haben, dem Sturm der Entrüstung, den das Interview und Virginia Giuffres Missbrauchsvorwürfe gegen Prinz Andrew ausgelöst haben, irgendetwas Überzeugendes entgegenzuhalten. Der Prinz ist auf der Flucht vor der Öffentlichkeit. Ohne Erfolg.

Prinz Andrew: Zivilprozess steht bevor

Obwohl er seit Monaten nicht mehr auftritt, ist er in den Medien dauerpräsent. Erst wurde er von seinen Ehrenamt-Terminen befreit, um den Stiftungen und Organisationen keinen Schaden zuzufügen, dann wurde er in die hintersten Zimmer des Schlosses in Windsor verbannt und zuletzt nahm ihm seine Mutter, die Queen, alle militärischen Titel und Schirmherrschaften ab. Der Druck von außen wurde einfach zu groß, als die Klage von Virginia Giuffre (38) zugelassen wurde.

In dem nun anstehenden Zivilprozess kann alles gegen Prinz Andrew verwendet werden, was die gewieften amerikanischen Anwälte für nützlich halten. Die Leidenschaft für Teddybären könnte genauso dazugehören, wie Belege für die lange Freundschaft zwischen dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und dem feierlaunigen Prinzen.

Neue Zeugen gefunden

Zudem gibt es bereits zwei Zeugen, die gegen Prinz Andrew aussagen werden. Die Britin Shukri Walter wird bestätigen, dass Prinz Andrew an dem besagten Abend, der dank Vermittlung von Ghislaine Maxwell mit Sex mit der damals 17-Jährigen Virginia Giuffre geendet haben soll, im Nachtclub „Tramp“ gewesen sei. An seiner Seite ein junges Mädchen. Prinz Andrew leugnet das und behauptet sogar, Virginia überhaupt nicht zu kennen.

Als zweiter Zeuge soll Andrews ehemaliger Assistent Robert Olney aussagen. Dessen Name habe sich in Jeffrey Epsteins kleinem schwarzen Büchlein befunden und man gehe davon aus, dass er einiges über die Beziehung des Prinzen und des mittlerweile toten US-Milliardärs auspacken könnte.

Krasse Taktik der Anwälte

Die Taktik von Andrews Anwälten scheint so unehrenhaft zu sein, wie die Haltung des Prinzen gegenüber der Wahrheit: Sie wollen belegen, dass Virginia Giuffre ernsthafte psychische Probleme habe und keineswegs glaubwürdig sei. Dafür steht Giuffres Therapeutin Judith Lightfoot auf der Zeugenliste, die Belege liefern soll, dass sich das Virginia als angebliches Opfer nicht richtig erinnere.

Das Ziel ist klar: Wenn schon keine Reinwäsche möglich ist, dann wenigstens ein Freispruch nach dem Motto „im Zweifel für den Angeklagten“. Das Bild von Prinz Andrew in der Öffentlichkeit jedoch wird sich nicht wieder reparieren lassen. Angeblich soll seine Ex-Frau Sarah Ferguson noch immer zu ihm stehen und dafür sorgen, dass auch die Töchter Beatrice und Eugenie für ihren Vater aussagen, falls sie vor Gericht antreten müssen. Falls das nicht stimmt, findet Andrew aber sicher Trost bei seinen Teddybären.