Smudo reagiert auf Luca-Kritik

SpotOn NewsSpotOn News | 11.01.2022, 08:09 Uhr
Smudo entwickelte die Luca-App mit. (dr/spot)
Smudo entwickelte die Luca-App mit. (dr/spot)

imago/Jürgen Heinrich

Die Luca-App steht derzeit in der Kritik. Nach einem Vorfall in Mainz, wo die Polizei unerlaubt die Daten nutzte, meldet sich nun Mitentwickler Smudo zu Wort.

Nach teils heftiger Kritik an der Kontaktnachverfolgungs-App Luca hat sich nun einer der Chefs zu Wort gemeldet. Der „Die Fantastischen Vier“-Rapper Smudo (53) entwickelte das Programm mit und sprach nun mit der „Bild“-Zeitung über die Vorwürfe: „Zugriff auf Daten erhält man nur, wenn Nutzer, Gesundheitsamt und das Lokal gemeinsam ihre Schlüssel teilen.“

Der Nutzer gebe seine Daten nach der Corona-Verordnung beim Betreten des Lokals ein und der Betreiber gebe diese nur auf Anfrage des Gesundheitsamtes weiter: „Wir als Luca-System sind außen vor und können in dem Prozess keine Daten lesen.“ Zuvor machte ein Fall aus Mainz die Runde und sorgte für heftige Reaktionen aus der Politik.

Nach einem tödlichen Sturz vor einem Restaurant in Mainz wertete die Polizei die Daten der dort verwendeten Luca-App aus, um Personen vor Ort identifizieren zu können. Die zuständige Staatsanwaltschaft räumte mittlerweile ein, dass das Vorgehen gegen die Vorschriften verstoßen habe. In der Folge musste sich auch Smudo in den sozialen Netzwerken Spott und Häme stellen. Doch die App trifft laut dem Musiker keine Schuld.

Politiker rufen zum Deinstallieren auf

Für vereinzelte Aufrufe von Politikern, die App zu deinstallieren, hat Smudo kein Verständnis: „Ich halte es für verantwortungslos, dass ein Aufruf von ein bis zwei mir bisher nicht bekannter Politiker dazu führen könnte, dass mitten in der pandemischen Lage Menschen die Luca-App löschen.“ Das Programm helfe effektiv mit, Infektionsketten zu unterbrechen, gerade im Blick auf Omikron.

Wer im Steilhang hänge, werfe doch auch kein Seil weg, so Smudo weiter. Statt mit Verboten zu poltern, sollten alle Instrumente konsequent eingesetzt werden. Man müsse flexibel bleiben, „gegen ein immer wieder Haken schlagendes Virus“. Er selbst habe als Band-Mitglied ein Interesse daran, das kulturelle Leben im Rahmen der Pandemie zu ermöglichen. Gerüchte über einen angeblichen Verkauf der App dementierte er energisch.