Studie zeigt: Trash-TV lässt Hirn schrumpfen und fördert Demenz

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16.09.2021 20:15 Uhr

Alle Welt liebt Trash-TV. Selbst ein akademischer Grad schützt nicht davor, sich regelmäßig in der medialen Unterschicht zu suhlen. Bis jetzt. Denn: Eine neue Studie der Johns Hopkins Universität enthüllt, dass zu viel Fernsehen das Volumen der grauen Hirnsubstanz verringert. Und nun?

Wer kennt dieses Szenario nicht? Der Arbeitstag war hart, die Kollegen nervig und der Stau auf dem Nachhauseweg zog sich wie Kaugummi. Was gibt es dann Besseres als vorfreudig den Schlüssel der Wohnungstür nach rechts zu drehen und tänzelnd in Richtung Couch die Melodie des Intros von „Die Alm“, „Love Island“oder „Kampf der Realitystars“ zu pfeifen?

Dem Abend steht nichts mehr im Wege: Medialer Input unter der Niveaugrenze. Zoff, Leidenschaft, Mobbing und Eskalation. All jene Attribute, die das Genre Trash-TV begehrenswert machen. Um es abzukürzen: Verstörend genial!

Kandidatinnen der Fernsehserie "Der Bachelor"
Der "Bachelor": Zwischen Tränen, Liebe und Zickenzoff

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Wissenschaft beweist: Trash-TV macht dumm

Das Problem am abendlichen Ritual: Fernsehkonsum lässt das Gehirn im mittleren Alter tatsächlich schrumpfen. Vor allem, wenn es um seichte Inhalte geht. Der amerikanische Forscher Dr. Ryan Dougherty von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore untersuchte die Auswirkungen, die ausgiebiger Fernsehkonsum von geistlosen Sendungen auf die Gehirne von 599 Menschen mittleren Alters hatte.

Einfach mal abschalten: Wie TV-Konsum dem Hirn schadet

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Trash-Festspiele können zu Demenz führen

Nun hatte Dauerglotzen noch nie einen guten Ruf, doch scheint tatsächlich das Niveau des Formates eine Rolle bei der allseits drohenden Verblödung zu spielen. Und so steht das aktuelle Forschungs-Ergebnis nicht aufseiten unserer abendlichen Trash-Festspiele wie „Der Bachelor“, „Promi Big Brother“ und Co.

Denn Menschen, die sich mehr als zwei Stunden von seichter Fernsehunterhaltung berieseln lassen, haben weniger graue Substanz im Gehirn. Demnach schrumpfte ihr Gehirn wortwörtlich. Schlimmstenfalls kann der Konsum von zu viel Flimmerkiste im Seniorenalter sogar zu Demenz führen.

Den US-Forschungsergebnissen zufolge war jede zusätzliche Stunde durchschnittlicher täglicher Fernsehzeit im Alter zwischen 30 und 50 Jahren mit einer 0,5-prozentigen Verringerung des Volumens der grauen Zellen verbunden.

Irreversible Schäden: Auch Sport bringt es nicht

Geht es noch schockierender? Ja. Denn nicht einmal ein gesunder Lebensstil mit Sport kann die negativen Effekte der Flimmerkiste aufwiegen. Anstelle Trash-TV-Binge-Watching schlägt Dr. Ryan Dougherty den Menschen eine andere Beschäftigung vor: Karten- oder Brettspiele. Was allerdings mit unserem Gehirn passiert, wenn wir neben einer Partie Schach parallel „Das Sommerhaus der Stars“ laufen haben, darüber schweigt die Studie. Hoffen wir das Beste. (MG)