NorditalienSuche nach tödlichem Gletscher-Unglück geht weiter

dpadpa | 08.07.2022, 10:08 Uhr
Ein Beamter der italienischen Polizei blockiert den Zugang zum Marmolata-Berg und zum Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen mit Absperrband.
Ein Beamter der italienischen Polizei blockiert den Zugang zum Marmolata-Berg und zum Punta-Rocca-Gletscher in den italienischen Alpen mit Absperrband.

Luca Bruno/AP/dpa

Feuerwehr, Polizei und Bergrettung suchen seit den frühen Morgenstunden weiter nach Verunglückten in den Dolomiten. Vergangenen Sonntag war eine Lawine abgegangen und hatte Bergsteiger verschüttet.

Nach dem tödlichen Gletscherabbruch an der Marmolata in Norditalien haben die Rettungskräfte die Suche nach möglichen Opfern am Freitagmorgen fortgesetzt.

14 Männer und Frauen der Feuerwehr, Polizei und Bergrettung sowie zwei Hunde hätten sich ab 6.15 Uhr in das Unglücksgebiet aufgemacht, teilte die Autonome Provinz Trient mit. Der Einsatz solle so lange dauern, wie es die Wetterbedingungen zuließen. Überwachungssysteme aus der Schweiz kontrollierten mögliche Bewegungen an der etwa zwei Kilometer langen abgegangenen Gletschermasse.



Bisher 10 Todesopfer

Bislang bestätigten die Behörden zehn Todesopfer, die am vergangenen Sonntag an dem Berg in den Dolomiten von einer Lawine aus Eis, Schnee und Geröll verschüttet wurden. Spezialisten der Carabinieri sollen nun die Identität von noch unbekannten Opfern klären, da Stand Donnerstagabend fünf Italiener weiter als vermisst galten. Unter den identifizierten Todesopfern sind vier Italiener und zwei Tschechen. Bei dem Unglück wurden außerdem acht Menschen verletzt, davon ein Mann und eine Frau aus Deutschland.

Die Unglücksursache führen Experten auf die Folgen des Klimawandels zurück. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen in dem Gebiet könnten zu Schmelzwasser geführt haben, das den Gletscherteil unterspülte und ihm den Halt am Fels nahm.