GeldschiebereienUdo Foht vor Gericht: Entdecker von Florian Silbereisen kündigt Erklärung an

Der frühere MDR-Unterhaltungschef Udo Foht verlässt nach dem ersten Prozesstag am Donnerstag das Landgericht Leipzig.
Der frühere MDR-Unterhaltungschef Udo Foht verlässt nach dem ersten Prozesstag am Donnerstag das Landgericht Leipzig.

Jan Woitas/dpa

dpadpa | 02.09.2022, 12:33 Uhr

Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung wird dem ehemaligen MDR-Mitarbeiter vorgeworfen. Jetzt wartet das Gericht auf ein „glaubhaftes Geständnis“ am 9. September.

Ex-MDR-Unterhaltungschef Udo Foht (71) will im Betrugsprozess um Geldschiebereien eine vom Gericht vorgeschlagene Verständigung annehmen. „Unser Mandant wird dem Verständigungsvorschlag der Kammer zustimmen“, sagte der Anwalt Lawrence Desnizza am Freitag im Landgericht Leipzig.

Udo Foht wird Bewährung in Aussicht gestellt

Das Gericht hatte Foht zum Auftakt des Prozesses bei einem „glaubhaften Geständnis“ eine Haftstrafe von höchstens einem Jahr und neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, in Aussicht gestellt. Anwalt Desnizza kündigte die Erklärung für den nächsten Verhandlungstag am 9. September an.

Die Staatsanwaltschaft wirft Foht Betrug, Untreue, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor. Die Fälle liegen schon lange zurück, die Vorwürfe wurden 2011 bekannt.

In der Branche um Geld gebettelt?

Der TV-Mann Foht soll immer wieder Musikmanager aus der Schlagerbranche und Fernsehproduzenten um fünfstellige Summen gebeten haben.  Das Geld werde für Produktionen benötigt. Mehrfach stellte Foht demnach eine Rückzahlung über den MDR in Aussicht, die laut Staatsanwaltschaft von dem Sender aber nie geplant war.

Laut dem Verständigungsvorschlag sollen die Anklagepunkte der Untreue und der Steuerhinterziehung eingestellt werden. Bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens gilt für Foht die Unschuldsvermutung.

Wer ist Udo Foht?

Udo Foht war zunächst beim Fernsehen der DDR im Unterhaltungsbereich tätig. 1991 bis 2011 war Foht Unterhaltungschef des MDR. Er gilt als Entdecker von Florian Silbereisen und hatte auch erheblichen Anteil an der Förderung der jungen Helene Fischer.

Foht hatte Silbereisen als Nachfolger von Carmen Nebel in der ARD-Show „Feste der Volksmusik“ durchgesetzt.

„Der kleine Mann mit dem gestutzten Bart“ (Der Spiegel) soll inzwischen in Süddeutschland unter anderem Namen arbeiten, trägt jetzt einen langen Pferdeschwanz.

(dpa/K&T)