Wladimir Putin: Können diese Frauen den Kreml-Kriegsverbrecher stoppen?

Leni HübnerLeni Hübner | 08.03.2022, 16:10 Uhr
Wladimir Putin umringt von Stewardessen in roter Uniform mit Blumensträußen
Wladimir Putin umringt von Stewardessen in roter Uniform mit Blumensträußen

Foto: IMAGO/ ITAR-TASS

Kriegstreiber und Kreml-Tyrann Waldimir Putin scheint nichts davon abzubringen, die Ukraine in Schutt und Asche zu legen. Weil die Diplomatie bislang an ihre Grenzen gerät, gibt es nur noch wenig Hoffnungen – und die sind weiblich.

Seit Tagen zeigt sich Kreml-Diktator Wladimir Putin erbarmungslos gegenüber der Ukraine. Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft dem russischen Despoten Kriegsverbrechen vor und der Westen scheitert daran, sich dem russischen Angriffskrieg auf diplomatischen Wegen entgegenzustellen. Aus Angst vor wirtschaftlichen Folgen oder einer Eskalation durch den Einsatz nuklearer Waffen fehlt es den Nato-Staaten an Vehemenz. So schein nichts Wladimir Putin aufhalten zu können.

Die Hoffnung ist weiblich

Doch nun gibt es neue Hoffnung! Während die ukrainische Bevölkerung über sich hinauswächst, um sich imKampf gegen die scheinbare Übermacht der russischen Arme zu behaupten, formiert sich in Russland nun ebenfalls eine  Widerstandsgruppe, die bereit ist, mit dem Mut der Verzweiflung gegen Putin vorzugehen: Die Mütter russischer Soldaten lassen sich nicht länger den Mund verbieten, wie ein Video zeigt, das gerade viral geht.

Frau in pinker Winterjacke wird von vermummten russischen Polizisten abgeführt
Wirklich mutig: Die meisten Anti-Kriegsdemonstranten in Moskau wissen, dass sie festgenommen werden.

Foto: IMAGO/ ITAR-TASS

Wie auch die Daily Mail berichtet, hat der russische Gouverneur Sergej Tsiwilew einer Gruppe versammelter Mütter bei einer Ansprache versehentlich verraten, dass ihre Söhne „benutzt“ werden. Daraufhin brach ein realer Shitstorm über ihn herein. „Wir wurden alle getäuscht, sie wurden als Kanonenfutter dorthin geschickt“, schreit ihm eine Mutter entgegen. Wie recht sie damit hat, beweisen auch andere Videos, die in den Netzwerken kursieren, in denen sich junge russische Soldaten dazu bekennen, sich vom Kriegseinsatz total überfordert zu fühlen.

Hier ist die Antwort auf die Frage: Wie tickt der Kriegsverbrecher Putin eigentlich privat?

Russische Mütter gegen den Krieg

Die meisten Frauen standen nach der Rede des Gouverneurs wohl erst einmal unter Schock, weil ihnen bewusst wurde, dass ihre Kinder tatsächlich ohne spezielle Vorbereitung an die Front geschickt wurden. Als Tsiwilew dann auch noch meinte, die „Operation“ werde nicht lange dauern, fand eine Frau dafür eine einfache Begründung: „Da sie alle getötet werden!“

Die ukrainische Regierung hat mittlerweile angeboten, dass russische Mütter ihre toten oder in Gefangenschaft genommenen Söhne selbst abholen dürfen. „Nachdem Putins faschistische Armee in den Luftraum eingedrungen ist und diesen geschlossen hat, geht das nur noch auf diesem Wege“, entschuldigt sich das ukrainische Verteidigungsministerium auf der eigenen Homepage für die ungewöhnliche Aktion.

Neues Gesetz erschwert Demonstrationen in Russland

Die Menschrechtsorganisation „Soldatenmütter von St. Petersburg“ berichten nun von einer Überlastung durch Anfragen von Eltern, die ihre Söhne aus der Armee befreien wollen. Viele von ihnen wurden während der Wehrpflicht unter Druck gesetzt, einen Zeitvertrag mit dem Militär abzuschließen. Zum Aufrüsten à la Putin gehört es eben, die Wahrheit zu verschweigen oder Lügen zu verbreiten. Und es ist gefährlich, sich dagegen aufzulehnen.

Da die Gesetzgebung in Russland nun soweit geändert wurde, dass allein das Schreiben eines Plakats, das sich gegen den Krieg und Putin richtet, schon mit 15 Jahren Gefängnis bestraft werden kann, sind es bisher nur wenige Hundert Mütter, die auf die Straße gehen. Zudem können jetzt ganz einfach hohe Geldstrafen verhängt werden. Ein Sprecher des deutschen Auswärtige Amts weist darauf hin, dass der Gesetzestext „sehr viele unbestimmte Begriffe enthält“, die im Zweifel gegen den Angeklagten ausgelegt werden.

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Nicht nur Jelena Osipowa, die durch ihre Verhaftung als älteste Aktivistin Schlagzeilen machte, stellt sich im hohen Alter gegen Putin.

Foto: IMAGO/ ITAR-TASS

Alexej Nawalnyruft Frauen zum Protest auf

Trotzdem gibt es mutige Menschen, die für die Freiheit in Russland harte Strafen in Kauf nehmen. Kreml-Gegner Alexej Nawalny hat mit Hilfe einer Videobotschaft seiner Sprecherin Kira Jarmysch aus aus der Gefangenschaft heraus alle Frauen aufgerufen, am Weltfrauentag gegen den Krieg auf die Straße zu gehen. Auf allen zentralen Plätzen im Land sollen Kundgebungen stattfinden, um zu zeigen, dass die Frauen den Krieg nicht wollen.

„Frauen verschwinden nicht, wenn der Krieg beginnt. Sie tragen im Krieg eine genauso große Last wie Männer – wenn nicht sogar eine größere“, sagt Jarmysch in der Botschaft. Gut 14.000 Menschen sollen seit Kriegsbeginn schon verhaftet worden sein, weil sie sich gegen den die „militärische Operation“ gestellt haben. Trotzdem wird erwartet, das viele Frauen diesem Aufruf folgen werden.

Was machen Wladimir Putins Töchter?

Einfluss nehmen könnten auch Putins Töchter auf die radikale Linie ihres Vaters. Leider scheinen Katerina Wladimirowna Tichonowa (35) und Maria Woronzowa (36) die Vorzüge des westlichen Lifestyles nicht so zu genießen wie die Oligarchentöchter Sofia Abramowitsch (27) Elizaveta Peskowa (24) und Maria Jumaschewa (19), die sich via Instagram schon klar gegen den Angriffskrieg gegen die Ukraine positioniert haben. Allerdings sind Sofias Beitrag und Elizavetas Account bereits gelöscht.

Putins Töchter ticken wohl einfach anders. Vor allen Dingen Katerina Wladimirowna Tichonowa gilt als heimliche Nachfolgerin von Waldimir Putin. Geboren wurde sie und ihre Schwester in Dresden, als ihr Vater dort als KGB-Agent tätig war. Später gingen die Mädchen auf deutsche Schulen in St. Petersburg und Moskau. Doch ihre Denkweisen sind wohl eher vom Osten geprägt. Katerinas Hauptstudienfach war Japanologie, heute soll sie im Bereich der Verwaltungswissenschaften forschen.

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Weltweiter Hass verbaut Putin die Zukunft

Trotzdem ist davon auszugehen, dass sich sowohl Katerina als auch Maria gegen eine Eskalation des Krieges aussprechen würden, wenn man sie fragen könnte. Sie sind jung und sie wollen leben – doch so einfach ist das natürlich nicht. Vielleicht kann Katerina mit viel Geschick Putin davon überzeugen, dass er durch seine Brutalität einen weltweiten Hass schürt, der den Wiederaufbau der russischen Großmacht nur erschweren wird.

Sie wird ihm Alternativen aufzeigen müssen, durch wirtschaftliche Macht und Verhandlungen mit anderen Staaten den Geist der Sowjetunion wachzurufen. Der Angriff auf die Ukraine wird nicht dafür sorgen, dass sich das osteuropäische Land sich wieder Russland unterordnen wird. Die Ukrainer wollen lieber sterben, als sich unterdrücken zu lassen. Das zeigen sie jeden Tag im Kampf und auf der Straße. Sollten die Russen siegen, werden sie schon bald mit einer Guerilla-Armee zu kämpfen haben.

Druck auf Geliebte in der Schweiz

Eine weitere Hoffnung liegt auf Alina Kabajewa, die als Geliebte Putins gilt. Angeblich soll sie mit den gemeinsamen vier Kindern im Schweizer Tessin leben. So berichtet Page Six davon, dass die beiden siebenjährigen Zwillingsmädchen und zwei kleine Jungen, deren Alter nicht bekannt ist, sogar Schweizer Pässe haben, ihre Mutter jedoch nicht. So könnte das noble Chalet, das ihnen als zu Hause dient, bald beschlagnahmt werden.

Das wird die ehemalige Olympionikin und „gelenkigste Frau Russlands“ sicher nicht gutheißen. Nachdem Putin sich 2014 von der Mutter seiner älteren Töchter – Ljudmila Alexandrowna Otscheretnaja – hat scheiden lassen, soll er sogar mit Kabajewa verheiratet sein. Offiziell bestätigt wurde das alles nicht. Dennoch wird man davon ausgehen können, dass für die vierfach Mutter der Spaß aufhört, wenn sie wegen eingefrorener Vermögen ohne Geld in der Schweiz auf der Straße steht.

Sorgender Familienvater oder nur ein Tyrann

Allerdings ist Putin bereit, auch Menschen aus seinem Privatleben zu opfern, um seine Ziele zu erreichen. So ist seine angebliche uneheliche Tochter Elizaveta Krivonogikh, die bei Instagram unter dem Namen Luiza Rozova eine kleine It-Girl-Karriere hingelegt hatte, seit letzten Oktober verschwunden. Seit verschiedene Medien – darunter auch wir – darüber berichtet haben, wurde ihr Account gelöscht.

Wie der Krieg nun enden wird und ob irgendwelche Frauen Wladimir Putin erfolgreich stoppen können, steht in den Sternen. Wir hoffen weiter, dass der Krieg in der Ukraine bald beendet wird und die Kriegsverbrechen gesühnt werden.