Mittwoch, 13. Mai 2020 15:46 Uhr

Helge Schneider: Unter diesen Bedingungen will er nie wieder auftreten

imago images / Marja

Helge Schneider braucht seine Bühne. Der Komiker und Musik-Allrounder kündigte nun aber an, sich vorerst zurückzuziehen, da er sein Publikum braucht. Klingt auf den ersten Blick widersprüchlich – ist es aber nicht.

Es könnte sein, dass wir den Entertainer womöglich nie wieder auf der Bühne sehen werde. Weil Helge Schneider nun schon  64 Jahre alt ist und es sich leisten könnte, demnächst in Rente zu gehen. Aber vor allem, weil es ihm keinen Spaß macht ohne Publikum zu spielen, wolle er vorerst nicht mehr auftreten.

Helge Schneider: Unter diesen Bedingungen will er nie wieder auftreten

Foto: Meine Supermaus

Helge kann so nicht arbeiten

Ganz bescheiden stellt sich der 64-Jährige in einem Facebook-Video vor: „Ich bin Komiker, Entertainer, Musiker, Komponist, habe auch schon Filme gedreht, Bücher geschrieben. Angefangen habe ich als Zeichner schon als Kind. Also mit anderen Worten: ich bin Künstler“. In dem Video, welches Helge Schneider am Dienstag hochlud, lässt er seinen Frustrationen über die derzeitige Situation freien Lauf.

„Meine Kunst lebt davon, dass ich ein Publikum habe. Das seid ihr“, heißt es weiter. „In letzter Zeit ist es für mich nicht möglich gewesen für euch aufzutreten. Das soll auch noch sehr lange so gehen“. Ihm selber gehe es aber trotzdem gut und er könne sich auch gut selbst unterhalten. Doch Performances vor Publikum fehle ihm schon. „Mein Leben ist auch meine Musik und meine Auftritte. Ich bin Auftreter. Ich sehe mich als Arbeiter“, beteuert das Improvisations-Talent resigniert.

Er kommt erst wieder, wenn alles ganz normal ist

Helge könnte es sich sicher leisten, in Rente zu gehen. Der Entertainer wird dieses Jahr immerhin schon 65. Er hält an der Idee fest, wie in alten Zeiten vor Menschenmassen aufzutreten, die sich nicht an die Abstandsregeln halten müssen: „Denn eins möchte ich schon mal klarstellen. Ich trete nicht auf vor Autos, ich trete nicht auf vor Menschen, die anderthalb Meter auseinander sitzen müssen und Mund-Nasenschutz tragen. Ich trete auch nicht auf in einem Internet, in einem gestreamten Programm.“

Er wüsste nicht, wie man „da reinkommt“ und hätte auch kein Interesse daran: „Ich kann nur eins sagen: Ich will mich damit auch nicht anfreunden, denn beim Streamen fehlt mir ein ganz ganz wichtiger Teil meiner Arbeit. Das seid ihr ja, ganz klar. Das funktioniert dann nicht.“

Sein Programm „Die Wiederkehr des blaugrünen Smaragdkäfers“, das von Oktober 2019 bis Juni 2021 laufen sollte, musste er Anfang März bis auf Weiteres unterbrechen. Sobald wird man ihn aber nicht sehen: „Meine Idee ist, erst wieder aufzutreten, wenn alle Freiheiten wieder da sind. Also wirklich alles. Ansonsten geht das nicht. Da muss ich konsequent bleiben“.

Schneider verabschiedete sich mit den tragischen Worten: „Aber wenn es so weitergeht, war’s das. Tschüss“. Großveranstaltungen sind bis August deutschlandweit verboten. Fraglich bleibt, ob die Lockerungen, die dann in Kraft treten, Helge’s Ansprüchen entsprechen.

 

 

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