27.04.2020 22:23 Uhr

Nina Ruge trauert um Schwester: „Die Emotion kommt noch mal ganz stark hoch“

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Moderatorin Nina Ruge (63) verbringt wegen der aktuellen Corona-Pandemie viel Zeit Zuhause und verriet nun, wie sie die ganze freie Zeit nun nutzt, wenn sie nicht gerade arbeitet.

„Ich beschäftige mich mit meiner Familien-Geschichte“, so Ruge. „Ich habe viele Ordner mit Briefen und Dokumenten über meine Familie und zu allem, was zum Leben meines Vaters, meiner Mutter und meiner Schwester gehörte.“ Alle drei seien leider schon gestorben.

Nina Ruge trauert um Schwester: "Die Emotion kommt noch Mal ganz stark hoch"

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„Nichts bleibt, alles vergeht!“

Außerdem gebe es von ihrer Familie einen langen Stammbaum – zum Teil jüdisch. „Mein Vater war im Holocaust im Lager, und ich habe so viele Sachen über diese Zeit gefunden, zum Beispiel seinen ,Opfer des Faschismus-Pass‘, verrät sie im Gespräch mit „Frau im Spiegel“.

Sie habe jetzt alles geordnet. „Es gibt nun fünf Ordner für die Familien-Geschichte, zwei für meine Vorfahren, zwei für Papa, einen dicken für Mama und einen für meine Schwester.“

Nina Ruges Schwester Annette, eng vertraut mit ihr, ist erst vor eineinhalb Jahren unerwartet verstorben. Ob das Sortieren auch bei der Trauer-Arbeit hilft? – „Die Emotion kommt noch Mal ganz stark hoch“, bemerkt die Moderatorin. „Aber es ist auch eine ganz große Dankbarkeit da, für die Zeit, die wir zusammen erlebt haben, die vielen Dinge, die wir gemeinsam unternehmen durften und die Erinnerungen, die einfach da sind und die mir niemand nehmen kann.“

Wenn wir uns auf Distanz und mit Mundschutz begegnen, dann kommt es umso mehr auf die positiven Vibrations an! Lächle das Leben an, dann lächelt es zurück.#Coronacare #augenlächeln

Gepostet von Nina Ruge am Freitag, 24. April 2020

„Ich habe ja leider keine Kinder“

Ihr sei dadurch sehr intensiv bewusst geworden: „Nichts bleibt, alles vergeht! Daher soll man das Geschenk des Lebens genießen! Ich darf noch da sein, meine Eltern und meine Schwester dürfen das nicht. Aber sie leben in mir weiter. Das macht das Leben oft so bitter-süß…“

Was sie später mit den vielen Akten-Ordnern machen will, weiß sie noch nicht. „Ich habe ja leider keine Kinder, an die ich diesen Reichtum an meiner sehr intensiven Familien-Geschichte weitergeben könnte. Das finde ich in der Tat richtig traurig. Aber mich hat es auf jeden Fall sehr bewegt, mich damit zu beschäftigen – teils bis mitten in die Nacht. Und das hätte ich in einer anderen Phase wahrscheinlich gar nicht tun können.“

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