13.05.2020 15:12 Uhr

Verschwörungstheorien: Sidos fragwürdiges Interview

imago images / Future Image

Verschwörungstheorien – soweit das Auge reicht: Besonders in Zeiten von Corona verkünden immer mehr Stars und Sternchen ihre krudem Thesen rund um Weltherrschaft und fremde Eliten. Neuzugang im Verschwörungs-Fahrwasser: Sido (39).

Der Rapper ist eigentlich zu schlau für konspiratives Geschwurbel, trotzdem hat er sich in einem aktuellen Video-Interview dazu hinreißen lassen, von der antisemitischen Rothschild-Theorie, Kinderblut, Medienverschwörungen und geheimen Mächten zu faseln.

Quelle: instagram.com

In einem Youtube-Interview mit Rap-Kollegen Ali Bumaye suggerierte der 39-Jährige, er glaube an die sogenannte QAnon-Theorie. Demnach soll eine angebliche Geheimregierung in Amerika („Deep State“) aus dem Blut gefolterter Kinder das Stoffwechselprodukt Adrenochrom gewinnen, damit Millionäre dieses als Verjüngungstrank zu sich nehmen könnten.

„Rapper aus der Frankfurter Ecke“

Zur Erinnerung: Kennen wir bereits von Xavier Naidoo, dem wohl bekanntesten Vertreter dieser Theorie. Doch plötzlich fängt auch Sido an, zu spekulieren und spricht von Kindern, die „auf unerklärliche Weise verschwinden“. Ali Bumaye will daraufhin von Sido wissen, was er denn von Xavier halte.

„Xavier ist zu tief drin“, antwortet der Rapper. Aber: „Ich kenn’ auch andere Rapper aus der Frankfurter Ecke, die mir erzählt haben, dass sie auch schon Kontakt mit komischen Menschen hatten, die ihnen komische Fragen stellten und ihnen klargemacht haben: Es gibt so was. (…) Ich will da auch gar nicht zu tief drüber reden, nachher setzen die Leute mir ’nen Aluhut auf, aber es sind alles Fakten.“

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Sido sieht Medien unterwandert?

Darüber hinaus kritisiert der Musiker in dem Video auch noch eine von ihm vermutete Medienverschwörung: „Wir brauchen alternative Medien“, so Sido. Die großen Medien seien „unterwandert“. „Die gehören alle irgendeinem reichen Typen, der versucht, dass er und seinesgleichen geschützt werden.“

Fakten würden nicht angemessen und unvoreingenommen untersucht werden: „Also brauchen wir alternative Medien, aber wir brauchen wahrhaftige, alternative Medien. Wir brauchen Leute, die gut recherchieren und auch mal sagen ‚Ich weiß es leider nicht hundertprozentig, aber es könnte so sein‘. Die sind sich aber alle immer so sicher. ‚Das ist so! Sido, dem sieht man das schon an. Der ist ein Illuminat‘.“

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Absage an Aluhut Xavier

Nach zahlreichen Medienberichten und Kritik an den Sidos verschwurbelten Aussagen Marke Verschwörungstheorie, hat sich der Musiker am Dienstag in seiner Instagram-Story zu den Vorwürfen geäußert. Er gibt zu, dass er sich „etwas differenzierter“ hätte ausdrücken müssen, „damit auch alle immer alles richtig verstehen“.

Generell steht Sido aber zu den Dingern, die er gesagt hat: „Ich sage es so wie es ist: ‚Ich glaube niemandem. Ich glaube nur, was ich mit eigenen Augen sehe. Ich glaube nicht der einen Seite. Ich glaube nicht der anderen Seite.’“ Soviel zum Thema Medienverschwörung.

Aber: Immerhin zu dem Vorwurf, er würde Xavier Naidoo Thesen unterstützen, äußert sich Sido klipp und klar – und wendet sich sogar direkt an den Musiker: „Sorry Xavier, auch wenn die das schreiben, ich habe dich nicht in Schutz genommen. Ich finde das einfach alles crazy.“

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