Harry und William: Darum ist der Thronfolger der coolere Prinz

Claudia HöchsmannClaudia Höchsmann | 04.11.2021, 14:18 Uhr
Harry und William: Darum ist der Thronfolger der coolere Prinz
Harry und William: Darum ist der Thronfolger der coolere Prinz

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Prinz William stand lange im Schatten seines umtriebigen Bruders Harry. Pflichtbewusst und skandalfrei ging er seinen königlichen Aufgaben nach, gründete eine Bilderbuchfamilie mit seiner Uni-Liebe Kate und hielt sich ansonsten auch immer eher zurück. Wirklich cool hat ihn das nicht gemacht. Doch das ändert sich nun und das hat scheinbar auch sein Bruder bemerkt.

Prinz William und sein Bruder Prinz Harry könnten unterschiedlicher nicht sein. Der eine (Prinz William) ist skandalfrei, pflichtbewusst und tendenziell etwas langweilig. Der andere (Prinz Harry) ist der Coole, machte in seiner Jugend mit zahlreichen Skandalen auf sich aufmerksam und lebt seit April dieses Jahres als Exilprinz in den USA (Stichwort: Megxit).

Cool vs. pflichtbewusst: Die ungleichen Prinzen

Als Erstgeborener und Thronfolger hatte Prinz William (39) natürlich schon von Geburt an mehr königliche Verpflichtungen als sein jüngerer Bruder Prinz Harry (37). Und diese haben in den letzten Jahren immer mehr zugenommen. Ob offizielle Auslandsreisen, staatliche Feierlichkeiten oder gesellschaftliche Events: die Aufgaben des Thronfolgers sind vielseitig. Eine persönliche Note hat er aber bisher vermissen lassen.

Ganz anders sein Bruder Prinz Harry. Als sechster in der Thronfolge hatte er schon immer mehr Freiheiten, seinen eigenen Weg zu finden. Und dieser liegt (nach einigen Eskapaden aus Jugendzeiten) genauso wie bei seiner Mutter Prinzessin Diana im sozialen Engagement. Schon im Alter von 22 Jahren gründete er mit dem Prinzen von Lesotho die Stiftung Sentebale, die sich um HIV-/AIDS-Waisen kümmert. Zwei Jahre später, im Alter von 26 Jahren, rief er die Invictus Games ins Leben. Bei dem Sportwettbewerb messen sich verwundete Soldaten miteinander und erhalten so die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt.

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Prinz Harry und Jon Bon Jovi auf der berühmten Abby Road zur Promi des Invictus Songs

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Harry: Die neue Freiheit als Exilprinz

Seit dem skandalträchtigen Megxit ist Prinz Harry völlig befreit von den lästigen königlichen Verpflichtungen und widmet sich zusammen mit seiner Frau Herzogin Meghan ganz der Entwicklung ihres Unternehmens Archwell. Mit der gemeinnützigen Stiftung Archwell Foundation, wollen sie vor allem soziale Projekte fördern und unterstützen. Diese sozialen Engagements haben Prinz Harry trotz der zahlreichen Skandale viel positives Feedback eingebracht.

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Prinz Harry und Herzogin Meghan

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Eine Beachtung, die Prinz William bislang fehlte. Er ist zwar mit einer sehr beliebten Frau verheiratet (die Briten lieben Kate!) und hat eine wahre Bilderbuchfamilie vorzuweisen, aber sonst? Ein Thema, mit dem er sich einen Namen machen kann, ähnlich wie das soziale Engagement seines Bruders, fehlte bisher. Das scheint er nun gefunden zu haben – und tritt dabei in die Fußstapfen seines Vater Prinz Charles.

William macht wie Charles auf Öko-Prinz

Prinz Charles, den man auch als Öko-Prinz bezeichnen kann, predigt schon seit Jahrzehnten einen nachhaltigen Lebensstil. Ob ökologische Landwirtschaft oder nachhaltige Modelinie, Prinz Charles liegt der Umwelt- und Klimaschutz am Herzen und hat davon scheinbar auch seinen Sohn überzeugt. Dieser trägt das Thema nun auf die Weltbühne und zeigt, dass ein Prinz William auch anders kann.

Im Oktober dieses Jahres wurde erstmalig der Earthshot Preis verliehen. Dieser hochkarätige Klimaschutz-Preis, der pro Gewinner mit 1 Million Pfund dotiert ist, wurde von Prinz William und der Royal Foundation ins Leben gerufen. Bis 2030 sollen jährlich fünf Projekte in den Kategorien Naturschutz, Meeresschutz, saubere Luft, Müllvermeidung und Klimaschutz ausgezeichnet werden.

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Prinz William und Herzogin Catherine auf der Weltklimakonferenz in Glasgow

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Prinz William: Klima ist das neue Cool

Für die Verleihung bat Prinz William unter anderem die Band Coldplay um Unterstützung, die gerade angekündigt hatten, ihre nächste Tour möglichst klimaneutral zu gestalten. Die Band performte ihren Song „My Universe“ und ließ den dafür benötigten Strom von 60 strampelnden Radfahrern erzeugen. Grüne Energie vom Feinsten!

Aber damit nicht genug, zusammen mit allen Finalisten und Gewinnern des Preises besuchten Prinz William und Herzogin Catherine die Weltklimakonferenz in Glasgow. Den Earthshot-Teilnehmern ermöglichte Prinz William damit, ihre Projekte auf einer Weltbühne zu präsentieren. Er selbst hat sich damit ganz nebenbei einen Namen in Sachen Klimaschutz gemacht. Cool!

Gönnt Harry William die Aufmerksamkeit nicht?

Also Ende gut, alles gut? Nicht so ganz. So viel Aufmerksamkeit für den Bruder scheint Prinz Harry nicht zu gefallen. Nicht anders ist es zu erklären, dass nur einen Tag, nachdem Prinz William auf der Weltklimakonferenz in Glasgow glänzen konnte, brisante Neuigkeiten von der Stiftung Archwell kommuniziert werden. Meghan und Harry planen, ihre Stiftung bis 2030 klimaneutral zu machen. Klima? War das nicht das Thema, das sich Prinz William neuerdings auf die Fahne schreibt? Richtig. Und nach Oprah und Netflix und Hollywood ist auch Harry auf den Klima-Trichter gekommen?

Das Timing ist stark verdächtig

Natürlich kann das alles Zufall sein, aber das Timing ist schon stark verdächtig. Warum Harry seinem Bruder die Show stehlen möchte, können wir nur vermuten. Ist es die Aufmerksamkeit, die er ihm nicht gönnen möchte? Oder hat er Angst, dass Prinz William mit seinem grünen Engagement am Ende beliebter wird, als er selbst? Oder womöglich noch nachhaltig cool? Nachhaltigkeit ist schließlich das wohl beste Thema, um sein Image aufzupolieren!

Vielleicht war es aber auch keine Berechnung – sondern einfach nur Zufall. Und ganz vielleicht finden die beiden ungleichen Prinzen auch in naher Zukunft auch wieder einen besseren Draht zueinander. Vielleicht sogar übers Klima. Immerhin sind sie Brüder. Und wir würden uns wünschen, dass Harry seinem Bruder den Erfolg gönnen kann. Alles andere wäre nämlich uncool. (CH)