Hinter verschlossenen TürenPrinz Andrew: So verhindern Charles und William die Comeback-Pläne

Leni HübnerLeni Hübner | 27.06.2022, 20:00 Uhr
Auf dem königlichen Balkon steht die Queen zwischen Prinz Charles und Prinz Andrew
Prinz Charles (li) und William mit seiner Familie (2. Reihe) bilden eine Einheit gegen Prinz Andrew (re). Die Queen (mi) steht in jeder Hinsicht dazwischen.

Foto: IMAGO/ PA Images

Wenige Monate nach dem Missbrauchsskandal will Prinz Andrew seine Arbeit wieder aufnehmen. Die Queen unterstützt ihn, doch Charles und William wollen die Rückkehr in royale Dienste verhindern.

Prinz Andrew (62) scheint wirklich der Lieblingssohn der Queen (96) zu sein. Anders ist es nicht zu verstehen, dass Elizabeth II. – wenige Monate nachdem er in einen der schlimmsten Missbrauchsskandale unserer Zeit verwickelt war – ihren Drittgeborenen zu einem Comeback verhelfen will. Bei Thronfolger Prinz Charles (73) und dessen Sohn Prinz William (40) stoßen ihre Pläne auf Widerstand.

Öffentlicher Auftritt von Prinz Andrew verhindert

Schon am 11. Juni ließ der Buckingham Palast verkünden, dass Prinz Andrew seine königlichen Pflichten wieder nachkommen wolle: „Es muss darüber nachgedacht werden, wie der Herzog bei dem Versuch unterstützt werden kann, sein Leben abseits der Öffentlichkeit langsam mit einer anderen Ausrichtung wieder aufzubauen.“ Für einen ersten Schritt hatte Andrews Büro beschlossen, den Herzog an der Zeremonie des Hosenbandordens teilnehmen zu lassen.

Trotz Warnung der Ärzte: Die Queen schwingt sich mit 96 wieder aufs Pferd

Der wichtigste Ritterorden Großbritanniens wird nur sehr wenigen Persönlichkeiten für besondere Verdienste verliehen. Insofern ist die Zeremonie ein Rahmen, in den Prinz Andrew mit seinen schlechten Vorbildeigenschaften und seinen kruden Moralvorstellungen so gar nicht passt. Das fanden auch Prinz Charles und Prinz William. Letztere soll sogar gedroht haben, nicht zu erscheinen, sollte Andrew dort auftauchen.



Wahnsinniger Comeback-Versuch

Ganz verhindern konnten Vater und Sohn die Teilnahme von Prinz Andrew an dem Termin nicht, aber er musste hinter verschlossenen Türen bleiben. Die Proteste der Briten richteten sich daher auch nur gegen Ex-Premier Tony Blair (69), der den Orden erhielt, obwohl er seit dem Irakkrieg als Kriegsverbrecher gilt. Ohne Einspruch erhielt hingegen Herzogin Camilla (74) die Auszeichnung.

Wie auch immer, Prinz Andrew hält wohl noch weiter an seinen royalen Resozialisierungsplänen fest. „Er ist wahnsinnig, wenn er glaubt, dass Charles oder William ihn jemals zurücklassen werden“, steckte eine Quelle der britischen Zeitung The Sun. Niemand außer der Königin will Andrew unterstützen. Eine andere Quelle vermutet: „Sein Comeback-Kampf ist wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt.“

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Prinz William ist nützlicher als Andrew

Prinz William, der als Herzog von Cambridge der Krone wichtige Dienste leistet und dessen Familie als mediale Geheimwaffe gilt, soll der Queen sogar ein Ultimatum gestellt haben. Wenn der Herzog von York, also Andrew, weiter darauf besteht, öffentlich aufzutreten, wird sich William zurückziehen. Wenn Andrew sich hingegen im Hintergrund hält, würde die Familie ihn weiterhin finanziell absichern.

Durch die Finanzierung kann die Familie Prinz Andrew kontrollieren. Ohne diese Absicherung käme der in Ungnade gefallene Herzog vielleicht auf die Idee, Enthüllungsbücher zu veröffentlichen oder gegen Geld Interviews zu geben, die für die royale „Firma“ nicht so einfach auszubügeln wären. Doch für Andrew, der absolut pleite ist, ist es natürlich auch einfacher, sich an die Palast-Spielregeln zu halten und dafür zu kassieren.

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Prinz Charles hat seinen Bruder in der Hand

Zudem steht er in der Schuld von Prince Charles – auch wenn Prinz Andrew nicht unbedingt ein Ehrenmann ist, kann er es sich nicht leisten, aufzubegehren. Nachdem sich Prinz Andrew aus dem Missbrauchsskandal mit seinem Freund Jeffrey Epstein durch einen Vergleich mit Virginia Giuffre (38) winden konnte, obwohl die ihn angeklagt hatte, sie als Minderjährige missbraucht zu haben, lieh Charles ihm über 8 Millionen Euro, um den ausgehandelten Schadenersatz zu zahlen.

Ein weiteres Argument für Andrew, die Füße still zu halten, dürfte auch sein Wohnrecht auf der Royal Lodge in Windsor sein. Hier ist er vor Paparazzi und Protestlern geschützt. Neben seinen Töchtern Beatrice (33) und Eugenie (32) empfängt er hier nur noch wenig Besuch. Immerhin lebt seine Ex-Frau Sarah Ferguson (62) wieder mit ihm zusammen und steht ihm in jeder Weise bei.

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Beliebtheitswerte von Prinz Andrew im Keller

Laut einer Online-Umfrage von YouGov haben nur noch 5 Prozent der Briten eine positive Meinung über Prinz Andrew. So musste auch die Queen im März einen Shitstorm erleben, als sie ausgerechnet an der Seite von ihrem Lieblingssohn zum Gedenkgottesdienst für ihren verstorbenen Mann Prinz Philip erschien. Aufgeben wird seine Mutter ihn nie, egal wie groß der Druck von außen ist, aber sie kann es sich nicht leisten, für ihn auf Charles und William zu verzichten.

Es heißt, der Queen falle es nicht immer leicht, Entscheidungen zum Wohl der Monarchie zu treffen, wenn familiäre Gefühle im Spiel seien. Das zeigt sich bei Prinz Andrew, aber auch bei Prinz Harry (37). Zu dem „Verräter“ soll Elisabeth II. immer noch ein inniges Verhältnis haben, das sie mit Video-Calls aufrechterhält. Auch hier sind es eher William und Charles, die Harrys Interviews kritisch sehen. Doch Harry ist nicht mit Andrew zu vergleichen: Für den Herzog von York ist der royale Ofen aus, während Harry seine Sympathiewerte im Königreich auch wieder steigern kann.