Prinz Harry und Prinz William: Bruderkrieg und Lügenmärchen

Mareile MorawietzMareile Morawietz | 24.11.2021, 15:15 Uhr

Foto: IMAGO/ i Images

Einst galten Prinz William und sein Bruder Prinz Harry als unzertrennlich. Doch der Megxit, krasse Gerüchte und eine BBC-Doku zeigen ein anderes Bild, das dem Palast missfällt.

Normalerweise lassen sich Royals keine Gefühlsregungen anmerken, zumindest nicht, wenn böse Gerüchte verbreitet werden. Doch von der BBC-Doku „The Princes and the Press“ distanzieren sich gleich drei offizielle Stellen. So lässt der Buckingham Palace, der Kensington Palace und das Clarence House „enttäuscht“ verlauten, der Sender habe mit dem Film „übertriebene und unbegründete Behauptungen“ aufgestellt.

Die Royals wehren sich

Eine dieser „übertriebenen und unbegründeten“ Behauptungen ist, dass die Sticheleien und rufschädigenden Anschuldigungen gegen Herzogin Meghan (40) aus dem „Team William“ stammen. So muss Prinz William (39) zumindest davon gewusst haben, welche Kampagne gegen die Sussexes gefahren wird, wenn er sie nicht gar initiiert hat.

Diese Recherche, falls sie so seriös ist, wie die BBC behauptet, lässt sich nur schwer widerlegen. Und auch wenn William sicher nicht mit seinem Bruder Harry (36) brechen wollte, könnte genau dieser Bruch nun bevorstehen. Vielleicht haben die Queen (95), Prinz Charles (73) und Prinz William selbst im Vorfeld versucht, die Ausstrahlung zu verhindern.

Was ist der Grund für die Fehde?

Obwohl der Vorwurf schwer wiegt, ist nicht ganz klar, warum Prinz William derlei negative Berichte unterstützt haben sollte. Laut Omid Scobie (40), Ex-Boulevardjournalist und seit seinem Buch „Finding Freedom“ angeblich ein Vertrauter von Harry und Meghan, soll William für die Leak-Unterstützung bessere Schlagzeilen für ihn und seine Frau Kate ausgehandelt habe.

Das wirkt nach einer sehr mauen Abmachung, für die man kaum seinen Bruder verkaufen würde. Oder? William Shakespeares, sozusagen der erste Insider, der royale Verwicklungen publik machte, hat jedoch in seinen Dramen gezeigt, dass selbst die geringsten Beweggründe zu heftigen Auseinandersetzungen führen können.

Die unzertrennlichen Brüder

Dabei waren Harry und William immer unzertrennlich. So soll William den kleinen Bruder seit dessen Geburt abgöttisch geliebt haben, das verriet ihre gemeinsame Mutter Diana 1985. Auch in den Zeiten, in denen Harry das Enfant terrible war, das mit Partys, Drogen und Entgleisungen Schlagzeilen machte, verlor William kein schlechtes Wort über ihn.

„Wir befinden uns auf zwei unterschiedlichen Wegen, aber wir werden immer füreinander da sein“, meinte William noch vor zwei Jahren und zur selben Zeit sagte Harry: „William und ich sehen uns nur noch selten, weil wir beide so beschäftigt sind. Aber nichtsdestotrotz liebe ich ihn sehr.“ Also: Was ist passiert?

Endgültiger Bruch wegen Nichtigkeiten

Kann Meghan, die bürgerliche Amerikanerin mit anderen Werten und Freiheitsvorstellungen, die beiden Brüder wirklich auseinandergetrieben haben? Als William mit Kate zusammenkam, war das für Harry kein Problem. Und nun? Die Vorwürfe gegen Meghan sind einfach zu heftig, als dass sie wahr sein könnten: Harry, wie verliebt er auch sein mag, hätte doch sicher schon mal darüber nachgedacht, was an den Schlagzeilen dran ist, wenn sie in irgendeiner Art glaubwürdig wären.

Für ihn ist es unerträglich, Lügenmärchen in der Presse zu lesen. Er hasst die Hetzjagden der Paparazzi und die ewige Suche nach neuen, verletzenden Themen, die breitgetreten werden. Harry verbindet damit das Schicksal seiner Mutter Diana. William hingegen, der mit Sicherheit ähnliche Gefühle hat, wurde von Anfang zum Thronfolger erzogen. Er hat es verinnerlicht, keine Gefühle preiszugeben. Seine Attacken gegen die Presse sind stets hochoffizieller Natur. Passt da ein Packt mit dem Boulevard-Teufel ins Bild?

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Royale Opfer der Presse

Übrigens ist es vor allem Harry, der unter den offensiven Methoden der Presse zu leiden hat. Bereits Harrys Ex Chelsy Davy wurde von einer Zeitung abgehört und ausspioniert. Der beauftragte Privatdetektiv Gavin Burrows sagte jüngst der BBC, es sei lukrativer eine Story über Harry zu bringen als über William. Macht das den Positive-Schlagzeilen-Deal des Thronfolgers damit nachvollziehbarer? Obwohl die Artikel über William und Kate seit jeher sauber und wenig skandalös sind?

Die offizielle Erklärung der königlichen Hoheiten diente übrigens als Abschluss der Doku. Auch eine Art, Marketing zu machen und sich den Inhalt als brandheiß absegnen zu lassen. „Eine freie, verantwortungsvolle und offene Presse ist für eine gesunde Demokratie von entscheidender Bedeutung“, heißt es da: „Allerdings werden allzu oft überzogene und unbegründete Behauptungen aus ungenannten Quellen als Tatsachen dargestellt, und es ist enttäuschend, wenn ihnen irgendjemand, einschließlich der BBC, Glaubwürdigkeit verleiht.“

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Nächste Folge steht aus

Auf den ersten Streich folgt am 29. November der zweite: Dann wird die nächste Folge der Doku auf dem Sender BBC ausgestrahlt. Darin wird genau die besagte Harry-Meghan-Zeit von 2018 bis 2021 beleuchtet, die zum Ende einer Ära geführt hat. Welche Wahrheit da auch immer ans Licht kommt, sie ist eine Überprüfung wert.