Das sagt der AnwaltProzess gegen Andrew: Muss er peinliche Fragen über seinen kleinen Prinzen beantworten?

Anna MankAnna Mank | 13.01.2022, 21:43 Uhr
Prozess gegen Andrew: Muss er peinliche Fragen über seinen kleinen Prinzen beantworten?
Prozess gegen Andrew: Muss er peinliche Fragen über seinen kleinen Prinzen beantworten?

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Epstein-Opfer Virginia Giuffre will gegen Prinz Andrew vor Gericht ziehen, sie wirft dem Royal sexuellen Missbrauch vor. Beim Prozess könnte es laut Rechtsexperten zu intimen Fragen kommen.

Aus dieser Sache kommt der Briten-Royal wohl nicht mehr raus: Jeffrey-Epstein-Anklägerin Virginia Giuffre (38, geborene Roberts) will Prinz Andrew (61) zur Rechenschaft ziehen. Giuffre beschuldigt den zweitältesten Sohn von Queen Elizabeth II. (95), sie als Minderjährige zwischen 1999 und 2002 dreimal zum Sex mit ihm gezwungen zu haben – Anschuldigungen, die Prinz Andrew ausdrücklich von sich weist.

Im Herbst dieses Jahres könnte es daher zu einem der spektakulärsten Prozesse aller Zeiten kommen. Zwar bietet sich dadurch selbstredend die Möglichkeit auf einen Freispruch für den Prinzen. Der Royal müsste jedoch unter Eid zu den Vergewaltigungs- und Missbrauchsvorwürfen Rede und Antwort stehen. Und: Er müsste eventuell intimste Fragen beantworten.

Wie Rechts-Experten jetzt verlauten ließen, sei es möglich, dass man den Royal im Prozess zu seinen Geschlechtsteilen, seinem Sex-Leben und seiner Ehe befragen werde.

Muss Virginia Giuffre Andrews Genitalien beschreiben?

Rechtsanwalt Spencer Kuvin, der die Opfer des verurteilten Sexualstraftäterts Jeffrey Epstein († 66) vertritt, ist sich sicher: „Ganz ohne Frage wird der Prinz zu seinen Genitalien befragt werden. Nichts ist undenkbar. Denn wenn ein minderjähriges Mädchen beschreiben kann, wie das Geschlechtsteil des Herzogs von York aussieht – wie sollten sie dann keine Beziehung zueinander gehabt haben?“

Prinz Andrew soll bereit sein, „alles Notwendige“ zu tun, um den Missbrauchsprozess zu beenden.

Im Prozess gegen Prinz Andrew: Muss er jetzt Fragen über sein Genital beantworten?
Virginia Giuffre geht gegen den Briten-Royal vor

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Andrews Töchter könnten vorgeladen werden

Als mögliche Zeugen für den Prozess sind Andrews Ex-Frau Sarah, genannt Fergie (62), und seine Töchter Beatrice (33) und Eugenie (31) im Gespräch. Der Prinz habe während der Befragungen seine ehemalige Frau, sowie seine Töchter erwähnt. Rechtsanwalt Kuvin zur „Sun“: „Sie können demnach vorgeladen werden. Theoretisch könnten die Anwälte auch die Queen vorladen, aber da sie das Staatsoberhaupt ist, wird das praktisch nicht umsetzbar sein.“

Ein genaues Datum für den Prozess gegen den jüngsten Sohn der britischen Königin steht noch nicht fest, Beobachter rechnen jedoch damit, dass das Verfahren zwischen September und Dezember dieses Jahres stattfinden wird.

Im Prozess gegen Prinz Andrew: Muss er jetzt Fragen über sein Genital beantworten?
Standen sich immer nahe: Queen Elizabeth mit ihrem jüngsten Sohn Andrew

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Der Ruf des Royals ist ruiniert

Unabhängig von Prinz Andrews Strategie, sogar unabhängig vom Ausgang eines potenziellen Gerichtsverfahrens, sehen Experten Medienberichten zufolge den Ruf des Royals „irreparabel beschädigt“. Andrews inzwischen abgeschmetterte Bitte, die Klage aufgrund eines Vergleichs von 2009 zwischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und Guiffre abzuweisen, werde als „riskante Aktion“ angesehen, die ihn die allerletzten Sympathiepunkte gekostet haben könnte.

Mehr noch sei das Ansehen der gesamten Königsfamilie durch den Skandal inzwischen schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Jeder Versuch, sich wieder ins rechte Licht zu rücken oder zu rehabilitieren, könnte den gegenteiligen Effekt haben. Als einzige Lösung wird genannt, dass sich Prinz Andrew wohl für immer aus der Öffentlichkeit zurückziehen müsse. Kein leichtes Unterfangen bei einer Familie, die so sehr im Rampenlicht wie jene der Queen steht.