Sein Sohn wollte die Queen ermorden: „Etwas ist schrecklich falsch gelaufen“

Anna MankAnna Mank | 28.12.2021, 19:15 Uhr
Sein Sohn wollte die Queen ermorden: „Etwas ist schrecklich falsch gelaufen“
Sein Sohn wollte die Queen ermorden: „Etwas ist schrecklich falsch gelaufen“

IMAGO / ZUMA Press

Am ersten Weihnachtsfeiertag verschaffte sich ein mit einer Armbrust bewaffneter Mann über eine Strickleiter Zugang zu Schloss Windsor, der Residenz von Queen Elizabeth II.. Beschuldigt wird ein 19-Jähriger.

In einem zuvor aufgenommenen Video, das er um 8.06 Uhr auf der Social-Media-Plattform Snapchat postete, hatte der Eindringling die Ermordung der Queen angekündigt. 24 Minuten später wurde er verhaftet, steht seitdem unter ärztlicher Aufsicht. Die Queen kam mit dem Schrecken davon.

Der Schüler Jaswant Singh Chail soll für den schockierenden Plan und den beängstigenden Clip verantwortlich sein, berichten britische Medien. Nun spricht der Vater des erst 19-jährigen Mannes über den schockierenden Plan seines Sohnes.

Grausames Video

In dem Clip hantiert ein Maskierter mit einer Armbrust. „Ich werde versuchen, Elizabeth, Queen der Royal Family, zu ermorden“, sagt die Gestalt mit verzerrter Stimme. Es handele sich um Rache für das Massaker von Amritsar 1919. Damals hatten britische Truppen in der indischen Stadt Amritsar das Feuer auf Demonstranten eröffnet, Hunderte wurden getötet. Indien war früher britische Kolonie.

Die britische Polizei teilte mit, sie prüfe die Aufnahmen, die die Zeitung „The Sun“ am Montag veröffentlichte. Der Buckingham-Palast wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

Dieser Teenager soll das Attentat geplant haben

ER soll das Video erstellt und für das geplante Attentat verantwortlich sein: Jaswant Singh Chail. Laut der britischen „Daily Mail“ handelt es sich bei dem Beschuldigten um den Sohn des 57-jährigen Software-Ingenieurs Jasbir Singh Chail. Das familiäre Umfeld des Teenagers ist gut situiert, die Familie lebt laut „Daily Mail“ in einem knapp 600.000 Euro teuren Privatanwesen im Dorf North Baddesley in der Grafschaft Hampshire.

Im Gespräch mit dem Briten-Blatt äußerte sich Vater Jasbir Singh Chail erstmals zu den Vorkommnissen. Ihm zufolge sei mit seinem Sohn „etwas fürchterlich falsch gelaufen“, so der bestürzte IT-Unternehmer. „Wir versuchen herauszufinden, was das war.“ Jasbir Singh Chail weiter: „Wir hatten bislang keine Gelegenheit, mit ihm zu sprechen, aber wir versuchen, ihm die Hilfe zukommen zu lassen, die er braucht. Wir machen eine schwere Zeit durch – wir versuchen, dieses Problem zu lösen, und es ist nicht einfach.“

„Ein bisschen seltsam und meistens sehr still“

Auf Fotos, die die Zeitung veröffentlichte, ist ein schlaksiger junger Mann zu sehen, der unsicher in die Kamera lächelt – ein absoluter Kontrast zu dem unheimlichen Video, das Jaswant Singh Chail an Bekannte schickte, bevor er in den Palast eindrang.

Seine Mitschüler beschreiben den 19-Jährigen als einen „Querkopf“, der gerne versuchte, andere mit „unangebrachten Witzen“ zum Lachen zu bringen. Ein Schüler sagt über Jaswant Singh Chail, den seine Freunde nur Jas nannten: „Er war immer ein bisschen seltsam und meistens sehr still.“

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IMAGO / i Images

Die Queen entging dem Anschlag nur knapp

Der Eindringling sei innerhalb der Schlossmauern bis auf 500 Meter an die Privatgemächer der Queen herangekommen, bevor er festgenommen wurde, berichtete die britische „Sun“. Ein Sicherheitsbeamter gab an, der bewaffnete Mann habe „nicht so recht gewusst, was er tun sollte“ und konnte deshalb schnell dingfest gemacht werden.

Trotz des Vorfalls besuchten Thronfolger Prinz Charles (73) und seine Gattin, Herzogin Camilla (74), sowie der jüngste Queen-Sohn Prinz Edward (57) mit seiner Ehefrau, Fürstin Sophie (56), und den beiden gemeinsamen Kindern am ersten Weihnachtsfeiertag einen Gottesdienst auf dem Gelände der Queen-Residenz.