Das Haus ergonomisch einrichten

Manche Kochinsel lässt sich höhenverstellen. Wie das Beispiel von Team 7.
Manche Kochinsel lässt sich höhenverstellen. Wie das Beispiel von Team 7.

TEAM 7/dpa-tmn

01.09.2021 16:53 Uhr

Es ist unbequem, an einem zu niedrigen Tisch zu sitzen oder an einer zu hohen Spüle zu stehen. Man kann sein Zuhause aber passender einrichten, selbst wenn der Partner viel größer oder kleiner ist.

Sie ist 1,60, er 1,90 Meter: Solche ungleich groß gewachsenen Paare sind gar nicht so selten. Was, wenn sie ein gemeinsames Haus bauen?

Wo hängt der Spiegel im Bad, damit beide gut reinschauen können?Wie hoch sollen die Arbeitsflächen in der Küche sein? Gibt es passende Sofas für solche Größenunterschiede?

Die Antwort ist ja. Und es handelt sich nicht um einen Kompromiss. Denn werden Durchschnittsmaße angesetzt, kommt keiner von beiden zurecht, sagt Detlef Detjen von der Aktion Gesunder Rücken. Nach Möglichkeit sollte daher jeder Partner ergonomisch zu ihm passend wohnen und arbeiten können. Besonders wichtig ist das in Bereichen, in denen Tätigkeiten häufig und über längere Zeit ausgeführt werden.

Höhenverstellbare Kücheninsel und ziehbare Hängeschränke

Und das ist machbar, sogar in der Küche. „Dort könnte zusätzlich zur normalen Arbeitsfläche ein Sideboard mit einer höheren Arbeitsfläche aufgestellt werden“, schlägt Rückenexperte Detjen vor. Hier kann der größere Partner dann ganz entspannt und auch über längere Zeit rückenfreundlich arbeiten.

Eine andere Lösung für unterschiedlich große Paare sind höhenverstellbare Kochinseln. „Mit Hilfe eines elektromotorischen Antriebs lässt sich die Arbeitshöhe um bis zu 20 Zentimeter anheben oder absenken“, erklärt Christine Scharrenbroch vom Verband der Deutschen Möbelindustrie.

Ein Problem für kleinere Menschen sind oft Hochschränke in der Küche. Nun kann man natürlich einen Hocker nehmen, um als kleinerer Mensch von ganz oben etwas herauszuholen – aber es geht auch eleganter, wer etwas investieren kann. Es gibt Hochschränke mit speziellen Regalen aus Metallgestellen, die durch einen Griff aus dem Gehäuse nach unten gezogen werden können, erklärt Christine Scharrenbroch.

Ihr Tipp: Backöfen und Geschirrspüler sollten nicht ganz unten, sondern auf mittlerer Höhe eingebaut werden, damit beide Partner gut herankommen.

Absenkbare Waschtische – oder ein Hocker

Eine Lösung im Badezimmer können höhenverstellbare Waschtische sein, die ursprünglich mit dem Gedanken entwickelt wurden, dass man sie für Rollstühle herabsenken kann. Inzwischen hat auch mancher übliche Badausstatter diese Idee weiterentwickelt und den Keramiken eine stylische Optik verpasst – und bewirbt sie etwa für Senioren zum Hinsitzen beim Zähneputzen und für Haushalte mit kleineren Kindern.

Aber die Idee setzt sich bislang kaum beim Verbraucher durch, berichtet Jens Wischmann von der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft. Er vermutet, dass das daran liegen könne, dass man nur kurz davor stehe – etwa, um sich die Zähne zu putzen. Die meisten Kunden wählten lieber ein Standardwaschbecken.

Wischmann gibt hierzu den Tipp, dieses nicht zu tief anzubringen. Es ist für den größeren Partner unangenehmer, sich immer wieder tief nach unten beugen zu müssen. Wohingegen der kleinere Partner mit einem kleinen Hocker einen Höhenunterschied nach oben rückenfreundlicher ausgleichen könne. Übrigens: Es gibt auch Spiegel, die sich hochfahren und absenken lassen.

Vom Bad ins Wohnzimmer, wo man in Sesseln und auf Sofas viel Zeit verbringt. Umso wichtiger ist es gerade hier, dass Höhe und Tiefe der Sitzmöbel passen. „Der Rücken wird es danken, wenn der Lieblingsplatz auf die Körpermaße abgestimmt ist“, sagt Detjen. Für Menschen unterschiedlicher Größe bieten die Hersteller Garnitur-Elemente in verschiedenen Größen an. Individuell an die einzelnen Körpermaße angepasst sollten vor allem Relax- und Aufstehsessel sein, rät der Rückenexperte.