Das Interesse am Eisbaden wächst

Seit sechs Jahren treffen sich die Frauen und Männer von den Hasselfelder Eisperlen wöchentlich zum Eisbaden. Anfänger müssen langsam mit der Gewöhnung an das eiskalte Wasser beginnen.

Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

12.02.2021 12:15 Uhr

Eisbaden ist eine durchaus risikoreiche Freizeitbeschäftigung. Trotzdem findet der Sport immer mehr Anhänger. Neulinge sollten sich jedoch unbedingt gut vorbereiten.

Winterschwimmen und Eisbaden locken immer mehr
Neugierige und Interessenten an. Bereits vor der Corona-Pandemie habe
es verstärkte Anfragen gegeben, sagte Jelena Bundesmann vom Verein
Berliner Seehunde“.

Inzwischen sei der Verein von 60 auf mehr als 125 Mitglieder
gewachsen und habe einen Aufnahmestopp erlassen. „Aber wir sehen
auch, dass derzeit noch mehr Menschen ins kalte Wasser gehen. Das
Interesse ist gestiegen. Vielleicht auch weil die
Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt sind und die Menschen mehr Zeit
haben und raus wollen.“

Auch das Gesundheitsbewusstsein spiele eine Rolle, sagte Bundesmann.
„Manche sagen, das Eisbaden tue ihnen gut, sie hätten weniger
Erkältungen und seien besser durchblutet. Oder es hilft gegen
Rückenschmerzen.“

Nur mit langsamer Gewöhnung

Bundesmann rät Anfängern, langsam mit der Gewöhnung an das kalte bis
eiskalte Wasser beginnen und vorsichtig zu sein: „Nicht alleine
schwimmen, in flach abfallendes Wasser und nicht direkt ins ganz
Tiefe reingehen, nicht ohne Sicherung in Löchern im Eis baden.“
Anfangs sei Eisbaden im Stehen oder Sitzen besser als minutenlanges
Eisschwimmen. Neopren-Schuhe, eine Mütze und warme Kleidung zum
schnellen Anziehen danach sei außerdem nützlich.

Unbedingt sollte jeder beim Winterbaden auf sein eigenes Empfinden
hören und sich zu nichts zwingen. Das Wetter könne eine große Rolle
spielen. Minustemperaturen mit Sonne, aber ohne Wind könnten für
viele angenehmer sein als Winterbaden bei fünf Grad plus und heftigem
Wind. „Da spielt auch eine gefühlte Komponente eine Rolle.“

Tödlicher Badeunfall

Über den Badeunfall, bei dem am Mittwoch ein Mann in einem eiskalten
Berliner See starb, sagte Bundesmann: „Es ist risikoreich. Es ist ein
Schock für den Körper. Und mit dem Kopf unter Wasser in Eiswasser zu
schwimmen, würde ich niemandem empfehlen, der es nicht sehr lange
geübt hat und Schritt für Schritt vorgegangen ist. Wir fangen bei uns
ja auch nicht ohne Grund mit der Saison im Herbst an. Und schwimmen
jede Woche in die Kälte hinein.“

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