Iris ist die etwas anderen Frühlingsblüher

Viele Schwertlilien (im Bild: Iris-Hollandica-Hybride) tragen leuchtende Farben - sie sind schließlich auch nach der Göttin des Regenbogens benannt.

Andrea Warnecke/dpa-tmn

17.02.2021 15:47 Uhr

Krokus, Narzissen, Hyazinthen - das sind klassische Frühlingsblüher, die jeder kennt. Aber wussten Sie, dass es von den Schwertlilien - ebenfalls frühblühende Varianten gibt?

Iris ist die Göttin des Regenbogens – und nach ihr benannt wurde eine Pflanze, deren Blüten in schillernden Farben dem Wetterphänomen in nichts nachstehen. Vor allem jene Arten und Sorten, die schon im zeitigen Frühjahr austreiben, während der restliche Garten noch recht farblos ist.

Die Ersten: Netz-Iris und Danford-Schwertlilie

Bekannt und beliebt ist die auch Schwertlilie genannten Iris zwar als Sommerblume. Doch etwa die Netz-Iris (Iris reticulata) erblüht schon Ende Februar bis Anfang März. „Einige Wochen später folgt Danford’s Iris, also Iris danfordiae“, sagt die Iris-Spezialistin Regina Uhl aus Laufen (Südbaden).

Beide Arten stammen aus hohen Gebirgslagen in der Türkei, dem Kaukasus sowie dem Iran und Irak. „Sie wachsen dort in der Gesellschaft von ganz vielen kleinen Frühlingsblühern“, ergänzt Miek Stap, Agrar-Ingenieurin aus Ostingersleben (Sachsen-Anhalt). Sie sind daher auch hierzulande eine Ergänzung der ersten Blüher im Frühling.

Während Danford’s Iris mit goldgelben Blüten die Sonne widerspiegelt bildet die klassische Netz-Iris eine große Bandbreite an Farben aus – von Blau wie die Sorten ‚Harmony‘ und ‚Alida‘ über Violett wie Pauline‘, aber es finden sich auch gelbe und weiße Sorten.

Und die neuen Züchtungen spielen sogar mit den Farben. Stap nennt als Beispiel die Sorte ‚Sea Breeze‘, die weiße Blüten mit blauen Streifen hat. „’Kameleon‘ hat gelbe Blüten mit blaugrauen Punkten und Maserungen.“ Eine besondere Sorte ist auch ‚Katharine Hodgkin‘ – seit über 70 Jahren im Handel und keine reine Iris reticulata – mit hellgelben Blüten mit blauen Adern.

Vorgezogene Iris gibt es im Handel

Gesetzt werden diese Iris schon im Herbst. Aber gute Nachrichten: Wer das Pflanzen im Herbst verpasst hat, findet im Frühling im Handel vorgetriebene Exemplare in Töpfen. Hierzu rät Stap: „Man sollte die Blüte unbedingt vor Frost schützen.“ Vor allem, wenn es während der Nächte zum Winterende noch kalt wird, empfiehlt sie einen Standort direkt am Haus. Oder man deckt die Pflanzen nachts mit Vlies ab.

Die kleinen Schwestern der Sommer-Iris: Zwerg-Iris

Es gibt noch eine Gruppe frühblühender Schwertlilien, die Iris barbata-nana oder auch als Zwerg-Iris bekannt. Sie haben keine Zwiebeln, sondern bilden Rhizome, ein System unterirdischer Sprossachsen. Und sie wirken wie eine Miniaturform der hohen sommerblühenden Schwertlilien.

Ihr Vorteil ist ihre völlige Anspruchslosigkeit und die Winterhärte, erklärt Uhl. Und die Iris barbata-nana vertragen Trockenheit gut.

Unter den Iris sind auch ihre Blüten auffällig, denn der Bart an den Hängeblättern steht oft farblich in starkem Kontrast zu diesen. „Die wüchsige Sorte ‚Cat’s Eye‘ hat beispielsweise einen blauen Bart auf maulbeerfarbenen Blütenblättern und bei der weißen Sorte ‚Snow Season‘ ist der Bart lavendelfarben“, zählt Uhl auf.

Auch diese Iris werden schon im Vorjahr gesetzt. „Wer diesen Zeitpunkt verpasst hat, kauft im Frühling die Pflanzen in Töpfen, die dann entsprechend gepflanzt werden“, sagt Uhl. „Grundsätzlich sollte der Standort sonnig sein und der Boden durchlässig.“

Für Vergessliche: Iris-Hollandica-Hybriden

Nun lassen sich zwar von allen genannten Iris vorgezogene Exemplare im Frühjahr kaufen, es gibt aber auch eine Gruppe, deren Zwiebeln erst dann in den Boden gesetzt werden: Die Iris-Hollandica-Hybriden. „Diese Zwiebelpflanzen sind nur in milden Wintern hart und deshalb pflanzt man sie im zeitigen Frühling“, sagt Stap.

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