Möbel eingelagert: Wer haftet eigentlich für Lagerschäden?

Wer Möbel einlagert, sollte auf die Vertragsdetails achten. Ob es sich um einen Lager- oder Mietvertrag handelt, kann bei Schäden einen Unterschied machen.
Wer Möbel einlagert, sollte auf die Vertragsdetails achten. Ob es sich um einen Lager- oder Mietvertrag handelt, kann bei Schäden einen Unterschied machen.

Florian Schuh/dpa-tmn

19.08.2021 18:03 Uhr

Wird es zu Hause zu eng, kann eine Lagerfläche helfen. Doch wer Möbel woanders unterbringt, sollte auf die vertraglichen Regelungen achten. Denn das kann bei eventuellen Schäden entscheidend sein.

Möbel und Einrichtungsgegenstände können auch eingelagert werden. Bei der Anmietung der Lagerfläche sollte auf die Vertragsart geachtet werden: Handelt es sich um einen Lager- oder Mietvertrag? Denn das ist bei eventuellen Beschädigungen wichtig, wie eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Dresden zeigt (Az.: 5 U 2247/20), über die die Zeitschrift „Das Grundeigentum“ (Nr. 14/2021) des Eigentümerverbandes Haus & Grund Berlin berichtet.

Das war der konkrete Fall

In dem verhandelten Fall wollte ein Kunde unter anderem Möbel aus Angst vor Hochwasserschäden einlagern. Dazu wurde über die Einlagerung ein Mietvertrag mit einem Unternehmen geschlossen. Da dieses Unternehmen aber selbst nicht über genug Lagerfläche verfügte, wurden die Gegenstände in einer Lagerhalle einer weiteren Firma untergebracht.

Als die Sachen nach einer Weile abgeholt wurden, wurden Feuchtigkeitsschäden festgestellt. Den Schaden in Höhe von 12.800 Euro wollte der Kunde ersetzt haben.

Mietvertrag ist kein Lagervertrag

Letztlich ohne Erfolg: Eine Auslegung der Vereinbarung führe zu dem Ergebnis, dass in diesem Fall kein Lager-, sondern ein Mietvertrag abgeschlossen worden sei, befand das Gericht. Beim Lagervertrag besorge der Lagerhalter die Aufbewahrung. Bei einem Mietvertrag lagere hingegen der Mieter selbst. Da die Mieter hier keine Mängel der zugewiesenen Lagerfläche nachweisen konnten, könnten sie keinen Schadenersatz geltend machen.