Nur die richtige Versicherung springt ein

Normale Wohngebäude- und Hausratversicherungen kommen nicht für die Folgen von Überschwemmungen auf. Hier hilft nur eine Elementarschadenversicherung.
Normale Wohngebäude- und Hausratversicherungen kommen nicht für die Folgen von Überschwemmungen auf. Hier hilft nur eine Elementarschadenversicherung.

Harald Tittel/dpa/dpa-tmn

03.02.2021 14:56 Uhr

Regen und Tauwetter haben für steigende Pegel an Mosel und Rhein gesorgt. Schäden an Häusern blieben bisher zwar noch aus. Eigentümer sollten aber ihren Versicherungsschutz überprüfen.

Regenfälle und Tauwetter sorgen nicht nur im Frühjahr für steigende Pegel entlang Deutschlands Flüssen. Spätestens dann stellt sich für viele Betroffene die Frage: Ist mein Eigentum ausreichend versichert?

Das Problem: Normale Wohngebäude- und Hausratsversicherungen kommen in der Regel für Schäden durch Blitzeinschlag, Sturm oder Hagel auf – nicht aber für Folgen von Überschwemmungen. Hier hilft nur eine Elementarschadenversicherung, erklärt der Bund der Versicherten in Hamburg.

Die Versicherung muss als zusätzlicher Baustein abgeschlossen werden. Sie leistet dann Schutz bei Überschwemmungen, Schäden durch Schneedruck und Lawinen sowie durch Erdbeben, Erdsenkungen oder Erdrutsche. Sogar Schäden durch Vulkanausbrüche sind versichert.

Die Absicherung ist jedoch nicht immer einfach zu bekommen und zum Teil sehr teuer – insbesondere in Risikogebieten oder wenn in der Vergangenheit bereits ein Elementarschaden vorgelegen hat.

Nicht jeder Wasserschaden ist automatisch abgedeckt

Im Schadenfall muss nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Versicherungsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) außerdem genau nach der Ursache geschaut werden. Grundsätzlich liegt eine Überschwemmung dann vor, wenn ein Gewässer über die Ufer tritt oder das Grundstück durch Regen überflutet wird.

Erst wenn dabei Grundwasser an die Oberfläche gedrückt wird und ins Haus eindringt, besteht dafür Versicherungsschutz. Steigt aus anderen Gründen der Grundwasserspiegel und dringt durch das Mauerwerk in ein Gebäude ein, ist dies kein versicherter Schaden.

Versicherte sollten sich nach einem Schaden unverzüglich bei ihrer Versicherung melden, rät der BdV. Zudem haben Versicherte eine Schadenminderungspflicht. So müssen beispielsweise zerbrochene Fenster abgedichtet oder Hausratsgegenstände im Keller möglichst in Sicherheit gebracht werden, damit der Schaden nicht größer wird. Außerdem sollten sie die Schäden mit Fotos dokumentieren und eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände erstellen.

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