Tagesgeldkonto bringt oft keine Zinsen

Zinsen für ein Tagesgeldkonto? Bei vielen Geldinstituten gibt es inzwischen nichts mehr für die Einlagen.

Angelika Warmuth/dpa/dpa-tmn

08.02.2021 12:47 Uhr

Zwei Prozent Zinsen auf einem Tagesgeldkonto? Vor zehn Jahren war das noch möglich. Heute bekommen Sparer nicht mal mehr ein Prozent. Oft sparen sich die Anbieter die Zinsen sogar ganz.

Vermögen aufbauen auf dem Tagesgeldkonto ist derzeit nicht möglich. Eine Auswertung des Vergleichsportals Verivox zeigt: Zahlreiche Banken zahlen Kunden für ihre Einlagen überhaupt keine Zinsen mehr, andere belassen es bei einem symbolischen Zinssatz von 0,01 Prozent.

Ausgewertet wurde der angebotene Tagesgeldzinssatz von insgesamt 721 Instituten für eine Anlagesumme von 10 000 Euro.

Das Ergebnis: 79 Prozent der Anbieter (573 Geldinstitute) zahlen 0,00 Prozent Zinsen. Weitere 11 Prozent (81 Banken) bieten ihren Kunden 0,01 Prozent Zinsen. Der durchschnittliche Tagesgeldzins liegt laut Verivox bei 0,02 Prozent. Der beste Zinssatz lag der Auswertung zufolge bei 0,45 Prozent. Allerdings stammt der Anbieter aus Estland. Der höchste Zins mit deutscher Einlagensicherung liegt derzeit bei 0,21 Prozent.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch die FMH-Finanzberatung: Hier liegt der durchschnittliche Zinssatz für Einlagen auf dem Tagesgeld bei 0,03 Prozent. Der beste Anbieter in diesem Vergleich bietet 0,5 Prozent, kommt aber aus Spanien. Der höchste Zins mit deutscher Einlagensicherung liegt bei 0,2 Prozent.

Grundsätzlich gilt: Die gesetzliche Einlagensicherung in der gesamten Europäischen Union beträgt 100 000 Euro pro Anleger und Bank, erklärt die Stiftung Warentest. Die entscheidende Frage für Anleger: Ist die jeweilige Einlagensicherung bei einer größeren Bankpleite in der Lage, Sparer so zeitnah entschädigen zu können, wie es im EU-Recht vorgeschrieben ist?

Aus Sicht der Experten sind nur Banken aus EU-Ländern mit Topbewertungen aller drei großen Ratingagenturen Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s empfehlenswert.

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