Zaubernuss trotzt der Kälte

Wie dünne Fäden hängen die gelben Blütenfäden der Zaubernuss im Winter an den noch kahlen Ästen.
Wie dünne Fäden hängen die gelben Blütenfäden der Zaubernuss im Winter an den noch kahlen Ästen.

Andrea Warnecke/dpa-tmn

03.02.2021 15:57 Uhr

Die Zaubernuss verträgt eisige Temperaturen und ist pflegeleicht. Was Sie beim Standort und der Pflege beachten müssen, damit der Strauch mit goldgelben, orangen oder roten Blüten den Garten ziert.

Es wirkt wie Zauberei, wenn die Blüten an den Zweigen der Hamamelis in der winterlichen Kälte goldgelb strahlen. Kein Wunder, dass dieses Gehölz im Volksmund den Namen Zaubernuss hat.

„Das ist ein Gehölz, das sehr zuverlässig winterhart ist“, sagt Gerd Eiting, Gärtnermeister aus Bad Zwischenahn. Selbst Temperaturen von bis zu minus 18 Grad halte der Strauch demnach problemlos aus.

Sogar die Blüten lassen sich von der Kälte nicht beirren, sondern schützen sich. „Fällt das Thermometer einige Grad unter null, rollen sich die fadenartigen Blütenblätter auf, damit sie nicht erfrieren“, erklärt Eiting. Wird es wieder wärmer, rollen sich die Blütenblätter wieder aus und flattern im Wind, ganz so als wäre nichts gewesen.

Vor allem Hybrid-Züchtungen im Garten

Der Strauch ist bei uns nicht heimisch. „Die Wildformen stammen aus dem asiatischen Raum“, erklärt Oliver Fink vom Verband der Gartenbaumschulen. Zudem gebe es amerikanische Arten, die für unsere Gärten aber keine Bedeutung haben. Auch die reinen Wildformen aus China und Japan sind selten dort anzutreffen. Aber sie sind die Grundlage für die Hybrid-Zaubernüsse (Hamamelis x intermedia) genannt.

So kommt es auch, dass die verschiedenen Zaubernuss-Sorten im Handel nicht nur sehr vielfältig aussehen, sondern ihre Blütezeiten sich auch über einen langen Zeitraum strecken. Die ersten frühen Sorten wie ‚Primavera‘ (Hamamelis x intermedia) blühen schon vor Weihnachten, während andere wie primelgelbe Sorte ‚Zuccariana‘ (Hamamelis japonica) erst Ende Februar mit der Blüte beginnen, nennt Eiting Beispiele.

Ein Traum für Sammler: Mehr als 45 verschiedene Sorten

Fink unterstreicht, dass man sogar zum Sammler werden kann, wenn man die Vielfalt erstmal für sich entdeckt. „Wir führen in unseren Listen über 45 verschiedene Sorten.“

Eiting erklärt: „Neben der Blüte an sich, ist der Duft ein wichtiger Aspekt, der gerade im Winter eine Bereicherung ist.“ Die schon erwähnte Sorte ‚Primavera‘ habe etwa einen sehr intensiven Duft. „Das ist nicht jedermanns Sache.“ Um die passende Sorte zu finden, rät Fink daher, sie in Parks und Baumschulen zur Blütezeit anzusehen – und daran zu schnuppern.

Im Herbst zeigt die Zaubernuss weitere gute Eigenschaften: „Bevor das Laub abgeworfen wird, spielt jedes Blatt mit mehreren Farben von Grüngelb über Orange bis Tiefrot. Und manchmal entstehen sogar Lilatöne“, beschreibt Fink das Farbenspiel am Ende der Gartensaison.

Da die Blätter in der Form und Größe der Haselnuss sehr ähnlich sind, kann man sich leicht vorstellen, wie eindrucksvoll die Sträucher den Garten im Herbst zieren.

Genügend Abstand und selten ein Schnitt

Fink empfiehlt die Zaubernuss als Solitärgehölz frei stehend – also mit Abstand zu den Nachbarpflanzen wachsen zu lassen. „Typisch ist ein trichterförmiger Wuchs“, sagt er. Wichtig für die Standortwahl: Die Pflanzen können im Alter rund drei bis vier Meter hoch werden. Allerdings braucht man da viel Geduld, denn die Zaubernuss wächst ausgesprochen langsam.

Ist dort der Platz da, passt die Zaubernuss gut in den Vorgarten. Besonders gut heben sich gelbblühende Sorten von einem dunklen Hintergrund ab. Und sie bringen Licht in dunklere Gartenecken, gibt Fink zu bedenken.

Eiting empfiehlt die Gehölze in Kombination mit einem Rhododendron. Vor dem immergrünen, dunklen Laub komme das Gelb der Blüten gut zur Geltung. Für orange- und rot-blühende Sorten wie ‚Diana‘, ‚Feuerzauber‘ und ‚Ruby Glow‘ sei ein hellerer Kontrast besser.

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