Sonntag, 29. April 2018 08:41 Uhr

Vom Fußballstar zum Poker-As

Der französische Ex-Nationalspieler Bernard Mendy hängt die Fußballstiefel an den Haken und legt stattdessen die Karten auf den Tisch.

Vom Fußballstar zum Poker-As

Foto: Oscar Gonzalez/WENN.com

Der 36jährige Mittelstürmer, der nach einer langen Karriere in Paris St Germain, dem FC Hull und Stade Brest seit 2014 in Indien für den Chennaiyin FC gekickt hat, will sich künftig seinen Adrenalinstoß im Sitzen holen – beim professionellen Pokerspiel.

Mendy ist bei weitem nicht der erste Fußballer, den es zu den Spielkarten zieht. Der prominenteste Kicker mit einer Schwäche fürs Antäuschen auf dem Feld und am Tisch ist der portugiesische Superstar und Pokerbotschafter Cristiano Ronaldo. Real Madrids Held profitiert dabei auch von dem blitzschnellen Kalkül, Risikobewusstsein und Siegeswillen, den er seit frühester Jugend unter Beweis gestellt hat.

Als Real Madrids Rekordtorschütze und Rekordspieler, Rekordtorschütze und Kapitän der portugiesischen Nationalmannschaft ist Ronaldo siegesgewohnt. Laut 888sport gehört Portugal unter seiner Führung auch bei der bevorstehenden Fußballweltmeisterschaft in Russland wieder zu den heißen Favoriten, genau wie Mendys Nationalteam.

Vom Hobby zur Berufskarriere

Während Ronaldo „nur“ Freizeitpokerspieler ist, hat der Däne Jan Vang Sörensen seit mehr als einem Jahrzehnt daraus eine lukrative und erfolgreiche neue Karriere gemacht. Nach seinem Rückzug aus dem Profifußball ist er mit einem Gewinn von 5000 US-Dollar 2005 als Sieger im Seven-Card-Stud bei der Poker World Series hervorgegangen.

Drei Jahre später griff er dann richtig in die Vollen und kassierte als Sieger der Master Classics of Poker mehr als umgerechnet 620.000 Euro. Im selben Jahr wurde ihm auch die Ehre zuteil, für Dänemark beim Poker Nations Cup zu zocken.

Multitalentierte Sportler sind kein Einzelfall. Ex-Fußballstar Paolo Maldini ist vom großen „Ei“ zu kleineren Bällen gewechselt. Im Juni 2017 konnten die Fans ihn nach mehreren Jahren wieder live erleben, und zwar diesmal auf dem Tenniscourt beim ATP-Challenger-Turnier in Mailand. Der zu dem Zeitpunkt 49 Jahre alte Maldini trat gemeinsam mit seinem Trainer Stefano Landonio im Doppel an, musste sich aber schon in der ersten Runde geschlagen geben.

Abwechslung und Nervenkitzel

Abwechslung und Nervenkitzel schätzt auch Sven Hannawald. Der ehemalige Skispringer und mehrfache Olympische Goldmedaillist stieg nach dem Ende seiner Karriere von den Brettern stattdessen auf Autorennen um. Nach diversen Gaststarts im Seat Leon Supercopa zeigte er 2008 im Porsche 997 GT3 Cup bei einigen Rennen der ADAC GT Masters sein beachtliches Talent. 2010 hatte er dort sogar einen festen Platz im Cockpit und beendete die Saison als Zweiter in der Amateurwertung.

Inzwischen ist er zum Skispringen zurückgekehrt, wenn auch nicht auf den Brettern. Er hat seinen Platz vor den Fernsehkameras als Experte an der Seite von Kommentator Matthias Bielek bei Eurosport.

Ähnlich wie Hannawald hat es der polnische Ex-Skispringer Adam Malysz gehalten, nur dass es ihn statt zur festen Rennpiste in die Wüste zur Rallye Dakar zog. Von 2012 bis 2016 ging er dort an den Start.

Legende Michael Jordan hingegen blieb den Bällen treu. Nachdem sein Vater 1993 getötet wurde, sagte der damals 30-jährige Basketball-Superstar kurzerhand seiner Karriere bei den Chicago Bulls goodbye und wurde das, was sein Vater sich offenbar einmal gewünscht hatte – Baseballspieler. Nach zwei Jahren kehrte er dann zu seinem Hauptsport zurück.

Tennis-Legende Ivan Lendl greift noch immer zum Schläger – bei Golf-Turnieren, wie auf der Celebrity-Golf-Tour. Mit einem Handicap von Null ist er auch auf dem Golfplatz ernst zu nehmen.

Sein ehemaliger Dauerrivale Boris Becker spielt ebenfalls Golf. Noch lieber aber greift er zu den Karten. Wie Ronaldo ist auch er seit mehreren Jahren Pokerbotschafter. (KTAD)

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