Aaron Carter: Wer ihn jetzt wirklich fürchten muss

Leni HübnerLeni Hübner | 01.12.2021, 18:16 Uhr
Aaron Carter: Wer ihn jetzt wirklich fürchten muss
Aaron Carter: Wer ihn jetzt wirklich fürchten muss

Foto: IMAGO/ MediaPunch

Seinen Twitter-Account hat Aaron Carter mit Hass aufgeladen. Eine Waffe hat er bereits im Haus. Deuten alle Zeichen darauf hin, dass der Musiker Amok laufen könnte?

Seine Welt steht Kopf, doch Aaron Carter macht es sich erst einmal im Bett gemütlich – mit Kaviar und Donuts. Was so normal wirkt bei jemanden, der frisch getrennt seinen Liebeskummer betäubt, mutet bei dem 33-Jährigen wie die Ruhe vor dem Orkan an. Der Musiker ist nämlich niemand, der Dinge gelassen nimmt und Probleme mit Süßigkeiten löst.

Twitter läuft heiß

Wer in den letzten 24 Stunden auf Twitter unterwegs war, kam an Aaron Carter nicht vorbei. Gefühlt im Minutentakt setzt er Tweets ab, in denen er seine Ex-Verlobte Melanie Martin (28) beschimpft, seine Familie verflucht, von Verrat spricht, von Unterstellungen und Lügen, von alten Geschichten und neuen Vorwürfen.

Auslöser dieser Hasstiraden ist die Trennung von Melanie Martin – nur wenige Tage nachdem die beiden Eltern geworden sind. Angeblich steckt Melanie jetzt mit seiner Familie unter einer Decke. „Was sie getan hat, ist unverzeihlich“, äußert Aaron auf Twitter. „Sie kannte meine Grenze.“ So habe Mel gewusst, dass er auf gar keinen Fall Kontakt zu dem Teil seiner Familie haben will, die ihn als pädophilen Psycho entmündigen lassen wollte.

Vormundschaft gescheitert

Gemeinsam mit seiner Zwillingsschwester Angel (33) hatten seine Eltern vor zwei Jahren tatsächlich versucht, ihn unter Vormundschaft zu stellen. Gründe dazu lieferte Aaron am laufenden Band. Einer davon war seine Ankündigung, einen Killer auf Angel anzusetzen. Auch Nick Carter soll sich damals für diese Art der Entmündigung ausgesprochen haben, weil Aaron gedroht hatte, Nicks Frau Lauren Kitt das ungeborene Kind aus dem Leib zu schneiden.

Das alles erinnert Aaron trotz Drogencocktails sehr gut, nur dass er sich als Opfer seiner verlogenen Familie betrachtet. Dass Mel sich hinter seinem Rücken also ausgerechnet mit Angel verbündet hat, lässt ihn verzweifeln. Denn Mel war es, die ihn 2020 aus der schweren Krise holte und stabilisierte. Im Nachhinein wirkt ihre Rettung auf Aaron wie ein Hohn, ihr Wunsch ihm erneut zu helfen, setzt er mit Verrat gleich.

Aaron Carter: Out of control

So weit, so gut, nur leider ist Aaron Carter krank und ohne seine Tabletten, die er regelmäßig einnehmen muss, ist er nicht berechenbar. Die offizielle Diagnose lautet, er leide unter einer multiplen Persönlichkeitsstörung, Schizophrenie und akuten Angstzuständen, verriet Aaron selbst 2019. Sein zwanghafter Mitteilungsdrang auf Twitter spricht nicht dafür, dass er gerade korrekt eingestellt ist, vielleicht hat er sogar alle Tablette abgesetzt.

Auch auf Instagram war Aaron in den letzten Stunden aktiv. Sein letzter Post warnt vor William James Witt, der angeblich eine Hetzkampagne gegen Aaron führt und dabei gemeingefährlich sei, Drogen nehme und eine Waffe habe. Koscher wirkt „ganval“ wie Witt sich in den sozialen Medien nennt, wirklich nicht, eher wie jemand, der ihn pädophilen Kreisen verkehrt.

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Öffentliche Therapiesitzung

Ein Follower kommentiert Aarons Angriff auf Witt als „wunderbare Projektion“, andere rufen auf Twitter dazu auf, dass Aaron Carter dringend in Therapie müsse. Dazu wäre dann aber eine Zwangseinweisung nötig, denn Aaron nimmt keine Ratschläge oder Bitten an. Den Brief, den seine Schwester ihm vor zwei Jahren geschrieben hat, postet er gesten ebenfalls: Angeekelt darüber, wie verlogen alle seien.

Doch Angel spricht in diesem Brief an, dass Aaron Lügen verbreite wie zum Beispiel Nick sei ein Serien-Vergewaltiger, dass Angel und ihr Mann Scientologen seien, dass sie Menschen angeheuert hätten, um eine Schmutzkampagne gegen ihn zu starten. Schon damals bittet Angel Aaron inständig, endlich einzusehen, dass er in Therapie müsse, dass er das Trauma seiner Kindheit aufarbeiten müsse und dass er schon sein halbes Leben von Xanax abhängig sei.

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Alleinerziehend ohne Kind

Am Ende setzt sie ein Ultimatum: Sie wolle keinen Kontakt mehr zu Aaron haben, bis er endlich clean und therapiert ist. Diese Geschichten kannte sicher auch Mel und ihr Kontakt zu Angel war sicher kein Zufall. Als Aarons Verlobte kannte Mel bestimmt nicht nur sein sonniges Gemüt und vermutlich hatte sie gehofft, ihn mit Angels Hilfe doch noch dazu zu bringen, sich professionell helfen zu lassen. Zu spät.

Moralisch gesehen ist Melanies Hinter-dem-Rücken-Aktion vermutlich nicht korrekt, verständlich aber schon. Während Aaron nun postet, dass er ein alleinerziehender Vater sei, hat Mel sich längst mit ihrem Sohn Prince Lyric nach Las Vegas abgesetzt, um räumlichen Abstand zu ihrem Ex zu gewinnen. Darüberhinaus hat sie Aaron mit der Behauptung provoziert, dass er sein Kind nie wieder sehen würde, was seinen Hass noch mehr schürt.

Aaron Carters eigene Tragödie: Kein Ende in Sicht

Es ist durchaus denkbar, dass er seinen vielen wütenden Worten bald Taten folgen lassen wird. Ob er als erstes bei Angel vor der Tür steht oder seine Ex Mel in Vegas aufspürt: Beide sollten ihn im Auge behalten und sich nicht allein mit ihm treffen. „So much to say“ heißt übrigens die neue Single von Aaron Carter, in der er eine Trennung besingt, die zwar traurig ist, aber friedlich vonstattengeht. Hoffentlich wird ihm das im wahren Leben ebenso gelingen.