Alec Baldwin völlig fertig am Set: Erstes Foto nach tödlichen Schüssen auf Kamerafrau

Judith HeedeJudith Heede | 22.10.2021, 13:25 Uhr
Alec Baldwin erschießt Frau: Erstes Foto vom Set
Alec Baldwin erschießt Frau: Erstes Foto vom Set

IMAGO / Everett Collection

Nach dem schrecklichen Unfalltod von Halyna Hutchins am Filmset von „Rust“ zeigen die ersten Bilder nun, wie geschockt und am Boden zerstört der Schauspieler Alec Baldwin ist. Er hatte seine Kollegin am Donnerstag mit einer fehlgezündeten Requisitenpistole erschossen.

Nach der Tragödie, die sich am Donnerstag bei den Dreharbeiten zum Western „Rust“ abgespielt hat, ist Alec Baldwin offensichtlich am Ende. Der  Produzent und Hauptdarsteller des Streifens hat bei einem tragischen Unfall die Kamerafrau Halyna Hutchins mit einer Requisitenpistole erschossen und den Regisseur Joel Souza verletzt.

Der 63-Jährige hat sich sofort aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und noch kein Statement abgegeben. Doch nun ist ein Foto vom Tatort aufgetaucht, das direkt nach den tödlichen Schüssen gemacht wurde. Es zeigt einen völlig fertigen Alec Baldwin, der am Rande des Sets mit dem Handy am Ohr weinend zusammenbricht.

Kurz vorher sprach er noch mit seiner Frau

Am anderen Ende dürfte seine Frau gewesen denn. Während Alec Baldwin seinen Film in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico drehte, passte Ehefrau Hilaria (43) in ihrem Haus in den amerikanischen Hamptons auf die gemeinsamen Kinder Carmen (8), Rafael (6), Leonardo (4), Romeo (3), und Eduardo „Edu“ (1) auf. Kurz vor der Szene, in der es wohl zu dem  verheerenden Schuss kam, postete Hilaria in ihren Instagram Storys noch einen Screenshot von Alec, mit dem sie scheinbar via Facetime sprach.

View this post on Instagram A post shared by Hilaria Thomas Baldwin (@hilariabaldwin)

Alec Balwin: Warum sieht er vor dem Unfall schon so fertig aus?

Was dabei auffällt: Schon vor dem tragischen Unfall sieht der Schauspieler irgendwie ziemlich mitgenommen aus.  Ob der Westernheld für die Rolle des Harland Rust absichtlich so fertig aussieht oder es Alec Baldwin schon vor dem Unfall nicht gut ging, ist fraglich. Jedenfalls sieht der „Pearl Habour“-Star schon auf dem Screenshot, den seine Frau postete und bisher nicht gelöscht hat, nicht gerade rosig aus. Die Augen sind geschwollen, die Nase rot und dunkle Ringe unter den Augen darunter lassen ihn müde aussehen.

Alec Baldwin ist als Co-Produzent und Hauptdarsteller an den Dreharbeiten beteiligt. In dem Western verkörpert der 63-Jährige Harland Rust, einen Gesetzlosen, der mit seinem wegen Mordes zum Tode verurteilten Enkel vor dem Gesetz flieht. In der Realität wird sich Baldwin aber vor dem Gesetz verantworten müssen – auch wenn die tödlichen Schüsse als Unfall gewertet werden.

View this post on Instagram A post shared by Hilaria Thomas Baldwin (@hilariabaldwin)

Kommt Alec Balwin schon wieder vor Gericht?

Nach den schrecklichen Geschehnissen am Set trafen die lokalen Behörden ein und erklärten, den Fall genauso wie jeden anderen zu behandeln. „Die Details sind im Moment noch unklar, aber wir arbeiten daran, mehr zu erfahren, und wir unterstützen eine vollständige Untersuchung dieses tragischen Ereignisses“, so die Erklärung der Santa Fe Polizei. Weiterhin erklärt der Sprecher der Behörde, dass Baldwin sich freiwillig gemeldet und das Gebäude verlassen habe, nachdem er seine Befragungen beendet hatte.

Derzeit ist noch unklar, ob der 63-Jährige für den Tod und die schweren Verletzungen seiner Crew-Mitglieder angeklagt werden wird. Er wäre nicht der erste Schauspieler, der in einen tödlichen Unfall am Filmset verwickelt ist.

Der Schauspieler wurde schonmal verhaftet

Bereits 2018 wurde Alec Baldwin nach einem Streit um einen öffentlichen Parkplatz verhaftet und wegen Körperverletzung und Belästigung angeklagt, wie die New Yorker Polizei mitteilte. NYPD Lieutenant John Grimpel sagte damals zum Nachrichtenportal CNN, der Vorfall habe sich in der 10th Street in Manhattan ereignet und als Folge habe ein 49-jähriger Mann eine Verletzung am linken Kiefer gehabt, nachdem er geschlagen worden war. Er wurde zur Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht, so die Polizei. Baldwin wurde wegen Körperverletzung und Belästigung angeklagt und erhielt einen Strafzettel, sagte die NYPD.

Alec Baldwin erschießt Frau: Erstes Foto vom Set
Alec Baldwin im Februar 2020 in New York.

IMAGO / ZUMA Press

Baldwin besteht auf seine Unschuld

Alex Baldwin behauptete unschuldig zu sein und den Mann nie verletzt zu haben. „Normalerweise würde ich mich nicht zu etwas äußern, das so ungeheuerlich falsch dargestellt wird wie der heutige Artikel. Allerdings ist die Behauptung, dass ich jemanden wegen eines Parkplatzes geschlagen habe, falsch. Das wollte ich hier zu Protokoll geben“, heißt es in den Tweets.  „Glücklicherweise macht das Echo die Aussagen nicht wahr, egal wie laut sie sind.“ Er machte in der Vergangenheit bereits mehrfach von sich reden, als er auf seinem Twitter Account gegen die Polizei wetterte. Das könnte für ihn nun zum Problem werden.

Tödliche Schüsse: Wie geht Baldwin mit der Schuldfrage um?

Natürlich handelt es sich bei dem aktuellen Fall um ein völlig anderes Vergehen und die Schuldfrage wird zu 90 Prozent nur eine Person stellen: Alec Baldwin selber. Wie wird der Schauspieler damit umgehen, dass die tödlichen Schüsse aus einer Pistole in seiner Hand abgefeuert wurden? Selbst, wenn die Tat juristisch ohne Folgen für den 63-Jährigen bleibt. Was ist mit seinem Gewissen? Wie geht man mit so einer Situation um? Vor allem, wenn man psychisch labil ist wie der Superstar. Erst vor Kurzem hat Baldwin verraten, dass er massiv unter der Zwangsstörung OCD leide, die mit Angstzuständen und depressiven Phasen einhergeht. Seine große Stütze im Kampf gegen die eigenen Dämonen: Ehefrau Hilaria. Wird sie ihm auch durch diese Krise helfen können?

Das hat er nun zu erwarten

Zum jetzigen Zeitpunkt ist nur bekannt, dass Baldwin eine Requisitenpistole abgefeuert hat und zwei Menschen schwer verletzt wurden. Entscheidende Faktoren wie die Richtung, in die die Requisite gerichtet war, und die Frage, wie zwei Opfer bei einem derart seltenen Unfall um ihr Leben kämpfen mussten, werden derzeit geklärt.

Mit Sicherheit wird auch die Frage, welche Gefahr Film-Props tatsächlich bergen können, diskutiert werden. Die Verantwortlichen werden in den nächsten Tagen höchst vermutlich zur Rede gestellt werden. Nach Angaben von „The Wrap“ verwenden Filmemacher in der Regel Platzpatronen, um den Effekt von Schüssen zu erzeugen, ohne sich den Gefahren auszusetzen, die eine echte Kugel mit einem Projektil mit sich bringt. Sie sollte nicht die gleichen Schäden verursachen können! Wo der Experte für Requisiten am Set war und was er zu dieser fatalen Fahrlässigkeit sagt, ist bisher nicht klar.  (JH)

View this post on Instagram A post shared by Die Presse (@diepresse)