Peinliche Erinnerungen„Alle haben gelacht“: Mary Roos und die Sache mit „Marie Rose“

Mary Roos auf der Bühne
Mary Roos auf der Bühne

© IMAGO / Future Image

Paul VerhobenPaul Verhoben | 03.09.2022, 18:42 Uhr

Schlagerikone Mary Roos plaudert über die Anfänge ihrer Karriere. Was sie dabei immer wieder von anderen Kolleginnen oder Kollegen ihres Formats unterscheidet: Roos kann über sich selbst lachen.

Die heute 73-Jährige „Grand Dame des deutschen Schlagers“ veröffentlichte 1958 als Neunjährige ihre erste Single und hat seitdem in ihrem langen Bühnenleben jede Menge Erlebnisse gesammelt – schöne, überwältigende und peinliche. Und die teilt sie immer wieder gern.

Mary Roos kommt auf die Bühne und alle lachen

Als Mary Roos beispielsweise Ende der 1960er Jahre einen ihrer ersten Auftritte in Paris hatte und der Moderator sie ankündigte, verfiel das Publikum in wildes Gelächter. „Hinterher hat mir jemand erzählt, dass, ‚Marie Rose‘ damals in Frankreich ein beliebtes Entlausungsmittel war. Das kannte jeder im Saal“, erzählte sie im Gespräch mit Barbara Schöneberger in der neusten Ausgabe des nach ihr benannten Magazins.

Mary Roos weitere: „In jenem Moment habe ich verstanden, dass es mehr als einen Weg gibt, sich auf ewig in das Gedächtnis der Leute einzubrennen.“ Auch bei späteren Auftritten stellte sie fest, „dass den Menschen im Allgemeinen gar nicht viel an Perfektion liegt, sie lachen viel lieber.“

Das kommt Gesprächspartnerin Barbara Schöneberger – ebenfalls Meisterin der Selbstironie – bekannt vor: „Bei mir ist das Missgeschick quasi ins Berufsbild eingebaut, da erwarten die Leute regelrecht, dass irgendetwas nicht klappt. Mich entlastet das. Ich kann also einfach ich selbst sein, es gibt keine Fallhöhe aus irgendeiner Inszenierung.“



„Ich war mal in Sie verliebt“

Und so wollen wir in diesem Zusammenhang auch an eine andere tragikomische Anekdote erinnern. Als Mary Roos, die von 1981 bis 1989 mit Blödelsänger Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals verheiratet war, 2018 zum Cast von „Sing meinen Song“ gehörte, plaudert sie in der VOX-Musikshow freimütig über ihre jahrelange Sehnsucht nach Zweisamkeit.

Da verriet die Sängerin, die von 1969 bis 1977 mit dem aus Frankreich stammenden Pierre Scardin verheiratet war, dass sie mal einen steinreichen Schuhfabrikanten hätte heiraten könnten. „Der hatte zwar viel Geld, aber das ist es ja auch nicht“.

Mary Roos weiter: „Und jetzt begegnen mir die Männer und sagen, ‚Ich war mal in Sie verliebt‘. Und ich sag: ‚Um Gottes willen, warum habt ihr denn nichts gesagt?‘ Jetzt ist es zu spät.“

Mary Roos ist wieder auf Spaß-Tournee

Mit Wolfgang Trepper („Haben sie Spaß? Dann sagen sie das mal ihrem Gesicht!“) ist Mary Roos 2022 weiter auf Tour. „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiß auf die Erdbeeren!“, heißt das neue lustige Programm aus musikalischen Darbietungen und Retro-Comedy.

Nach dem Riesenerfolg mit 150.000 Zuschauern in ihrem letzten gemeinsamen Programm „Nutten, Koks und frische Erdbeeren“ gibt es. Nun noch ganz viel Neues aus guten alten Zeiten von „Hitparade“ und „Disco“ zu erzählen.

Übrigens: Am 18. Oktober erscheint Mary Roos‘ Autobiografie „Aufrecht geh’n. Mein liederliches Leben“.