„Tatort“-Star Axel Milberg nimmt neun geflüchtete Ukrainer zu Hause auf

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 10.03.2022, 12:49 Uhr
Axel Milberg
Axel Milberg

IMAGO / Eventpress

Axel Milberg und seine Familie beweisen während dem Angriffskrieg Russland auf die Ukraine großes Herz — und lassen eine ukrainische Flüchtlingsfamilie in ihrem Haus wohnen.

Axel Milberg (65) ist einer, der nicht nur redet — sondern im Krisenfall aktiv hilft. Das zeigt der Schauspieler, gemeinsam mit Frau Judith (59) und seiner Familie jetzt im Rahmen des schrecklichen Kriegs in der Ukraine – die Milbergs machten jetzt nämlich ihre Türen für eine neunköpfige ukrainische Familie (und deren sechs Yorkshire-Terrier!) auf und leben jetzt als ganz besonderes Patchwork-Format.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an Ein Beitrag geteilt von Judith Milberg (@judithmilberg)

Wie es dazu kam, erklärt Judith Milberg gegenüber der „Bild“-Zeitung. Die ist  Kunsthistorikerin und Designerin und arbeitete auch mal als TV-Moderatorin beim Bayrischen Rundfunk. Die 60-Jährige erzählte: „Unser Sohn Julius war in Schwabing auf der Türkenstraße unterwegs, sah plötzlich zwei Schlamm beschmutzte kleine Autos, die in einer Einfahrt parkten und deren Insassen völlig hilflos wirkten. Er sprach sie an und dann rief er mich unter Tränen an, fragte, ob wir ihnen bitte, bitte helfen können.“

Axel Milberg: Wie seine Familie(n) mit der Situation umgeht

Klar, an die neue Situation müssen sich auch die Milbergs gewöhnen: „Es ist chaotisch und ganz schön eng und auch laut mit den vielen Hunden“, so die Frau des Schauspielers. „Aber wir haben den Platz und es ist für uns selbstverständlich, in so einer Notlage zu helfen. So viele Menschen tun das gerade und diese Anteilnahme überall ist einfach ergreifend“.

Wo ist Klein-Amelia, das singende Mädchen aus dem Bunker, jetzt?

Das Dachgeschoss sei mittlerweile zum Matratzenlager umfunktioniert worden — und damit die beiden Familien kommunizieren können (die Flüchtlingsfamilie spricht kein Wort Englisch), nutzen sie eine Sprach-App.




Alle helfen mit

Die Familie sei schwer traumatisiert und bedürfe besonderer Fürsorge, erklärt Milberg auf ihrer Instagram-Seite. Der achtjährige Sohn der ukrainischen Familie, Ivan, ist behindert und auf einen Rollstuhl angewiesen und könne nicht sprechen. Auch mit der Verständigung hapert’s: Kein Deutsch, kein Englisch. Eine Sprach-App hilft.

Zum Glück erfährt die Familie nicht nur Hilfe von Nachbarn, die ganz spontan, sondern auch von Ärzten: „Ein befreundeter Orthopäde kümmert sich gerade für Ivan um einen passenden Rollstuhl. Ein ukrainischer Apotheker hilft uns mit Medikamenten. Ein anderer Nachbar hat heute einen Computer rübergebracht und angeschlossen, damit vor allem die Kinder eine kleine Ablenkung haben.“

Spendenbereitschaft für Ukraine teils so hoch wie nie zuvor

Übrigens: Wer auf der Suche nach einem Hund ist, sollte mal auf Milbergs Instagram-Seite schauen. Unter den sechs Hunden der ukrainischen Familie befinden sich nämlich mehrere Welpen (allesamt reinrassige Yorkshire-Terrier), die zum Verkauf angeboten werden.