„Bachelor“-Kandidatin Franziska Temme erklärt Kooperation mit Nazi-Label

Tari TamaraTari Tamara | 21.01.2022, 12:57 Uhr
"Bachelor"-Kandidatin Franziska modelte für Neonazi-Label
"Bachelor"-Kandidatin Franziska modelte für Neonazi-Label

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"Der Bachelor" geht in eine neue Runde! Dominik Stuckmann sucht die große Liebe und eine der Kandidatinnen ist Franziska aus Kassel. Doch die sorgt nun für einen kleinen Skandal!

Wer ist die schöne Blondine, die bei Dominik Stuckmann Punkte sammeln will? Franziska Temme ist von Beruf Erzieherin und kommt aus Kassel. Sie reist gerne und teilt auf Instagram viele Bilder von ihren Reisen. Nebenher scheint sie, zumindest semi-professionell, zu modeln.

Was ist Label 23?

Doch nun tauchten Bilder auf, die Franzi, wie sie am liebsten genannt wird, in Kleidung von der Brand Label 23 zeigen. Anscheinend stand sie für ein Shooting für diese Marke vor der Kamera. Eine Info mit negativem Beigeschmack, denn: Label 23 wird besonders gerne getragen vom rechten Ultra- und Hooligan-Milieu. Wie kommt das?

Label 23 entstand 2009 aus der Marke Boxing Connection. Dieses Label wiederum wurde 2004 von Markus Walzuck mitbegründet. Und der ist nicht unbedingt bekannt für sein modische Gespür, sondern eher für seine politische Gesinnung. Dem preisgekörnten Kickboxer werden nämlich Verbindungen zur rechten Szene nachgesagt. Er gehört bis 2012 zum „Kickboxteam Cottbus 09“, wurde nach Bekanntwerden seiner Verbindung zur rechtsextremen Szene jedoch davon ausgeschlossen.

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Label 23: Doppeldeutige Prints und Sprüche

Label 23 hat viele Fans in der Kampfsport-Szene. Aufgrund der Verbindung zu Walzuck, aber auch durch die gewaltverherrlichende Ästhetik und die doppeldeutigen Prints, ist Label 23 auch in der Neonazi- und Hooligan-Szene inzwischen weit verbreitet. Davon will man offiziell natürlich nichts wissen.

Auf der Webseite von Label 23 steht: „Als Markenzeichen stehen die Initialen 2 und 3. Die Ziffern symbolisieren den 2. und 3. Buchstaben im Alphabet und sind als Kurzform für ‚Boxing Connection‘ zu verstehen.“

Aber auch: „Finde deinen eigenen Weg. Aber vergiss nie, wo du herkommst, wer zu deiner Entwicklung beigetragen hat und wer zu dir steht!“ Mit Schlagworten wie „Herkunft“ oder auch Formulierungen wie „wer zu dir steht“, spricht das Label genau die Werte eher völkischen Gruppierungen an. Anscheinend nicht ohne Grund.

Besitzerwechsel und Imagewandel?

Mitbegründer Markus Walzuck hat sich 2012 zwar von Label 23 getrennt – und somit offiziell die Verbindung zur rechten Szene gekappt. Durch den Besitzerwechsel etablierte sich Label 23 immer mehr zur Lifestyle Brand, mit Fokus auf Sportbekleidung.

Dennoch, es bleibt, bedingt auch durch seine Anfänge, eine gewisse Nähe zur rechtsradikalen Szene bestehen. Denn nach wie vor werden die Kleidungsstücke vereinzelt über rechte Shops angeboten. Und bis heute bestehen laut Medienberichten Kontakte zwischen der Marke und der rechten Fußballszene. Auch die Zusammenarbeit mit der russischen Neonazigruppe PPDM – Father Frost spricht eine deutliche Sprache! PPDM modelte 2016 für das Label.

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Wusste Franziska von nichts?

Ob Franziska von „Der Bachelor“ wusste, für welches Label sie da vor der Kamera stand? Vielleicht hat sie sich vor dem Shooting nicht ausreichend über die Modemarke informiert, obwohl sie selbst auch mit Köpfchen punkten will und Schach als eines ihrer großen Hobbys zählt!

Ein Bild vom Shooting mit Label 23 sind kurz nach Bekanntwerden ihrer „Bachelor“-Teilnahme übrigens von ihrem Instagram-Account verschwunden, liegt der Redaktion als Screenshot aber vor!

Das sagt Franziska dazu!

Das Shooting liegt bereits viele Monate zurück und die „Bachelor“-Kandidatin gesteht jetzt, sich nicht ausreichend informiert zu haben: „Als ich die Fotos für das Label gemacht habe, wusste ich nichts von deren politischer Gesinnung. Deshalb habe ich die Posts auch umgehend gelöscht, als ich davon erfahren habe“, so die Blondine gegenüber dem „Kölner Express“.

Und weiter: „Für solch ein Denken habe ich keinerlei Toleranz und distanziere mich ganz klar von jeglichem rechtsextremen Gedankengut. Es war ein großer Fehler, dass ich mich im Vorfeld nicht umfassend informiert habe. Daraus habe ich für die Zukunft definitiv gelernt!“

Auch RTL erklärt: „Wir distanzieren uns klar von jeglicher Form von Rechtsextremismus.“