Malle-#MeTooBallermann: Sängerinnen berichten von heftigen sexuellen Übergriffen

Ina Collada auf der Bühne mit Bier
Ina Collada 2015 bei einem Auftritt am Ballermann

IMAGO / Reichwein

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 12.08.2022, 15:48 Uhr

Wie sexistisch ist eigentlich der Ballermann? Bislag hüllten sich Sängerinnen diesbezüglich in Schweigen — nun verrieten aber zwei Szenengrößen so einige bedenkliche Fakten.

Party, Sonne, saufen: Am Ballermann ist nicht alles immer niveauvoll, aber meist eitel Wonne. Zumindest für die Partygänger – die Musikerinnen auf der Bühne erleben dafür längst nicht nur Positives. Wie sexistisch es auf der Lieblingsinsel der Deutschen offenbar immer noch zugeht, verraten jetzt zwei, die es wissen müssen.

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Eine davon ist die Sängerin und Kneipenbesitzerin Marion „Krümel“ Pfaff (49). Die findet gegenüber der „Bild“-Zeitung ganz klare Worte: „Der Ballermann ist sexistisch! Weil viele um ihre Macht wissen, wird das gegenüber Künstlerinnen ausgenutzt.“ Und das in Zeiten von MeToo?

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Auch, warum noch niemand der betroffenen Künstlerinnen offen darüber gesprochen hat, erklärt sie: Man schweigt lieber – aus Angst, nicht mehr engagiert zu werden. Klingt wie aus den letzten Jahrzehnten. „Aber ich kann aus eigener Erfahrung berichten und weiß: Wenn du dich nicht an die Regeln hältst, dann existierst du nicht mehr am Ballermann“, so die Musikerin.

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„Wenn du mir keinen bläst…“

Wie heftig dieser Sexismus ist, belegt Marion Pfaff an einem krassen Beispiel. „Ich musste mir anhören: ‚Wenn du mir keinen bläst, dann spiele ich deinen Song nicht‘. Oder: ‚Ich mach dich zum Star, wenn du mit mir in die Kiste springst‘.“

Eine traurige Geschichte — noch trauriger, dass viele sich nicht wehren „Wer als Musikerin jedoch labil ist und Angst hat, ansonsten nicht mehr stattzufinden, gibt dem nach. Ein konsequentes Nein hat vielen Künstlerinnen ihre Karriere gekostet.“



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Auch Pfaffs Kollegin Ina Collada (36) kann ein Lied vom Ballerman-Sexismus singen. „Ich hatte auch mal einen Probeauftritt auf Mallorca. Da sagte der Ladenbesitzer direkt: ‚Aufritt ja, aber nur mit ausziehen‘“, erzählt sie – und weiter: „Ich kenne auch Geschichten, wo Veranstalter den Mädels versprochen haben, sie nur auftreten zu lassen, wenn sie sich mit ihnen ‚treffen‘.“

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Sängerin Antonia (42) versucht hingegen etwas zu relativieren. „Es gab sicher den ein oder anderen Ladenbesitzer, DJ oder Manager, der seine Position versucht hat auszunutzen. Ich habe auch von sexistischen Forderungen gehört“, meint sie – legt aber nach: „Ich glaube, dass es großen Teils am Ballermann alles in Ordnung ist. Es geht nur um wenige kleinere Ladenbesitzer.“

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Ob das nicht vielleicht ein #BallermannMeToo mit sich zieht?