Besser spät als nie: Sängerin Adele schwört dem Alkohol ab

Alina KuehnellAlina Kuehnell | 24.11.2021, 13:55 Uhr
Besser spät als nie: Sängerin Adele schwört dem Alkohol ab
Besser spät als nie: Sängerin Adele schwört dem Alkohol ab

Simon Emmett

Es gab viele Tiefpunkte im Leben von Superstar Adele, wo sie gerne mal ein Gläschen getrunken hat, um ihre Sorgen zu vergessen. Doch diese Zeiten sind vorbei. Die Sängerin hat dem Alkohol abgeschworen.

Mit dem Titelsong zum legendären James Bond Skyfall sang sich Adele in die Herzen all ihrer Fans. Die attraktive Sängerin bezaubert nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit ihrer bewegenden Geschichte, über die sie schon in mehreren Interviews offen gesprochen hat.

Der Griff zum Alkohol wurde für Adele immer mehr zur Sucht, ein Risiko, was vor allem in schwierigen Situationen besteht. Suchtfaktoren gibt es viele, doch sie führen natürlich längst nicht immer zur Entstehung einer wirklichen Sucht. So gibt es zahlreiche Spieler, die regelmäßig online zocken und nie auch nur Ansätze einer Sucht zeigen, außerdem wurden mittlerweile genügend Vorkehrungen getroffen, um dies zu verhindern. Bei Adele aber kamen viele Probleme auf einmal auf und so wurde der Seelentröster Alkohol irgendwann zu ihrem besten Freund.

Im Fokus der Öffentlichkeit

Wie sehr das öffentliche Auge Stars und Promis wie Adele begleitet, zeigt sich am Beispiel von Reiner Calmund, der zuletzt mit einem Gewichtsverlust von rund 90 Kilo von sich reden machte. Auch Adele hatte es in der Vergangenheit geschafft, 45 Kilo ihres Körpergewichts zu reduzieren, sie nutzte hierfür die Sirtuin-Diät, mit großem Erfolg. Doch ihr Glück hat Schattenseiten, wie sie in einem öffentlichen Interview schon 2016 erstmals zugab. Die blonde Ausnahmekünstlerin leidet wiederkehrend unter starken Depressionen, Panikattacken und Alkoholexzessen. Angefangen habe all das nach der Geburt ihres Sohnes, von dem sie sich besessen gefühlt habe, schilderte sie damals mit eindrucksvollen Worten ihre Gefühle.

Die Depression aber führte die Sängerin auf den Tod ihres Großvaters zurück, der verstarb, als sie gerade einmal zehn Jahre alt war. Ihre Erfolgsgeschichte begann schon acht Jahre später, als sie im zarten Alter von 18 entdeckt wurde. Schon mit 20 erschien ihre erste Platte und mittlerweile kann sich Adele über zehn Grammys, einen Oscar und einen Golden Globe freuen. Im 21. Jahrhundert ist sie definitiv eine der wichtigsten Sängerinnen und die Britin ist dabei überraschend bodenständig. Geld bedeutet ihr nicht viel, wie sie in Interviews bereits erwähnte. Selbstverständlich sei ihr Erfolg für sie nicht, noch immer kämpfe sie mit Lampenfieber, bevor sie auftritt.

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Adele und die Scheidung von ihrem Mann

2019 ließ sich Adele von ihrem Ex-Mann Simon Konecki scheiden und die Trennung schnitt ihr direkt ins Herz. All die Emotionen, die sie unter Kontrolle zu haben glaubte, brachen mit Wucht über die hübsche Blondine ein. Depressionen, Ängste und ein Zustand, bei dem sie einfach nicht mehr aufstehen wollte, machten ihr Leben zur Hölle. Adele ist damit nicht allein, bis zu 20 von 100 Menschen erkranken einmal im Leben an einer Depression.

Doch nicht jeder hat so viel Mut und Energie wie Adele, die sich aus dem Bett kämpfte und begann zu reisen. Sie versuchte Energie zu schöpfen und nahm sich endlich vor, den Alkohol, der in schweren Zeiten zu ihrem treuen Begleiter geworden war, nicht mehr anzurühren. Sechs Monate lang trank sie nicht und nutzte ihre Energien für Besuche im Fitnessstudio. Sie wandelte ihre Emotionen in Sport um, trainierte und bescheinigte sich selbst eine Fitness-Sucht.

Am 15. Oktober erschien ihr neues Album 30 unter dem Namen „Easy on me“. Mehr als fünf Jahre war es still um sie gewesen, denn nicht immer war Adele überzeugt davon, dass sie mit der Musik weitermachen wolle. Die Erfolge ihrer Schmuseballade „Hello“ waren ihr zwar nicht zu Kopf gestiegen, hatten sie aber heillos überfordert. Sie trank viel und irgendwann kam die Angst, dass sie einen ähnlichen Absturz wie die verstorbene Amy Winehouse hinlegen könne. Die junge Ausnahmekünstlerin starb im Alter von 27 Jahren an den Folgen einer Alkoholvergiftung.

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Neigung zum Alkohol ein familiäres Problem

Alkohol übte auf Adele schon in frühester Jugend eine Faszination aus, denn ihr Vater Mark Evans litt über viele Jahre unter Alkoholsucht. Die Eltern der Sängerin ließen sich scheiden als sie selbst erst vier Jahre alt war, lange Zeit hatte sie ein schwieriges Verhältnis zu ihrem an Trunksucht leidenden Vater. Er starb im Mai 2021 an den Folgen einer Krebserkrankung und Adele schaffte es, sich vorher mit ihm zu versöhnen.

Dass der Alkohol für sie zu einem Problem wurde, hatte sie schon mehrmals im Leben erkannt, doch jetzt ist es für sie an der Zeit, ihm vollständig abzuschwören. Sie selbst gab in einem Interview mit dem Magazin „Vogue“ zu, dass sie bei der Produktion des Albums „21“ sturzbetrunken gewesen sei. Mit dem neuen Album 30, 45 Kilogramm leichter und frei von Alkohol sieht nun alles so aus, dass Adele in ein völlig neues Leben durchstartet.

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Welche Folgen kann Alkoholkonsum haben?

Die größte Gefahr am Alkohol ist die gesellschaftliche Anerkennung. Zwar ist er für minderjährige Personen verboten, doch in Kneipen, Supermärkten, Bars und Lokalitäten kann jeder Mensch zugreifen, ob suchtkrank oder nicht. Oftmals liegt eine Alkoholsucht bereits vor, bevor der Betroffene es selbst bemerkt. Längst nicht jeder, der zu häufig nach Alkohol greift, ist dabei so reflektiert wie Adele und in der Lage, die eigenen Schwächen zu erkennen. Damit ist sie ein großes Vorbild für Millionen von Menschen, denn sie zeigt Mut, Kraft und Willen, sich selbst aus einem Tief zu ziehen.

Ein klassisches Symptom des Alkoholismus ist allerdings die Verleugnung des Problems. Viele Alkoholiker sind noch dann davon überzeugt, dass sie dem Alkohol jederzeit abschwören können, wenn sie bereits längst in einer tiefen Sucht gefangen sind.

Allerdings ist nicht nur die ausgewachsene Sucht, sondern auch der gelegentliche, stark ausschweifende Konsum mit erheblichen Risiken für die Gesundheit verbunden. Trunkenheit am Steuer, Leberschäden, Übergewicht, Depressionen und vieles mehr können die Folge von unkontrolliertem und häufigem Trinken sein. Spätestens dann, wenn eine freiwillige Abstinenz nicht mehr möglich ist und sich klare Zeichen einer Sucht zeigen, ist ein Entzug nötig und der setzt dem Körper stark zu.

Besser spät als nie erkennen und handeln

Adele zeigt eindrucksvoll, dass es nach schlechten Phasen im Leben auch wieder Änderungen gibt! Es kann im Leben durchaus einmal regnen, wenn danach die Sonne wieder aufgeht und das Glück zurückkehrt. Kämpferherzen, zu denen die Sängerin eindeutig gehört, müssen im Leben mit vielen Rückschlägen rechnen und wenn dann das Auge der Öffentlichkeit stets dabei ist, kann das eine große Herausforderung werden. Umso bewundernswerter wie Adele, die nicht nur liebevolle Mutter, sondern auch noch Idol für Millionen Menschen ist, sich selbst und mit voller Kraft immer wieder zurück aus der Dunkelheit kämpft!

(KTAD)