Clueso: „Meine Lehrer haben dafür gesorgt, dass ich in die Psychiatrie eingewiesen wurde“

Tony PolandTony Poland | 11.11.2021, 12:28 Uhr
Clueso: „Meine Lehrer haben dafür gesorgt, dass ich in die Psychiatrie eingewiesen wurde“
Clueso: „Meine Lehrer haben dafür gesorgt, dass ich in die Psychiatrie eingewiesen wurde“

Foto: IMAGO / Jan Huebner

Clueso zählt zu den erfolgreichsten Popmusikern Deutschlands. Bei seinem Weg an die Spitze hat der Erfurter nie vergessen, wo er herkommt. Die Erinnerungen an die Schulzeit in der ostdeutschen Heimat sind dem Sänger bis heute präsent.

Die Energie von Clueso, welche der 41-Jährige in seine Songtexte steckt, haben ihren Ursprung in seiner Persönlichkeit. Der Frauenschwarm bezeichnete sich in einem Interview mit „DB Mobil“ Ende September dieses Jahres als hyperaktiv. Eine Diagnose, die ihn bereits seit Teenager-Zeiten begleitet.

Die ersten Schuljahre verbrachte der 1980 geborene Musiker (u.a. „Achterbahn“) noch in der DDR. Das Leben dort war für ihn alles andere als einfach.

Clueso: Schule in der DDR war Horror für ihn

Ein einheitliches sozialistisches Bildungssystem charakterisierte damals den Schulalltag. Mit ihrer frei geäußerten eigenen Meinung brachten sich in der DDR viele Menschen in Gefahr. Auch Clueso, der eigentlich als Thomas Hübner geboren wurde, hat damit so seine Erfahrungen machen müssen. Das berichtet der Musikstar jetzt in einem Interview mit der neuen „Barbara“, dem Frauenmagazin von Barbara Schöneberger (47).

Ihm wurde Stille auf mehrere Arten „nahegelegt“. „Zum einen durch heftigste Disziplin. Zum anderen wurde dir sehr früh klargemacht, zu welchen Themen du besser gar nichts sagst.“ Alles andere als leicht für einen Hyperaktiven, der sich später in die Musik flüchtete.

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Seine Lehrer brachten Clueso in die Psychiatrie

IMAGO / Andreas Weihs

Seine Lehrer brachten Clueso in die Psychiatrie

Die Liebe zu Texten, Melodien und Songs, entdeckte der gebürtige Erfurter aber erst nach einem einschneidenden Erlebnis. Mit seinen damaligen Pädagogen stand der kreative Kopf auf Kriegsfuß. „Tatsächlich haben meine Lehrer dafür gesorgt, dass ich in die Kinderpsychiatrie in Erfurt eingewiesen wurde.“

Ganze sechs Wochen verbrachte der Künstler also in einer psychiatrischen Klinik, ehe ihn seine Eltern endlich erlösten.

Heute ist Clueso aber wieder zurück in der früheren Einrichtung. Allerdings unter anderen Umständen. „Heute bin ich wieder drin. Mein Studio ist da jetzt drin. Das ist super, die Räume sind extrem gut schallisoliert,“ berichtet er.

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Clueso: Langsamer Beginn, steiler Aufstieg

Auch der Start seiner inzwischen sehr beachtlichen Karriere lief nicht von Beginn an glatt. Der Durchbruch ließ einige Zeit auf sich warten. „Damals habe ich gedacht, dass die da draußen alle doof sind. Dass die meinen Style nicht checken, dass die da oben mir keine Chance geben, dass die Plattenfirmen keinen Geschmack haben.“

Das Ende ist bekannt. Mit bislang neun Alben, die sich schon etwa zwei Millionen Mal verkauft haben, gehört der Singer-Songwriter zu den bekanntesten Popmusikern Deutschlands. Ende Oktober hatte er sogar einen Auftritt in den „ARD-Tagesthemen“. Seine neue Platte „Album“ steht seit dem 01. Oktober in den Regalen.

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