Daniel Küblböck wäre heute 36 geworden: Die neusten Erkenntnisse!

Daniel Küblböck
Daniel Küblböck

IMAGO / APress

27.08.2021 12:29 Uhr

Es ist ein ganz normaler Tag für die Personen an Bord der AidaLuna, auf dem Weg von Hamburg nach New York. Doch am Abend des 9. September erschüttert ein tragisches Ereignis das Reiseglück auf dem Kreuzfahrtschiff.

Die junge Frau, die sich in der Nacht offenbar von der Reling des Schiffes stürzt, ist keine Unbekannte: Es ist Lana Kaiser. So nannte sich Daniel Küblböck in den letzten Monaten vor seinem traurigen Tod. In dieser Zeit lebte Lana als Frau, nahm weibliche Hormone. Lana bzw. Daniel ist seit der Teilnahme an der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ ein Star, an dem sich die Geister scheiden: Die einen liebten den damals aufgedrehten Teenager aus der bayrischen Provinz, die anderen hassten ihn. Doch egal war Daniel Küblböck niemandem.

Daniel Küblböck wäre heute 36: Neuer Podcast beleuchtet sein Leben und seinen tragischen Tod

Foto: imago / Scherf

Imagewechsel nach DSDS-Erfolgen

Daniel war ein wahrer Sonnenschein, dem es scheinbar leicht fiel, die Menschen zu unterhalten. Im Inneren des Musikers sah es aber wohl schon seit vielen Jahren ganz anders aus. Doch von Anfang an: Nach seiner Teilnahme an DSDS schaffte er es mit seiner Single „You Drive Me Crazy“, produziert von Dieter Bohlen, bis an die Spitze der Charts. Danach war er weiterhin in den Medien präsent, schrieb Ende 2003 sogar sein eigenes Buch „Ich lebe meine Töne“.

2004 ging es in den RTL-Dschungel, wo Daniel ebenfalls wieder zum Zuschauerliebling avancierte. In der Medienbranche ging es weiter für den Sänger, es folgten diverse TV-Auftritte und neue Musik – doch er war offenbar ruhelos und strebte einen Imagewechsel an. Küblblöck schaffte es 2007 wieder in die deutschen Charts; die Single im Countrystil erreichte Platz 54, danach kam sein sein erstes Jazzprogramm.

Immer stärker setzte sich der Musiker auch für wohltätige Zwecke ein, veranstaltete unter anderem eine Aktion unter dem Motto „Liebe positiv – Bleib negativ“ eine Benefiz-Gala am Flugplatz Mannheim zugunsten der Deutschen AIDS-Stiftung.

Daniel Küblböck wäre heute 36: Neuer Podcast beleuchtet sein Leben und seinen tragischen Tod

Foto: imago / Future Image

Daniel Küblböck: Schwierige Familienverhältnisse und eine Adoption

Die Beziehung zu seiner Familie soll schwierig gewesen sein. Nach der Scheidung der Eltern lebte er zunächst bei seiner Mutter, die insgesamt siebenmal verheiratet war. Sie habe häufig Männer bei sich gehabt, getrunken und ihn im Rausch auch verprügelt. Seine Familie hätte sich eine Tochter gewünscht, weswegen er später auch eine weibliche Rolle eingenommen habe. Später wohnte er bei seinem Vater, an dem er sehr hing. Sein Bruder war drogensüchtig, wurde 2013 tot in seiner Berliner Wohnung aufgefunden. Kontakt habe es zwischen ihnen nicht gegeben.

2011 traf Daniel Küblböck eine lebenseinschneidende Veränderung und ließ sich von der 70-jährigen, ledigen und kinderlosen Immobilien-Millionärin Kerstin Elisabeth Kaiser adoptieren. Im Zuge dessen zog er auch auf die Insel Mallorca. Von da ab pendelte er zwischen dem Urlaubsparadies und Berlin hin und her. Inzwischen hatte sich der Musiker vom Mainstream-Pop gelöst und widmete sich einer neuen Leidenschaft: dem Jazz und Latinpop. Küblböck gab nach wie vor Konzerte in kleinerem Rahmen. Die dargebotenen Programme bestanden vorwiegend aus eigenen Titeln in englischer, deutscher und spanischer Sprache.

Absage für den ESC, danach erneuter Imagewechsel

Immer wieder hatte man das Gefühl, dass der Sänger sich noch immer nicht gefunden hat. 2013 entschied er sich erneut für einen Imagewechsel, trat er unter dem Namen Daniel Kaiser auf und veröffentlichte die Single „Be a Man“. Mit diesem Titel bewarb er sich für die Teilnahme am „Eurovision Song Contest“ 2014 in Kopenhagen. Er wurde jedoch von der Jury des Norddeutschen Rundfunks abgelehnt.

Ein weiterer Versuch Küblböcks, per YouTube-Video eine Wildcard für den deutschen Vorentscheid zu erhalten, scheiterte ebenfalls. Mit ein Grund, wieso er später mehr und mehr unsicher wurde? Sich mit sich selbst scheinbar nicht mehr wohl fühlte? Nach außen hin gab sich Küblböck weiterhin als gut gelaunter TV-Star. Er nahm 2015 als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show „Let’s Dance“ teil und belegte mit seiner Tanzpartnerin Otlile Mabuse den sechsten Platz.

Daniel Küblböck wäre heute 36: Neuer Podcast beleuchtet sein Leben und seinen tragischen Tod

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Investition in Solaranlagen

Neben seiner Gesangskarriere hegte der ehemalige DSDS-Star auch berufliche Erfolge im Schauspiel an. Um auch dort besser wahrgenommen zu werden, machte er ab September 2015 eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut Berlin. Offenbar begann dort sein seelischer Kummer mehr Gestalt anzunehmen. Grund dafür waren unter anderem von ihm geäußerte Mobbingvorwürfe, die im Sommer 2018 auf einer Facebook-Fanseite veröffentlicht wurden und die er auf seine letzte Rolle, eine transgeschlechtliche Person, bezog, die Schauspielschule wies diese Anschuldigungen jedoch zurück. Unterstützung und seelischen Beistand erhielt Daniel (inzwischen Kaiser-Küblböck) von seinem Freund Robin Gasser, mit dem er von 2014 bis 2017 liiert war.

Neben seinen Einnahmen aus Musik und Fernsehen, entschied er sich sein Geld gewinnbringend in eine Solaranlage in Niederbayern zu investieren – die Summe: rund eine Million Euro. Daraus resultierten für ihn hohe Gewinne.

Litt er schon lange vor seinem Tod an einer Psychose?

Nach und nach wurde es ruhig um den Sänger. Man hatte den Eindruck, er habe seine Ruhe gefunden, finanziell, beruflich und privat. Doch es heißt, dass Daniel Küblböck in den letzten Wochen seines Lebens zunehmend mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Sein nahes Umfeld will eine „plötzliche Wesensveränderung“ bemerkt haben. Seine Freunde und auch sein Vater hätten deswegen vergeblich versucht, die bevorstehende Kreuzfahrt, auf der er schließlich auch starb, zu verhindern. Heute denkt sein Vater Günther, dass sein Sohn damals eine Psychose entwickelt hatte und nicht mehr zurechnungsfähig war.

Die Todesnacht

Es ist der 9. September 2018: Eine junge Frau, die sich als Lana Kaiser vorstellt, tritt eine Kreuzfahrt durch den Nordatlantik an. Die Mitreisenden erkennen in Lana bald Daniel Küblböck. Das Drama soll daraufhin seinen Lauf nehmen. Nachdem eines Abends seine Bitte, einen Arzt zu sprechen, aufgrund der späten Uhrzeit abgelehnt wird, verschwindet der Sänger spurlos von der AIDAluna. Trotz des Abratens seiner Freunde trat Daniel Küblböck die dreiwöchige Reise von Hamburg nach New York an. In Frauenkleidern. Davon zeugen Bilder auf dem kurz zuvor neu eingerichtete Instagram-Account mit dem Namen „Rosa Luxemburg“.

Seriöse Quellen glaubten im Nachhinein, dass Daniel, der im Abschlussstück „Niemandsland“ seiner Schule einen Transsexuellen spielen sollte, diese Rolle auf der Reise testen wollte. Passagier Sebastian K., der in der Nachbarkabine auf dem Schiff wohnte, habe gehört, dass Küblböck an Bord häufig Selbstgespräche mit Männer- und Frauenstimmen führte.

In der verhängnisvollen Nacht soll er auch in seiner Kabine randaliert und laut herumgebrüllt habe. Viele schüttelten nur den Kopf und gingen ihm aus dem Weg, niemand kam auf den Gedanken, dem jungen Mann in irgendeiner Weise zu helfen oder zu beruhigen.

Kamera-Aufnahmen zeigten den Moment

Spätere Aufnahmen der Schiffskameras zeigen grob eine Gestalt, die gegen vier Uhr morgens über die Reling klettert und dann verschwindet. Da sonst kein Passagier fehlte, schlussfolgerte man, dass es sich bei der unbekannten Person um Daniel Küblböck handeln muss. Offenbar fiel er also vom Schiff in das eiskalte Wasser des Atlantiks, das nur um die 10 Grad gehabt haben soll. Man wird wohl nie erfahren, wie seine letzten Minuten waren – vielleicht starb er sofort an einem Kälteschock, vielleicht geriet er unter das Schiff, vielleicht ertrank er aber auch erst nach einigen Minuten oder Stunden. Es bleibt für immer ein Rätsel…

Die Behörden schlossen anhand der Nightshot-Aufnahmen eine Fremdeinwirkung und später auch einen Unfall aus. Sie gingen stattdessen von Suizid aus. Daniel Küblböck ist im letzten Jahr vom Amtsgericht Passau dann offiziell für tot erklärt worden.

Rührender Geburtstagsgruß von Ex-Freund

Heute wäre Daniel Küblböck 36 Jahre alt geworden. Sein Exfreund Robin Gasser gedachte ihm heute mit einem emotionalen Instagram-Posting. Zu Pärchenbildern der beiden schrieb er: „Das erste Foto ist heute ganz genau 6 Jahre alt: Happy Birthday, Daniel! Vermutlich würden wir grad mal wieder komplett planlos (aber dafür hochmotiviert) nach ner noch offenen Bar suchen, weil wir’s ‚nicht einsehen jetzt schon nach Hause zu gehen – nur weil‘s unter der Woche ist‘?!“.

Und weiter: „Ich bin wirklich so so dankbar für jeden einzelnen Moment, den wir miteinander erleben durften und jede noch so kleine Erinnerung daran. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an Dich denke.“

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Podimo-Podcast will noch offene Fragen aufklären

Ein neuer Podcast taucht nun noch tiefer in das Leben von Daniel Küblböck ein und beleuchtet auch die Umstände seines mysteriösen Todes noch einmal näher.

Was ist auf dem Kreuzfahrtschiff passiert? Wie ging es dieser Person eigentlich in der Zeit, bevor sie verschwand? Wie glücklich und zufrieden war der ehemalige Casting-Star, als das Blitzlichtgewitter weiterzog und nur hier und da zu ihm zurückkehrte? Und welche Rolle spielen die Boulevardmedien in dieser Geschichte?

Journalist Tom Ehrhardt hat mit denen gesprochen, die dabei waren. Darunter Fans, Ex-Partner, Kommiliton:innen, Freund:innen und viele andere, von denen sich viele zum ersten Mal äußern. In dieser Podcastreihe gehen wir vielen offenen Fragen nach, versuchen Antworten zu finden und Details aus Küblböcks Leben neu einzuordnen.

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„Wir wussten, dass Daniel ein Alkohol Problem hatte“

Wie der „Ein Mensch verschwindet“-Podcast enthüllt, soll Daniel ein Alkoholproblem gehabt haben, das ihn unter anderem auch bei seinem Schauspielstudium Probleme bereitete. Deshalb soll es immer wieder zu Spannungen mit seinen Mitstudierenden gekommen sein, verrät eine Kommilitonin von ihm: „Wir wussten schon, dass Daniel ein Alkohol Problem hatte, wir wussten das sehr früh.“

Seine Mitschülerinnen, die im Podcast zu Wort kommen, können sich vor allem an eine Szene zurückerinnern, nach der die Situation besonders eskalierte. „Daniel sollte mit einer anderen Schülerin eine Kussszene spielen, doch ihr was es sehr unangenehm, weil Daniel angeblich immer nach Alkohol gerochen hat“, erklärt seine frühere Mitstudentin Frida. „Es war der Schülerin unangenehm, sie hatte aber Angst es zu sagen, doch ich bin zum Dozenten gegangen und habe das Problem erzählt, daraufhin hat der Dozent Daniel die Probe verweigert.“

An der Schauspiel-Uni kam es immer wieder zum Streit

In seinem Schauspielstudium sei es gerade im letzten Studienjahr immer wieder zu Zwischenfällen gekommen, erinnern sich seine Mitstudierenden zurück. „Daniel konnte seinen Text nicht, er konnte sich nicht merken, was wir gerade eben besprochen haben. Wir mussten es nochmal und nochmal üben und dadurch wurde natürlich gestritten.“ Zudem konnte Daniel nicht gut mit Kritik umgehen und sah meist die Probleme bei den anderen, heißt es von seinen ehemaligen Mitschülern weiter.

Und auch über seine letzten Stunden an Bord gibt es neue Erkenntnisse. So sei die These, an denen sich im Netz viele klammern, dass Lana – so nannte sich damals Daniel um die Zeit seines Verschwindens – noch lebe und abgetaucht sei, als höchst unwahrscheinlich. Selbst extrem hartgesottene Menschen könnten nur höchstens eine halbe Stunde in Wasser mit solchen Temperaturen überleben.

Daniel Küblböck hat es offenbar nicht geschafft, in dem eiskalten Wasser zu überleben. Unvergessen bleibt sein Leben und tragischerweise auch sein Tod.