NDR-TalkshowDetlev Buck explodiert, als es in der Talkshow um „Top Gun 2“ geht

Paul VerhobenPaul Verhoben | 23.07.2022, 19:49 Uhr

NDR/Uwe Ernst)

Schauspieler und Regisseur Detlev Buck war am Freitagabend Gast in der "NDR Talkshow" mit Bettina Tietjen und Michel Abdollahi als Gastgeber. Da ging es auch um Tom Cruises "Top Gun: Maverick"

Filmemacher Detlev Buck war anlässlich der Premiere seines neuen Films „Bibi und Tina – Einfach anders“ eingeladen, zog aber erstmal ordentlich vom Leder, als es um Tom Cruises neusten Welterfolg „Top Gun: Maverick“ geht.

Kurz zum Hintergrund: Der Film ist der umsatzstärkste Film aller Zeiten von Paramount Pictures, eines der letzten großen Filmstudios unseres Planeten.
Und „Top Gun 2“ hat kürzlich als erster von allen Tom-Cruise-Filmen die Milliarden-Marke geknackt. Denn: Bislang spielte „Top Gun 2“ weltweit 1,2 Milliarden US-Dollar ein.



„Ich erwarte mehr Fortschritt“

Detlev Buck hält allerdings so gar nix von dem Kinoerfolg. In der „NDR Talk Show“ am Freitagabend regte er sich richtig auf und machte aus seiner Enttäuschung über die Fortsetzung des Cruise-Erfolges von 1986 auch gar keinen Hehl.

Tom Cruise: So viel wie er verdient kein Schauspieler

„Ich habe mir den angeguckt und ich erwarte mehr, vor allem mehr Fortschritt“, schimpfte der Regisseur. „Der neue Film fängt wie der erste Teil an und es ist genau dieselbe Story. Die weiblichen Figuren sind nur Stichwortgeber, der letzte Scheiß. Die Jet-Aufnahmen – ja ist cool, das is aber auch alles. Die Story ist doch Nullkommanull. Ich denk, sag mal, seid ihr nicht ganz dicht! Und wenn das in Cannes ankommt, sagen sie ‚das ist Wahnsinn, das ist Kintopp‘ – dann denk ich, das ist rückschrittlich! Ich erwarte mehr, ich erwarte Fortschritt im Kino!“

Detlev Buck bei der Aufzeichnung der NDR Talk Show
Detlev Buck bei der Aufzeichnung der NDR Talk Show

IMAGO / Future Image

Detlev Buck über „Bibi und Tina – einfach Anders“

Seit Donnerstag ist nun der fünfte „Bibi & Tina“-Teil im Kino, bei dem Detlev Buck Regie führt. Auch eine Artet Superhelden“-Film, aber eben auf Bucksche Art. „Es muss immer weitergehen, weil Superhelden nie aufhören, Abenteuer zu erleben, das ist ihr Beruf. Ihre Berufung“, erklärte Buick in einer Mitteilung des Studios.

„Ich hatte das Glück, während meine Kinder groß wurden, fünf Kinderfilme drehen zu dürfen. Meine Kinder hatten den Eindruck, dass ich etwas Sinnvolles mache. So hatten sie natürlich auch Einfluss bei der Findung der Themen zu der erfolgreichen Kinofilmreihe Bibi & Tina. Nun hat die Jüngste Abitur gemacht und ich dachte, jetzt ist gut. Aber immer, wenn man denkt, alles ist gut, kommt es anders, wie in einem guten Film.“

Ein großes Thema sei bei seiner Tochter vor dem Abitur ins Bewusstsein gerückt: „Was kann ich eigentlich? Was will ich? Wer bin ich? Die Identität. Das hat mich zu dieser neuen Geschichte bewegt.“

Das ist Detlev Buck

Detlev Buck gab mit 21 Jahren 1984 sein Regiedebüt mit „Erst die Arbeit und dann?“ 1991 gründete er zusammen mit Claus Boje die Boje Buck Filmproduktion.

Nach dem ersten Langfilm „Karniggels“ (1991) wurde er mit „Wir können auch anders“ bekannt, der 1993 auf der Berlinale Premiere feierte. Seinen endgültigen kommerziellen Durchbruch er-lebte er 1996 mit der Komödie „Männerpension“ (mit Til Schweiger, Marie Bäumer und Heike Makatsch). 2007 versuchte er sich mit „Hände weg von Mississippi“ zum ersten Mal erfolgreich als Regisseur eines Familienfilms.

Seither wechselt er zwischen verschiedenen Genres, von der Liebesgeschichte „Same Same But Different“ (2009) über die Literaturverfilmungen „Die Vermessung der Welt“ (2012) und „Bekentnisse des Hochstaplers Felix Krull“ (2021) bis zu den „Bibi und Tina“-Filmen, deren erster Teil 2014 Premiere hatte. Auch inszenierte er für das Fernsehen und Streamingsender, darunter eine Folge des „Tatort“ sowie „Bibi und Tina – Die Serie“. Darüber hinaus zeichnete er für zahlreiche Werbefilme und Musikvideos verantwortlich.

Buck ist zudem immer wieder als Darsteller zu erleben, sowohl in seinen eigenen Filmen wie auch in Produktionen anderer Regisseure, darunter „Sonnenallee“ (1999), Aimee und Jaguar“ (1999), NVA (2005), „Ostwind“ (2013) oder „Lindenberg! Mach Dein Ding“ (2020).