Elon Musk: Wird der gefeierte Visionär jetzt weltweit zum Buhmann?

Sebastian GrünbergerSebastian Grünberger | 20.05.2022, 21:00 Uhr
Elon Musk auf dem roten Teppich
Elonm MUsk 2022 bei der Met Gala at The Metropolitan Museum of Art

IMAGO / UPI Photo

Elon Musk galt lange als exzentrischer Visionär, der mit seinen Ideen die Welt verändern könnte. Mittlerweile ist er vielerorts in Ungnade gefallen — und das aus mehreren Gründen.

Ob man ihn nun verehrt oder verabscheut: Elon Musk (50) ist ohne Frage eine der schillerndsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Der reichste Mensch der Welt ist so etwas wie der fleischgewordene Tony Stark aus „Iron Man“, ein Tech-Visionär und Geschäftsmann, der sich es zum selbstdeklarierten Ziel gesetzt hat, die Welt zu retten.

Klar, glauben wollten ihm das von Anfang nicht alle — aber mittlerweile macht sich Musk mehr und mehr zur Persona-non-grata. Warum eigentlich?

Warum Elon Musk immer schon kritisiert wurde

Einige hielten ohnehin nie viel von Musk. Seine Mars-Träume und Tunnel-Projekte hielten Kritiker für Träumereien, seine Geschäftsstrategie für äußerst fragwürdig. Kein Wunder: Musk kann Kurse beeinflussen wie niemand anderer. Wenn er den Namen einer Kryptowährung twittert, geht diese plötzlich wahlweise nach oben oder unten. Wenn er will, verlieren Anleger ihr Vermögen. Auch die US-amerikanische Börsenaufsicht rügte ihn mehrfach, seine Aktionäre wollten ihn immer wieder mal aus der Führungsetage loswerden.  Und alle Weltveränderungspläne hin oder: Wer zum reichsten Mensch der Welt wird, hat vielleicht auch noch andere Antriebsfedern als Altruismus.

Musk wird Republikaner

Was Elon Musk aber mehr nachhängen wird als alles andere, ist sein Bekenntnis, künftig die republikanische Partei zu wählen. Das begann damit, dass Musk  — der voraussichtlich Twitter kaufen wird — Trump den Zugang zur Kurznachrichtenplattform wieder ermöglicht. Ob der das annimmt oder nicht: Musk positioniert sich damit ganz klar politisch.

Elon Musk will Donald Trumps Twitter-Sperre aufheben

Nun noch das Bekenntnis, den Demokraten den Rücken zu kehren! Dass gerade der reichste und einflussreichste Mensch der Welt künftig eine Partei wählen wird, die es mit Demokratie nicht immer so ganz genau nimmt und derzeit mit dem drohenden Abtreibungsverbot für Empörung sorgt, ist in den Augen vieler ein absolutes Vergehen. Trump, der Musk als großartigen Kerl bezeichnete, dürfte dies ganz klar freuen — ob es ihm für die mögliche Präsidentschaftskandidatur helfen wird, bleibt abzuwarten.




Elon Musk: Missbrauchsvorwürfe

Musk hatte in einem Tweet erklärt, dass er nun mit einer Kampagne schmutziger Tricks gegen ihn rechne. Ob da die Vorwürfe dazu gehören, die vor kurzem gegen ihn von einer SpaceX-Mitarbeiterin erhoben wurden? Diese behauptet, dass sich Musk 2018 ihr gegenüber entblösst habe und ihr ein Pferd angeboten habe, wenn sie ihm sexuelle Dienste anbiete. Im Rahmen einer Stillschweige-Vereinbarung habe er ihr 250.000 Dollar gezahlt, heißt es.

Musk bestreitet die Vorwürfe vehement, erklärte auf Twitter „die ungeheuren Vorwürfe sind völlig unwahr“. Seinem ohnehin beschädigten Ruf ist dies aber alles andere als dienlich. Ob noch weitere ähnliche Vorwürfe folgen werden, bleibt abzuwarten.