Frank Zander wird nach 54 Jahren doch nicht aus der Wohnung geschmissen

Judith HeedeJudith Heede | 09.11.2021, 12:25 Uhr
Frank Zander mit seiner Ehefrau Evy und Sohn Marcus
Frank Zander mit seiner Ehefrau Evy und Sohn Marcus

Frank Zander mit Evelyn und und Sohn Marcus. © IMAGO / APress

Im Sommer hieß es noch, dass Schlager-Rock Sänger Frank Zander aus seiner Berliner Wohnung ausziehen muss. Nun hat das Amtsgericht anders entscheiden und der Star und seine Frau dürfen vorerst in ihrer geliebten Wohnung bleiben.

Nach langem Hin und Her kommt nun endlich das erleichternde Ende im Fall Frank Zander (79) vs. Hauseigentümer: die einvernehmliche Einigung!

Das heißt der beliebte „Hier kommt Kurt“-Sänger muss doch nicht aus seiner geliebten Wohnung in Berlin Charlottenburg ausziehen, die er bereits seit über einem halben Jahrhundert bewohnt.

Eigentlich hatte das Amtsgericht Charlottenburg im Sommer zugunsten des Vermieters entschieden, dass Zander und seine Frau Evelyn die Wohnung an der Witzlebenstraße zum 31. Oktober räumen müssen. Das ist jetzt durch eine außergerichtliche Einigung abgewendet.

Der Münchener Unternehmer Michael Pribil hatte das 120 Jahre alte Mehrfamilienhaus 2019 in Berlin erworben und mit der Sanierung begonnen.

Frank Zander wird nach 54 Jahren nicht aus der Wohnung geschmissen
Das Eckhaus in der Witzöebenstrasse, in dem Franz Zander lebt während der Renovierungsarbeiten im Februar 2021.IMAGO / Stefan Zeitz

IMAGO / Stefan Zeitz

Nach eingestürzter Decke reichte es Frank Zander

Der Eigentümer hatte im Haus das Dach saniert, um dort vier neue Wohnungen entstehen zu lassen.  Zander musste sein Maler-Atelier und Abstellräume für seine Konzerttechnik auf dem Dachboden, die er seit 33 Jahren gemietet hatte, aufgeben. Die TV-Ikone und seine Frau fühlten sich durch den Lärm während des Lockdowns allerdings stark beeinträchtigt und dann stürzte auch noch ein Teil der Decke ein.

Daraufhin kam es um Eklat zwischen dem Promi-Ehepaar und dem Münchener Eigentümer. Der Sänger hatte den Eigentümer vor laufender Kamera beleidigt. In der „Bild“-Zeitung sprach der Entertainer von den „Arschlöchern aus München“.

Die Folge: Kündigung und Auszug für die Zanders. Bis es vor Gericht ging und dem Streit im Rahmen einer einvernehmlichen Einigung nunmehr endlich ein Ende gesetzt werden konnte.

Frank Zander wird nach 54 Jahren nicht aus der Wohnung geschmissen
Frank Zander beim Schlager Olymp im Freizeitpark Berlin Luebars.

IMAGO / Agentur Baganz

Frank Zander: Entschuldigung für verbale Entgleisungen

„Herr Zander und ich sind beide einen Schritt aufeinander zugegangen, konnten Missverständnisse bereinigen und haben eine faire Lösung gefunden, mit der beide Seiten gut leben können“, teilte Hauseigentümer Michael Pribil in einer gemeinsamen Mitteilung mit. „Für die Unannehmlichkeiten während der Baumaßnahmen möchte ich mich bei Herrn Zander entschuldigen“, so Michael Pribil. Und auch Zander setzt ein deutliches Signal: „Ich habe auf Grund meiner belastenden Lebenssituation seinerzeit überreagiert und möchte mich ausdrücklich für die unnötigen verbalen Entgleisungen bei Herrn Pribil entschuldigen.“

Hier kommt Frank!

Frank Zander wurde 1977 vom Branchenblatt „Musikmarkt“ zum erfolgreichsten deutschen Interpreten gekürt und das vor allem wegen des eigentlich verbotenen Tabu-Songs „Oh, Susi“. Der zensierte Song wurde seinerzeit von allen bayerischen Rundfunksendern gesperrt und damit erst recht zum Superhit – ein typischer Zander, immer irgendwie anders, slightly anti und gegen den Strom.

Seitdem swingt, schunkelt oder rappt sich der gebürtige Berliner mit ausgefallenen Verkleidungen oder Pseudonymen seit nunmehr 40 Jahren durch das deutschsprachige Showbusiness. Und das, Gott sei Dank, nun auch weiterhin aus seiner geliebten Wohnung, die er bereits seit über einem halben Jahrhundert bewohnt.

View this post on Instagram A post shared by Frank Zander (@frankzander_berlin)