Berühmter TV-Journalist Fritz Pleitgen ist tot: „Ein großer Kapitän verlässt die Bühne des Lebens“

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist im Alter von 84 Jahren verstorben. (ili/spot)
Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist im Alter von 84 Jahren verstorben. (ili/spot)

WDR/Herby Sachs

SpotOn NewsSpotOn News | 16.09.2022, 12:34 Uhr

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen ist tot. Der 84-Jährige starb gestern Abend in Köln.

Der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen (1938-2022) ist am Donnerstagabend in Köln gestorben. Das teilte sein Sender am Freitagvormittag mit. Der Journalist und Autor wurde 84 Jahre alt. Der heutige WDR-Intendant Tom Buhrow (63) würdigte Pleitgen als „hochangesehenen Rundfunkmanager, Korrespondenten und politischen Journalisten, der den WDR entscheidend geprägt“ habe.



Vorbild, Ratgeber und Mentor für viele

WDR-Intendant und ARD-Vorsitzender Tom Buhrow erklärte in einer Mitteilung: „Der Tod von Fritz Pleitgen ist für uns alle im WDR eine sehr traurige Nachricht. In unseren Herzen sind die Flaggen auf Halbmast. Ein großer Kapitän verlässt nun die Bühne des Lebens. Er hat den WDR geprägt wie kaum ein anderer. Fritz Pleitgen stand für Mut und Fairness, und er liebte seinen WDR. Seine Ausstrahlung geht aber weit über diesen Sender hinaus. Er stand sein ganzes Leben lang für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Rolle in der Gesellschaft. Als Intendant und hochangesehener Rundfunkmanager, Korrespondent und politischer Journalist hat er den Westdeutschen Rundfunk über viele Jahrzehnte entscheidend geprägt und zum Erfolg geführt. Fritz Pleitgen war ein kluger Stratege, der sich dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk voll und ganz verpflichtet fühlte und sich energisch und leidenschaftlich für ihn einsetzte. Vorbild, Ratgeber, Mentor war er für viele, auch für mich. Wir haben ihm sehr viel zu verdanken. Ihm gebührt ein ganz besonderer Platz in der WDR-Geschichte“

Schon mit 14 arbeitete er für die Zeitung

Schon mit 14 Jahren begann er als freier Mitarbeiter für die „Freie Presse“ in Bielefeld zu schreiben, wo er auch sein Volontariat absolvierte. 1963 folgte der Wechsel zum WDR als Reporter für die „Tagesschau“.
Einen Namen machte sich Pleitgen ab 1970 als Korrespondent des ARD-Studios in Moskau. Mitten im Kalten Krieg führte er als erster westlicher Journalist ein Interview mit dem damaligen Generalsekretär der KPdSU Leonid Breschnew. Es folgte 1977 eine Station als DDR-Korrespondent in Ost-Berlin und ab 1982 als ARD-Studioleiter in Washington und New York.

Beim Westdeutschen Rundfunk war er von 1995 bis 2007 Intendant.

Sein Kampf mit dem Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im Jahr 2020 war bei Pleitgen Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Darüber und über seine Genesung berichtete er in seinem Buch „Eine unmögliche Geschichte“ (2021) sowie im WDR-Podcast „Fritz Pleitgen – Sein Leben“ (2021).

Der gebürtige Duisburger war ab 1969 verheiratet und hatte vier Kinder. Bis zu seinem Tod lebte er in Bergisch Gladbach.

(Spot on News/K&T)