Neue EntwicklungenGil Ofarim: Richter als befangen abgelehnt

Gil Ofarim lacht
Gil Ofarim lacht

IMAGO / Future Image

Paul VerhobenPaul Verhoben | 16.08.2022, 08:42 Uhr

Gil Ofarims Anwälte legen Berichten zufolge Beschwerde gegen den vorsitzenden Richter ein, weil dieser angeblich befangen sein soll.

Gegen den Sänger war bereits Ende März März Anklage erhoben worden, nachdem ihm ein Fall von gemeldetem Antisemitismus nicht geglaubt wurde. Dabei ging es um einen Hotelmitarbeiter, der sich dem Musiker gegenüber antisemitisch verhalten haben soll.

Die Leipziger Staatsanwaltschaft hat jedoch Zweifel daran, dass der Vorfall so stattgefunden hat, wie Ofarim es beschreibt und erhob deshalb Anklage wegen Verleumdung und falscher Verdächtigung. Die zentrale Frage: Hat sich Gil Ofarim Teile des Vorfalls nur ausgedacht?



Hat der Richter Gil Ofarim vorverurteilt?

Der Prozess, der durch die Anklage bereits im März eingeleitet wurde, wird sich aber noch weiter verzögern, denn aktuell gehen die Anwälte des ehemaligen „Let’s Dance“-Teilnehmers gegen den vorsitzenden Richter vor. Ofarim hatte sich zwei renommierte Münchner Anwälte als Beistand genommen.

Nun heißt es, der Richter solle angeblich nicht objektiv sein und Ofarim bereits für sich persönlich vorverurteilt haben.

Antrag von Ofarims Anwälten

In einem Antrag des Anwalts, der von „Bild“-Zeitung zitiert wird, heißt es über den Richter: „Er hatte in einem Vorgespräch bereits freimütig behauptet, er selbst könne sich den von Herrn Ofarim behaupteten Geschehensablauf schwer vorstellen.“ Demnach gehen die Verteidiger davon aus, dass der Richter befangen ist. Weiter heißt es dem Bericht zufolge: „Nicht wegen der Anklageerhebung an sich, sondern wegen des Umgangs der Leipziger Justiz mit dem sensiblen Fall bestehen seitens der Verteidigung erhebliche Zweifel an deren Unparteilichkeit.“

Ferner argumentieren die Anwälte des 40-jährigen Musikers, dass die vom Gericht gewählte große Strafkammer am Landgericht in Leipzig der falsche Ort, um den Fall zu verhandeln. Die Kammer sei für „brutale Raub- oder Vergewaltigungstaten“ bekannt. Daher drohe ein „Schauprozess“. (Bang/KT)