Mobbing & Mordrohungen„Goodbye Deutschland“-Tattoogirl Lina: So schrecklich war ihre Kindheit!

Tim GriemensTim Griemens | 04.08.2022, 08:30 Uhr
Selfie von Tattoo-Model Lina Lorenzen im Bikini
Selfie von Tattoo-Model Lina Lorenzen im Bikini

Foto: Instagram/cigno.sg

Mehr als 250 Tattoos hat sich „Goodbye Deutschland“-Auswanderin Lina Lorenzen bereits stechen lassen. Ob sie damit auch ihre tragische Kindheit überdecken will? In einem Interview spricht sie über ihre schillernde Verwandlung.

Mehr als 250 Tattoos zieren ihren Körper, selbst Kopf und Gesicht sind mit Kunstwerken versehen: Wenn man sich Lina Lorenzen ansieht, dann würde man niemals an ein verängstigtes und schüchternes Mädchen denken, das gemobbt und als Mauerblümchen gehänselt wurde. Doch genau so war die Kindheit des heute schillernden Paradiesvogels.

Inzwischen ist Lina ein ganz anderer Mensch. Sie lebt in Kalifornien und fühlt sich sichtlich wohl in ihrer bunten Haut: In der VOX-Serie „Goodbye Deutschland“ begeistert die 34-Jährige mit ihrem einzigartigen Look und ihrem unbändigen Willen, sich ihren Lebenstraum zu erfüllen: Sie will als Tattoo-Model und Tätowiererin durchstarten!

Wie sie sich von ihren Depressionen und Selbstzweifeln befreien konnte, hat sie nun endlich verraten.

Ihre schreckliche Kindheit

„Wir waren halt die Kinder vom Bioladen, halt die Ökos“, erzählt Lina im Interview mit der „Bild“. Das Aufwachsen auf einem Bauernhof in NRW und das Leben mit ihren streng-religiösen Eltern hat ihr wohl die Missgunst ihre Mitschüler eingebracht, die sie „angespuckt und alles“ haben sollen. Sogar Morddrohungen hatte sie einstecken müssen, letztendlich auch wegen ihres leichten Übergewichts.

Der schlimmste Tag war für sie, als sie eine mit Harpunen durchstochene Walfigur in ihrem Briefkasten fand, die ihren Namen trug. „Kinder können wirklich sehr grausam sein!“, so Lina.

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Heute kann die Tattoo-Queen jedoch über all das hinwegsehen und erklärt: „Ich war schon immer Außenseiter. Der einzige Unterschied: Heute bin ich es freiwillig! Es ist mir nicht mehr wichtig, anderen zu gefallen oder in deren Normen zu passen.“

Lina Lorenzens Selbstfindung in Schweden

Doch bis dahin war es ein weiter Weg. Denn auch zu Hause durfte Lina sich nicht frei entfalten. Sie wurde von ihren Eltern überbehütet, war ein eher ängstliches Kind. Die Auswanderin sollte eigentlich das Kinderheim der Familie übernehmen und Pädagogik studieren. Damit hat sie auch begonnen, erlangte jedoch mit 22 Jahren in Schweden während eines Praktikums eine fundamentale Erkenntnis:

„Ich habe bemerkt, dass ich niemandem gefallen muss, und konnte endlich anfangen, mich selbst zu akzeptieren. Mein erstes Tattoo war eine Pusteblume auf meiner Schulter. Damals hatte ich noch große Angst, dass meine Eltern davon mitbekommen könnten.“

Ab diesem Zeitpunkt hat Lena endlich die Kraft gefunden, ihr Leben komplett umzudrehen. Die damals 22-Jährige hat mit viel Sport abgenommen und ließ sich die Brüste vergrößern. Auch ihre Nase hat sie korrigieren lassen – bis dann letztendlich die Tattoos ins Spiel gekommen sind.

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Weiter geht’s als Tattoo-Model

Heute ist die „Goodbye Deutschland“-Auswanderin Lina Lorenzen von Kopf bis Fuß mit Tattoos bedeckt – und noch lange nicht fertig mit ihrer Transformation: Mehr als 150.000 Euro hat die 34-Jährige mittlerweile in ihre Körperbemalung investiert – und bereut keinen Pfennig, da jedes ihre Tattoos ihre „persönliche Reise unterstreiche“. Ihre Reise in ihr neues Ich, frei von Angst und falschen Freunden. Selbst ihre Familie hat sich irgendwann mit Linas Transformation angefreundet:

„Meine Eltern fanden es anfangs furchtbar und haben sich ihre alte Tochter zurückgewünscht. Es hat gedauert, bis sie meinen neuen Look akzeptiert haben.“ Mittlerweile sind beide leider verstorben.

Und auch auf der Straße bekommt Lena immer wieder Komplimente – meist sogar von den älteren Generationen, die ohne Tattoos aufgewachsen sind. Geld verdient sie unter anderem mit ihrem OnlyFans-Account möchte in Zukunft jedoch als Tattoo-Model arbeiten. Dafür ist Lina Lorenzen nach Kalifornien gezogen, wo sie bei diesem Vorhaben von „Goodbye Deutschland“ begleitet wird.